Stimmcr , Christoph. 363 ganze Figur stehend in halber Rüstung, vollkommen in der Manier des obigen radirt, und sicher von Stimmer, dessen Namen es aber nicht trägtß Dieses Bildniss gehört in die erste Ausgabe von Gampenhoutefs Merkwürdigkeiten des Schlosses Ambras und hat auf der Rückseite Text, gr. fol. Ein grosses Pferd nach links trappend. Im Grunde links sieht man an der Stallthüre drei Männer, wovon der eine den Zaum des Pferdes trägt, und die anderen nach dem Thicre läufen. Das Zeichen A. St. und die Jahrzahl 1578 ist rechts unten. H. und Br. (j Z. Die Blätter Nro. 2 und 5 kannte Bartsch nicht. Das letztere erwähnt Brulliot. Stummer, ChrlStOph, Formschneicler, nach der gewöhnlichen Annahme der jüngere Bruder des Tobias Stixnmer, und 1552 zu Schaffhausen geboren, erscheint als Schüler und Gehiilfe dessel- ben Drleisters, und ist wahrscheinlich der von Sandrart erwähnte Christoph Heinrich Stimmer, welchen der genannte Schriftsteller zu den berühmten Formschueidern zählt. Bartsch, P. gr. IX. 531, will indessen nicht zugeben, dass Christoph in Holz geschnitten habe, weil ein Christoph Stimmer 1581 vvDer lübl. V. O. drey Landstände Diener undGeneral-Einnehmer des Mess- pfennings Elsass und Sundgauischen Gestadesv sich nennt, worunter er den jüngeren Bruder des Tobias, den Form. Schneider Sandrarfs versteht. Bartsch meint, ein Beamter habe nicht Zeit gefunden zur Prahtilt des Holzschnittes; allein auf diese Einwendung ist gerade nicht viel Gewicht zu legen, da einem öffentlichen Einnehrner die Mussestunden nicht gar so spärlich zugemessen sind. Ueberdiess könnte er vor seiner Anstellung der liunst wirklich sich gewidmet haben, was auch der Fall war, wenn der General-Einnehmer jener Bruder des Tobias ist. Christoph hat nämlich an der Folge der Bildnisse von Päbsten Theil, welche B. Jobin 1573 in Strassburg herausgab. Die Zeichnungen sind von Tobias Stimiuer, und die Formschnitte wurden theils von ihm selbst, theils von seinen Gehiilfen T.Gwerin, B. Jobin, Chr. Stim- mer u. a. gefertiget. Der letztere war damals ein Jüngling von 20 Jahren, und müsste bald darnach dem Staatsdienste sich ge- widmet haben, wenn er 1581, als junger Mann von 29 Jahren, schon Gcneral-Einnehmer gewesen ist, welchen Bartsch nicht als Form- schneider erkennt. worin wir ihm auch beistimmen; denn es war gleichzeitig ein Christoph Heinrich Stimmer, der von Sandrart er- wähnte und dem Verfasser des Peintre graveur unbekannte Form- schneider thätig, der ebenfalls ein jüngerer Bruder des Tobias seyn kann, und von welchem der Schreiber Christoph Stimmer dadurch unterschieden wurde, dass man den letzteren den Jungen nannte. Wer damals zu einer Öffentlichen Bedienstigung gelangen wollte, musste im Schreiben wohl geübt seyn, und als Schreiber legitilnirt den jungen Christoph Stimrner folgendes Werk: wEin NüW liunstreich Fundamentbuchle von Mancherley güt- ten 'I'i.itsehei1 und Lateinischen gschrifften, gar gründtlich geschriben durch den Jungen Christoffßl Stimmer von Schaffhausen, ietzund Guldinschrei- ber vnd Rüchenmeister zu liottweyl. Basel 1596, qll-[t-W Dass Ch. Stimmer die Schriften gefertiget habe, besagt auch das letzte Blatt, von wem aber die zarten Holzschnittexlterrühren, ist nicht angegeben. im Jahre 1604 erschien zu Basel die vierte Auf- lage. Wir halten diesen jungen Christuffel Stimmer für den Sohn des 'l'obias Stimmer und für den früheren Einnehmer des Mess-