Scopas. 167 in der griechischen Blumenlese (Anthol. Palatina II. 684) wird 811551" der oben erwähnten Menäde noch ein Merkur genannt- Eltl Werk von hoher Bedeutung ist Scopas Apollo als Fiihrer des Musenreigens (Musagetes) im langen Gewande, dem Iiiinstler in lebhafterer Geberde den Ausdruck dichterischen" Be- geisterung gab. Dieser Apollo war nach Plinius die Hauptstatue des prächtigen Tempels, welchen Augustus nach dem. Siege bei Actium auf dem Palatin erbauen liess. Der Gott erschien idu im laflgßn Gewande mit der Leycr zwischen Latona und Dizina, wie Prvperz II. 51, 15. singt: luter matrem (von Praxiteles, Pliii.) deus ipse interque sorurern (von Tiinolheos, Plin.) Pythius in lo n ga ca rmina veste somit. Eine Copie dieses palatinischen Apollo ist der mit den Musen in der" Villa des Cassius aufgefun- dene Vaticanische, Mus. Pio-Cl. I. 16. Mus. Franc. I. 5.. Bouill. l. 55. Visconti möchte Timarchides Statue fiir das Original halten. VVo diese Apollostatue ursprünglich war, ist nicht angegeben. Strabo sagt, dass zu Chrysa im Gebiete von Troas der Tempel des Apollo Smintheus gewesen sei. Dieser Apollo war ein Werk des Scopas. ZMLVSEÜG kann der Beiname von der Stadt Sminthii, oder von oiiivitoa (Maus) seyn. Hirt u. a. nennen daher diesen Apollo den Mäusetödter. Da Scopas der erste war, welcher den Apollo als Museu- fiihrcr darstellte, so möchte er auch die Musen als dessen Gefolge gebildet haben. Und man fand ja den oben genannten Vatikani- schen Apollo mit Statuen von Musen in der Villa des Cassius. Eine solche Muse, die Melpomene, aus pentelischem Marmor, be- findet sich im Museum des Louvre, die nach Waagen l. c. 116. der Erfindung nach 'wohl von Scopas herrühren könnte. Die architektonisch-strenge Sculptur dieser 12 F. 1 Z. hohen Statue ist hier auf das Feinste mit den Forderungen einer späteren, freien Kunst ausgeglichen. Ein erhabener Ernst und jene änssere Ruhe, welche der achten Begeisterung eigen ist, sprechen sich in den grossen, edlen Zügen des Antlitzes aus, dessen Strenge doch wie- der durch eine schöne Fülle des Ovals und aller Formen gemildert wird. In dem Gewande zeigt sich nach Waagen auf das Glän- zendste der Sieg der Kunst über die starre Masse; denn diese Falten haben durch die grossen Vertiefungen, die fliichenartig gehaltenen Höhen. die Wahrheit und Bestimmtheit der Motive, etwas überraschend Lebendiges, zumal da, wo sie durch den brei-. ten Gurt zusammengehalten werden. Diese bis auf die neuen Hände und die neue Maske des Herkules wohl erhaltene Statue erinnert im Styl lebhaft an den Bacchus vom Monument des Trasyllus im brittischen Museum, wie Waagen bemerkt, S0 (lau also auch dieser der Schule des Scopas angehören niiisste. W415 die Muse anbelangt, so fällt ihre derartige Auffassung sicher nicht; vor Scopas, und doch bietet sie eine Durchdringung de? Efhabe- nen mit dem Schönen und Graziösen dar, dass man sie nicht Wohl viel später setzen kann. Dabei ist die Ausführung ißäelllalls 3'318 sehr guter Zeit und hat ein äeht griechisches Gepräge; den" flle Formen sind (lurchgiingig verstanden, die Arbeitjehr energisch und scharf, die Behandlung des Haares durch Vefllehlflge" hUCh-ST stylgemäss. Waagen glaubt, das dieses Werk das. lheaici- des Pompeji); geziert haben lsiinntc. Später befand ES SIClI In der an dessen Stelle gelegenen Cancelleria des PabSleS- Dann müssen wir auch noch mehrerer anderer Gottheiten er- wähnen, die Scupas bildlich darstellte.