82 Schuppen, Jakob van. Schuricht, J oh. Frie dr. zu Herrenals in Wien. Hier übte J. van Schuppen auf die Kunst einen bedeutenden Einfluss. indem er unter Mitwirkung des Ge. neral-Baudirektors Grafen GlmdaChEr VOD Ällhan der von Carl "VI. 1736 wieder hergestellten Akademie eine zwecltmässigere Ein- richtung gab, und sie zu griisserem Flure brachte. Schuppen war Direktor dieser Anstalt, und verblieb es bis an seinen 175! in Wien erfolgten Tod. In der Sammlung der Akademie ist von ihm das lebensgrosse Bildniss Iiaiser Carls VI. bis auf den Kopf gemalt, welcher von Gottfried Auerbach herriihrt. Gegenwärtig sieht man in der Gallerie des Belvedere das von Schuppen gemalte Bildniss des Schlachtenma- lers lgnaz Parrocel, und dann das eines in einem mit Pelz ausgeschla- genen Schlafrock am Tische schreibenden Mannes, wahrscheinlich Thomas dc Grangefs, da man auf einem Briefe dte Adresse an diesen liest. ln der Gallerie zu Dresden ist das von ihm gemalte Bildniss des Prinzen Friedrich Ludwig von Wurtemberg. Im Johananeum zu Griiz sind zwei seiner Hauptbilder, die Portraite CarPs Vl. und seiner Gemahlin Elisabeth. E. Desrochers stach das Bildniss dieses Iiaisers, Picart jenes des Prinzen Engen, und neben Surugue, Kaufmann, Giffart, stach besonders Jakobv. Schup- pen mehrere der von ihm gemalten Portraite, deren_wir im Artikel .7 desselben genannt haben. Kaufmann hat auch ein faar Genre- bildcr in Kuptcr gebracht, La Couturiere und La Cuismiere, fol. A. Müller hat das Bildniss dieses Meisters gestochen, wie er mit Pinsel und Palette im Sessel sitzt. Zwei andere Portraite des- selben haben wir von J. v. d. Bruggen in schwarzer Manier ge- stechen. Er steht bei derStaffelei, Pinsel, Palette und Stab in den lliinden. fast liniestiiclse, mit der Dedication des Stechers: Jacoho van Schuppen, Imp. Caes. Aug. Caroli VI. Pictori etc., gr. fol. Dieses Capitalblatt ist unter dem Namen des grossen van Schup- peu bekannt. Später wurde die Platte abgeschnitten und in Oval gebracht, und diess ist der kleine van Schuppen. Schuricht, Johann Frxedrlch oder Carl Frledrlch, Zeichner und Architekt, geb. in der Neustadt-Dresden 1755, arbeitete in seiner Jugend als Maurer, und besuchte nur in den Winter-stun- den die Zeiclmungsschule VOD Fechelm. Später machte er bei Iirubsacius einen Cursus der Architektur durch, zeichnete aber im Modellsaale zugleich auch nach dem Leben,so wie in den ltiinig- liehen Sammlungen nach den vorhandenen Antiken. Auf solche Weise tüchtig vorbereitet ging er mit dem russischen Gesandten Fürsten Beloselsky nach Paris und London, und nach seiner 1777 erfolgten Rückkehr wurde er Pensionär der Akademie zu Dres- den. Als solcher fertigte er mehrere Pläne für sächsische Herr- schaften, besonders im Leipziger Kreise und im Erzgebirge. Zu- gleich arbeitete er an Hirschfeldä Theorie der Gartenkunst, einem YVerke m einigen Quartbiinden mit Plänen im französischen Ge- schmacke. Im Jahre 1782 wurde er Hof- Conducteur, und 1786 nahm ihn der bayerische Gesandte Graf von Schall mit sich nach Italien, wo jetzt der Künstler zahlreiche Studien machte. Er zeichnete im MUSEUM 111 Nßfpßl die aus Herkulanum und Pompeji zu Tage geförderten Altenthumer, dann _in Pompeji die architekto- nischen Ueberreste, und in Piistum die merkwürdigen Bauten aus dem griechischen Alterthume. Hierauf studirte er in Rum und der Umgebung die inerkwurdigstcn älteren und neueren Bau- werke, und setzte die Uehung auch in anderen italienischen Städten fort. Besonders zogen ihn zu Padua und Vicenza die