Teniers , David. 201 Spieler und zwei Zuschauer bilden die Hauptgruppe. Mehr im Hintergrunde ist eine Gruppe von fünf Figuren am Kamin. H. 1 F. 95 Z., Br. 2 F. 1 Z. Ein zweites Bild stellt Nachzugler vor, welche ein Bauernhaus plündern. Eine Frau eilt durch Hinrei- chen des Geldbeutcls ihren Mann zu retten, den ein Soldat zu crschiessen droht. Sehr ansprechend durch lebendige und drama- tische Motive, doch in Ton und Touche minder fein. H. l F- 7Z-. Br- 2 F. I Z. Ein drittes Gemälde zeigt eine hiigeliche Landschaft mit Landleuten vor dem Hause, die, wie meist auf den grosscn Landschaften, etwas roh behandelt sind. Uebrigens von besonders klarem Ton. H. 5 F. l Z., Br. 6 F. 7 Z. In Burleighouse, dem Sitze des Lord Winchelsea, ist das Bild eines Schäfers mit seinem Hunde und seiner Heerde, leicht im hellen Tone tonchirt. Die Gemäldesammlung zu Althorp, dem Sitze des Grafen Spencer, besitzt von Temers' eigener Manier zwei kleine, artige Bauernstiicke, und sieben ausgezeichnete Gemälde, in welcher er die Schule der Carracci nachahmte: Triumphe des Neptun, der Venus und Galatea, Perseus und Andromeda, der Raub der Eu- ropa, und zweimal der Tod des Leander, worunter sich die gräs- sere Darstellung besonders auszeichnet. In der Sammlung zu VVoburn-Abhey, dem Landsitze des Herzog von Bedford, ist eines der Werke, welches Teniers als den griissten Meister seines Faches zeigt. lm Vorgrnnde sieht man die Vorbereitung zu einem ländlichen Feste, mit mächtigen liesseln, Fässern und Lebensmitteln. In der Landschaft haben sich die zahlreichen Giiste bereits in viele malerische Gruppen ge- lagert. und sind beschäftiget die Morgensuppc einzunehmen. In dem Ganzen herrscht eine ausserordentliche Heiterkeit und Frische, die Anordnung zeugt von der griissten künstlerischen Einsicht. Ungeachtet der llrlanniglaltigkeit und Wärme der einzelnen Local- farben ist das Ganze in einem höchst zarten und harmonischen Silberton durchgeführt, und von einer Feinheit der Isuftperspck- tive in der Abtönuug, einer Leichtigkeit und einem Geist in der Touche, wie sie selbst bei Teniers nicht häufig sind. Die Jahr- zahl jöltö bcwveiset, dass es aus der besstcn Zeit des Meisters sei. In der Sammlung des Lord Ashhnrton zu London sind fünf Gemälde von Teniers. 1) Die sieben Werke der Barmher- zigkeit, Composition von I8 Figuren. Das Speisen der Hunger-i en und das Tränken der Durstigen spielt die Hauptrolle, und alles ist im Gebiete der Landleute gehalten. H. 1 F. 11 Z., Br. 2 F. 62 F. Dieses Bild stammt aus der Sammlung der Herzoge von Alba, kommt zuletzt aus der Sammlung Talleyrand, und ist unter den fiinf bekannteren Bildern dieses Gegenstandes eines der vor- ziiglichsten. Wenn es an Helle des Tones, an Feinheit der Aus- führun , dem berühmten Bilde im Louvre nicht gleichkommt, so iibertriät es jenes in der freien und geistreichen VVeise, wie alles im solidesten Impasto hingeschrieben ist, und in der all cmcincn Wärme des Tons. 2) Das unter dem Namen wie Mancliotß be- rühmte Bild, welches sich durch sechs bekannte Cahinete verfol- gen lässt, bis auf den letzten Besitzer, den Fürsten Talleyrand. In einem grossen Raum sitzt ein alter, einarmiger Mann, dem eine Frau liir ein Geldstück ein Glas VVcin reicht. woriihcr ein aus dem Fenster sehender Mann die Faust zu ballen scheint. Am Stumpfe des Armen sind zwei Hunde befestigen 3) Das Bildniss des Meisters._ganze Figur in schwarzer spanischer 'I'racht, höClh-t. elegant und nn soliden Inipasto zart verschmolzen, aus Talley-