Slraehuber , Alexander. 45 l lagen. welche das übrige nur um so geistreiche: erscheinen machen. Ein Jagdauszug in gleicher Grösse, doch aus anderem Verlage. Diese beiden Blätter, deren originale 'l'heile der Manier des C. Cort. noch mehr des Aug. Caracci sich zuneigen. sind nicht zu verwechseln, mit den kleiner gehaltenen zahlreichen Jagden nach Stradail von handwerksrnässigeu liupferslechcril. Strachuber, Aielilndcr, Zeichner und Maler, wurde 1314 zu Nlundsce, einem Gute des k. bayerischen Feldmnrschals Fürsten von Wrede, geboren, ham aber schon in frühester Kindheit mit seinen Eltern nach München, wo er nach dem Austritte aus der deutschen Schule das Gymnasium besuchte, da ihn sein Vater, der fürstliche Stallmeister, zum geistlichen Stande bestimmen wollte. Allein nur mit Wider-willen hielt er daselbst einige Jahre aus, da in ihm der Trieb zur Kunst unwiderstehlich war. Endlich gelang es seinen Bitten sich der liunst widmen zu dürfen, und Professor Mitterer ertheilte ihm Unterricht im Zeichnen, bis er an Rhom- berg an der pulytechnischen Schule einen weiteren Lehrer fand. Im Jahre 1829 betrat er die Akademie der bildenden Künste, stu- dirte da nach der Antike, und kam darauf in der Componir-Classe unter Leitung des Professors Julius von Schnorr. Aus dieser Zeit, bis zum Jahre 1859, existiren Vun ihm viele Compositionen bibli- schen lnhalts mit dem Stifte gezeichnet, so wie sich Strähnber auch jetzt noch fast ausschliesslich mit Zeichnen und Componiren befasst. da ihm zum Nlalen nur wenig Zeit übrig bleibt. In dem genannten Jahre übertrug Schnorr einigen seiner Schüler einen Cyclus kleinerer Bilder, welche im Festsaalbaue der k. Residenz über den grossen Bildern aus dem Leben Carl's des Grossen an- gebracht werden sollten, und Strähuber lieferte hiezu zwei Com- positionen, wovon die eine den eilljiihrlgen Carl vorstellt, wie er den Pabst Stephan ll. empfängt. die andere die piibstlichen Ge- sandten, wie sie die Hülte des liaisers gegen Desiderins sich er- bitten. Echter und Palme haben diese Bilder in Farben ausge- führt. Im Jahre 1841 fertigte er eine Zeichnung zu einem Lob- gesange von Nlendelsohn-Bartholdy, welche diesem zum Geschenke gemacht wurde. Eine auf Pergament mit der Feder und in Fur- ben ausgeführte Zeichnung besitzt der lironprinz Maximilian von Bayern, welche diesem 1842 zu seiner Vermählungsfeier von dem Gesangvereine der Hiinstler Münchens überreicht wurde. Eine andere ist im Besitze des Prinzen Luitpnld, 1845 bei Gelegenheit der Geburt des Prinzen Ludwig überreicht. Von grüsseren Zeich- nungen erwähnen wir auch noch ein Alhumsblatt, welches Salo- motfs Urthcil vorstellt, und nach London kam eine grüssere zur Lithographie bestimmte Zeichnung mit einem liinde, welches der Schutzengel begleitet. Die Zeichnungen dieses Meisters sind bereits sehr zahlreich, und gehören zu den geistreichsten Erzeugnissen der neueren deut- schen liunst. Eine bedeutende Anzahl ist durch die Lithographie und den Formschnitt bekannt, mehrere in Büchern zu religiösem Gebrauche. Wir nennen besonders Lutlicr's Festlieder, welche C. Winturfeld 1840 zur vierten Jubclfcier der Erfindung der Buch- drucltcrltunst herausgab. Dieses Praohtvverls enthält 40 verzierte Initialen und ein ligurirtcs Titelblatt, gr. In dieser Art ist auch ein Thomas a liempis in böhmischer Uebersetzung, Leipzig 1845, verziert, und dieselben Illustrationen wurden neuerlich zu 29 "