Speraudio. 133 bensverhältnissen unbekannt. Seinen Namen verherrlichen aber viele Bildnissmedaillons, deren Vortretilichlteit den St. Tieozzi hätte bestimmen sollen, dem Sperandio eine würdige Stelle 111 seinem Dizionario'degli artisti einzuräumen, statt einen Meister dieses Ranges zu übergehen. Sperandio fertigte auch Büsten, und goss solche in Bronze- Es scheinen aber die meisten verschollen oder ungekannt zu seyn. So ist er der ungenannte Urheber der Büste Mantegnzfs an dessen Grabmale in S. Andrea zu Mantua, wel- che als eines der lebenSVollsten Bilder dieser Art bezeichnet wer- den muss. Laut sprechen aber seine Medaillons, welche eben- falls gegossen sind, und in welchen diese Iiunst auf einer viel höheren Stufe erscheint als sie Vitture Pisanellu gebracht hatte, der Vorgänger des Meisters Spernndio. Er gab seinen Köpfen mehr Ausdruck und Leben, und einige derselben, wie jene des Herzogs Federico von Urbino, des RechtsgelelirtenAlessanclro Tar- tagni, des Bono Avogario, des Reehtsgelehrten Andrea Barbazzu u. a. sind in dieser Hinsicht Meisterwerke erster Art. Auch die Gruppen seines Revers sind gut angeordnet, nur fehlte er oft ge- gen den Gebrauch der Antike, obgleich Sperandio durch eigene poetische Iiraft ausgezeichnet ist. Seine Allegorien gehen aber zuweilen ins Sonderbare. S0 ist auf dem Revers des Bildnisses des Andrea Barbazza der Ruhm auf phantastische Weise personi- ficirt. Er erscheint in einem Harnisch von Lorbeerbliittern und dreifach geflügelt, mit Büchern in den Händen. Der Kreis von Sperandids Darstellung, in welchem er ausgezeichnet erscheint, bleibt daher das Bildniss, und wenn er darüber hinausgeht, verfällt er nicht selten gegen das Herkömmliche. Die Medaillons sind mit dem Namen des Künstlers bezeichnet, als Werk Sperandids (Opus Sperandei). Er arbeitete schon um 1447, viele Jahre am Irlofe des Herzogs Ercole von Ferrara. Bolzenthal, Skizzen zur Kunstgeschichte 8.64, lässt ihn 1528 sterben, so dass der Künstler sein Leben über hundert Jahre gebracht haben müsste. Im Tresor de Numisrnatique et Glyptique, Med. coul. en Italie, In, et nde Partie, sind viele seiner Medaillons abgebildet, in der von A. Colas erfundenen Beliefmanier, und zwar nach Originalen, welche sich in den französischen, italienischen und deutschen Ca- bineten finden. 1) Friedericus Herzog von Urbino, Graf von Modena und Casteldurante. Büste nach links. lm Revers der Herzog gerüstet zu Pferde mit dem Corn- mandostabe, als Cap. Gen. ac Sanctae Rom. Eccl. Conser- vator invictus. AmBande herum: Opvs Sperandei. Ab- gebildet im Trösor pl. VIII. Nro. 5., und in den Beiträgen zur Gesch. der Schaurnünzen, Jenaer Lit. Zeitung 1810. VI. 2) Franciscus Gonzagu, Marquis von Mantua. Im Pievers Gonzaga zu Pferd mit dem Commandostabe. neben ihm der Page mit dem Degen und ein Hellebardier, hinter ihm Bewaffnete zu Pferd: Ob Bestitvtam Italiae Libertatem. Im Abschnitt: Opvs Sperandei. Tresor l. IX. I. 5) gohannes Bentivoglio II, Hannibalis Filius Eques Ac Comes Patriae Princeps Ae Libertatis Columen. Biiste nach rechts. Im Revers Bontivoglio zu Pferde mit dem Commando- stabe und mit einem Lanzenträger. Um den Rand herum: Opvs Sperandei. Tresor nl. IX. 2. 4) Alexander__Tartagnus Jureconsultissimvs Ac Vcritatis lnterprex.