248 Senefeldex- , Alois. Umstand dem ganzen Unternehmen eine andere Richtung gab. für Bayern durch ein Privilegium gesichert, beschlossen sie jetzt mit dem Auslaiide Verbindung anzuknüpfen, und Hofrath Andre in Offenbach war der erälß, der, überzeugt von der Wichtigkeit der Erfindung; um die Summe von 2000 Gulden das Druclireclit erkaufw, Dadurch wurde Senefeliler und Compagnie in den Stand gesetzt, das Etablissement in München zu begründen. Von diesem blieben aber die Brüder Sciiefeliler ausgeschlossen, denen Gleissner in Anbetracht des Privilegiums die Ausübung auf eigene Rechnung nicht gestattete. Sie traten daher zuAugsburg mit Gom- bart in Verbindung, der eine Druckerei errichtete, die aber bald wieder einging, da die Unternehmer anscheiulich noch nicht die nöthigen Erfahrungen besasseii. Die Druckerei in Offenbach musste Senefelder-selbst einrichten, und bnvur er dahin abging richtete er noch ein besonderes Augen- merk auf den Ueherdruck in liupfer gestochener Blätter, was ihm bald in dein Grade gelang, dass die Copien dein Originale wenig nachstandeu, und mehrere Drucke fielen sogar noch schöner aus, als die von der liupferpresse kommenden. Diese Druckweise lag besonders dein Schulrath Steiner am Herzen, der dadurch wohl- feile Bilder für liinder erhielt, und die alten schlechten Darstel- lungen verdrängte. Doch betrieben sie die Sache nicht als Nach- drucker; Steiner liess dazu eigene Platten stechen, und den Ab- druck davon benutzte Senefelder zum Umdruck, welcher wohlleilere Abdrücke lieferte, als die von derKupferplatte kommenden, womit aber Steiner immerhin die Kosten für den Stich deckte. Die Ver- suche dieser Art führten den Senefelder auch zu weiteren Ent- deckungen. Er konnte zuletzt die Iiupferplatte selbst zum Drucke präpariren. Auch jedes andere Metall, sogarHolz. Wachs, Schellak, Harz u. s. w. konnte auf chemischem Wege zum Drucke berge. richtet werden. Erst später, im Jahre 1813, erfand er ein künst. liches Steinpapier, oder eine steinartige Masse, die auf Papier oder Leinwand aufgestrichen wird. im J. 1800 reiste Seuefclder mitGleissner nach Offenbach, wo sie alsobald eine Druckerei einrichteten. Nach 14 Tagen machte er den Probeclruck, welcher zu solcher Zufriedenbeitausfiel, das Hof- rath- Andrd den ausgedelintesten Elan auf die Erfindung gründete. ßSenelelder sollte in London, Paris, ßerllll und Wien Privilegien zu erhalten suchen, und in jeder dieser Städte wollte Andrd eine M liünsthundlung mitDruclierei errichten. Die Anstalten in London, Paris und Berlin sollten die Brüder des Hofrathes leiten, jene in Offenbach und Frankfurt standen unter dessen eigener Leitung, und dem Senefelder war die Geschäftsführung in Wien zugesagt, nebst dem- fünften Theil des lieinertrages siimmtlicher Etablisse- ments. Gleissncr sollte als Compositeur und Noten-zeichner in Offenbach Besoldung erhalten. Die Partheien waren vollkommen zufrieden, und Senefelcler reiste daher mit Gleissner wieder nach Münchenjib, um die dortigen Angelegenheiten zu ordnen. Um das bayerlöCllß Privileghiin nicht zu verlieren, übertrugen sie die daselbst errichtete lithographische Anstalt dem Georg und Theubald Senefelder, welehejetzt Alois auch mit der Iireidemanier vertraut machte, ila diese fiir die Iiunst die früheste Erndte versprach. Nachdem in Munchen alles geordnet war begab sich Senefcl- der mit Gleissiier Wieder naflh Qflcnbach, wo jetzt die Arbeit so- gleich im Großen begann, die sich aber gewöhnlich nur auf den Sie kannten bereits die Solnhofer Steine und gebrauchten sie jetzt zum Drucke.