Sole, Giovanm Gmscppe del, Maler von Bologna, (lPP Sohn des A. M. del Sole, geb. 1650, sollte sich in seiner Jugend den Studien widmen, machte aber unter Leitung seines Vaters auch grosse Fortschritte im Zeichnen, so dass er zuletzt die linnst vur- zog. M. Canuti ertheilte ihm Unterricht in der Malerei, bis er PasinellPs Schule besuchte, in welcher er bald den ersten Platz bc- hanptete. Er malte auch mehrere Bilder in der Weise dieses Mf?i' sters, und ging oft nach Venedig, um sich noch mehr zu max-kräftigen. Allein ,Lati1.i sagt, dass er nie zu jener Stufe von Schönheit und Aninuth sich erheben konnte, welche dieser Meister seinen Bildern zu verleihen wusste. Doch erscheint auch del Sole sehr zierlich, wie in den Haaren und Fittichen seiner Engelchen, und auch die Ncbenwerhe: Schleier, Armbänder, Kränze und Waffen- zeug, stellte er sehr schön dar. Mehr noch als Pasinclli iwar er für ernsthafte Darstellungen geeignet. Er beobachtete das Co- stiim richtiger, compunirte mit Ucberlegung, malte Architektur und Landschaft besser als derselbe. In Landschaften leistete er besonders Gutes. Zu den schönsten Bildern dieser Art zählt Lanzi drei Landschaften im Hause Zappi zu Imola, welche Abend, Nacht und Murgenröthe darstellen, mit angenehmen landschaft- lichen Partien. Andere Gemälde sind auf den Lichteffeht berech- net, besonders die himmlischen Erscheinungen, wie in seinem Bilde des hl. Petrus von Alcantara in S. Angela zu Mailand. Dann vollen- dete er auch fleissiger als Pasinelli, war überhaupt in der Ausfüh- rung sehr sorgsam, da er nur Vullkommenes liefern irvolltc. Es fehlte ihm aber nicht an Handfertiglseit, und als er für die Familie Giusti in Verona einige Darstellungen aus der Heiligen- und Göt- tergeschichte zu malen hatte, zeigte er in einem Gemälde _mil Bac. chus und Ariadne, dass er gleich anderen Malern, die ihn der Langw samheit beziichtigten, in acht lägen etwas zu Stande bringen könnte. lienner hielten dieses Bild für vortrelllich, er aber strich es wieder aus, da er nur seine technische Fertigkeit ZGigPXI, aber nicht seiner Genauigkeit Eintrag thun wollte. Das Hauptwerk des Künstlers ist ein Frescugeixiiilde in S. liiagio zußolugna, wozu er lange brauchte-n Auch im Palaste Grandemaria zu Parina ist ein grnsses Plalondliiltl von ihm in Fresco gemalt, und ein ZWEÜPS Werts dieser Art liihrte er im Palasle Manziimi zu Lucca aus. Beim ersteren war Aldro- brandini, beim zweiten A. Ghiarini sein Gehilfe. I Die Werke seiner letzteren Zeit erinnern an Guido Reni, und diese erwarben ihm den Namen des wModei-nt) Glliflügd obgleich er jenen Meister nicht ganz glücklich nachgeahmt hatte. Er wollte aber einmal zeigen, dass er sich in jede Manier tilgen könnte, und als Probe malte er auch in der Weise des L. Carracci, je- Nagleris Künstler Lax. I? d. X V I I. 1