270 Steinßacln , Erwin den Nleister. dessen Bildniss an der Mauer des einen Kreuzfliige], im Innern des Domes angebracht ist ' ßonrad ging jetzt unge- siiumt an die Gründung der Facade, und berief zum Baue den Meister Erwin von Steinbach. Am 2. Februar 1276 wurde der An- fang gemacht mit dem Graben der Fundamente und am 25. Mai 1277legte der Bischof den ersten Stein. Den Anfang des [laues be, zeugt eine Inschrift: AnnoDomini MCCLXXYII. in die lleagi Ur ani hoc gloriosuni opus inchoevit M. EPWlHlli de Steinbach. Es wnrdengAblassbriefe ertheilt im ganzen Lande, und von allen Seiten gingen Beiträge ein, da auch die Geistlich- Iteit den vierten Theil ihrer Einkünfte abliess. Sclbst_ aus Oester- reich und andern Landen kamen Fuhrleute mit Steinen her-bat Erwin legte sicher den Plan zur Facade, und irielletcht auch zu den beiden Thürmen nieder, allein dieser ist in _der folge zu wie, derholten Malen umgestaltet worden; denn bei Betrachtung der Vorderseite des Münsters bemerkt man fünf Epochen des Baues, deren jede sich durch eine deutliche Zusammensetzung und v"- echmelzung der älteren mit dem neuen Bauplane kund gibt. Diese, aus den mit dem ursprünglichen Plane vorgenommenen Verände- 1617, Welcher die Collectanea des Architekten Daniel Speck- lin benutzt hat. In diesem Werke sind auch die Yerzierun- gen abgebildet, welche als Satyre auf tllelslltellltlslglteit de, Mönche zu betrachten sind; allein sie fehlen in den wen. sten Exemplaren mit Bogen Ein zweites Werk ist vqn Grandidier: Essai bist. sur Peglise usthedrale de Qtrassboul-g 1731. Dann haben wir eine Iäeschreibung des Münsters mit Umrissen von Bayer. Im dritten Hefte yon H. Schreibefs Denkmälern deutscher Baukunst des Mittelalters S. 25 51 ist ebenfalls vom Münster gehandelt. Auch Strobel geh; in der Geschichte des Elsasses auf diesen Bau ein, I. 5', Das Prachtwerk von Chapuy und Jolimont: Les Cathedm. les francaises, gibt ausser den_Abhildungen ebenfalls ge- achichtliche Erläuterungen, so wie folgendes: _La Ilathedi-ale de Strassbourg et se details, dess. par A. Friedrich er m1„ par Sandmann. Strassb. 1841 1T- ES gtPl auch "(Ich mehrere andere Werke, in welchen uber den Munster gehandelt wird, sowohl über den Bau, als uber den Bildet-schmuck dessel. ben. Der Pastor Schwarz (Melas) auf Ilugen machte den Erwin zum Helden eines Roinanes: Erwin von Steinbßcb oder der Geist der deutschen Baukunst, 5 B. Hamburg 1355, o) Die Vollendung erhellet aus einem Wolfenbuttler Lgsßiona, riuni auf Pergainent aus dein XIII. Jahrhunderte. Die ein- schlägige Stellevbeginnt: ltnnmdomini MLCLÄXV. Id. Sept. vigilia naiivitaiis bentae virginis comyleta est structura me- dia testudinuin superiorum_et totius tabricne praeter tun-e; antei-iores ecelesiae Argentinensis etc. Vgl. Ebert, Bildung des Bibliothekars, 1820- I. 195- Das hohe Chor und andere Theile haben ihre urspi-üng. liebe Gestalt verloren. Im Jahre 1455 __wurde das Qbor mit Steinen erneuert, 145g wurden die Gewolbe des Schiffes aus- gebessert, und ein neuer Dachstuhl gesetzt, wobei zehn Jahre verflosseu. Iin Jahre 1486 wurde ein Umgang um das Chor gemacht, und zwei Jahre spater das Marienbüd auf dem Helme abgenommen, da es durch den Blitz besghä. diget ward. Im Jahre 175g schlug wieder der Blitz in da, Chor, so dass es erneuert werden musste.