384 Schneider , Cnspar. begab er sich 1836 zur weiteren Ausbildung nach München. Sclmei- der widmete sich dervGenremalerei und dem Fache derLandschuft. Schneider, CEISPKIT, Landschafts- und Portraitmaler von Mainz, der Sohn eines chnrfürstlichunainzischen Leihgardisten, war du Schüler des Malers Hailtlof, und bildete sich dann durch eigenes Studium zu einer StuFfe heran, auf Welcher er zur Zeit Seine;- höchsten Blüthc als Meister ersten Ranges bezeichnet wurde. Der Churfürst Friedrich Carl von Mainz unterstützte das Talent dieses Künstlers," und viele andere Fürsten ermunterten es durch zahl- reiche Aufträge. SelbstNapolron lernte ihn schätzen und schmückte mehrere Gallericn und Gemächer mit Landschaften von Schneider, Seine Bilder sind sehr zahlreich, da der Künstler mit grossem Fleisse der Iiunst oblag und ein hohes Alter erreichte. Sie be- stehen meistens in Rheinansichten, sowohl von Städten und hlci- neren Ortschaften, als von anderen interessanten Punkten. Fast alle seine Gemälde sind den Vaterländischen Gegenden entnommen, da der Künstler nur eine kleine Reise über die Grenzen Deutsch- lands imternoimnen hatte, niimlich in die Schweiz, wo er mehrere Zeichnungen fertigte, um dann einige in Gemälden auszuführen_ Der Churfiirst von Mainz wollte ihn auf seine liosten nach Italien schicken, Schneider lehnte aber diesen Antrag wegen Familien- Verhältnissen ab. Seine Landschaften sind der Erguss eines warmen Gefühls für Schönheit der Natur und ihrer Formen. Es SChliCSst sich in seinen Bildern Alles auf harmonische VVeise ab, in wohl- berechneterWirkung. Seine Färbung ist jene der ihn umgebenden Natur, von grosser Wärme und Klarheit und von einer Verschmel. znng der Töne, welche höchst wuhlthätig auf den lleschauer wir-lt; Dabei aber sind seine Landschaften nicht als reine, fleissig um] meisterhaft vollendete Veduten zu betrachten, sie sind auch be. deutsam durch die Statiage, sei es, dass er Figuren oder Thiere anbrachte, oder den Wohnort der Menschen zur Hauptsache machta_ SeineConipositionen sind reich, ohne Üeberladung und meistens aus der Natur geschöpft. Man kann ihm keine Benutzung von Werken grosser Meister nachweisen, wenn auch seine Fernen das Deliliate eines Saftleven haben, und seine vorzügllchstcn Bilde;- den schönsten Gemälden der niederländischen Schule gleichlcommen, Dann malte Schneider auch treilliche Portraite, die sich durch Lebendigkeit des Ausdruckes und durch Wärme und Frische des Colorits auszeichnen. Die Stoffe und verschiedenen Beiwerke sind meisterhaft behandelt. Üeberdiess malte Schneider Blumen- und, Fruchtstücke, durch Frische der Farben und durch zarte Vollen- dung ausgezeichnet. Caspar Schneider starb 1859 im 85- Jahre. Der unten folgende Georg Schneider ist der Bruder dieses liünst- lers, der zur Unterscheidung von demselben der ältere genannt wurde. Einige Werke dieses Künstlers sind gestochen, worunter be- sonders zwei sehr grosse Aquatmta-Blätter van C. liuntz zu nennen sind: die Ruinen der Licblraucnlairche in lYlainz nach der Belage- rung 1795, und die Ruinen des Doms und Lcichthcfes in Mainz nach der Belagerung im Jahre 1795. J. G. Heinheitner stach nach ihm die Ansicht der Stadt Mainz vor der Belagerung. P. Bücher stach nach ihm die Ansichten von Mainz, Cublcnz, Hochhcim, Aschndenburg, Schalihausen, Lausanne, dann viele kleinere Rhein- und Schweizeransichten , grüsstcntheils schön gearbeitete Blätter. Im YVinltleHschc-n Catalnge werden dem Künstler selbst viel. radirte Blätter beigelegt, er wird aber da irrig ein Schweizer genannh