264 Sehirmer , Wilhelm. Schirmer , Joh. NVilh. eines dunklen Gebäudes, oder rolhe Ziegelmauern leuchtend gegen grünen Grund, die Ansieht eines Stadtgemäuers über Bäumell, Was- ser, Brüchen, den Spiegel eines Teiches, die klargriin schäumen- den Wellen eines Waldbnches, solche bald vive, bald halbverstoh- lene Blicke und lebhafte Mienen lamlschalllieher Natur greife Schir- mer auf und stelle sie schmuck heraus. Dann werden in dem ge- nannten Berichte auch mehrere Werke dieses Meislcrs niihcr be- schrieben. ln anderweitigen Berichten dürfte [Vleisler Schirmer aus Berlin nicht immer von dem Namensvetter aus Jiilich gehörig un- terschieden werden. l Schirmer wurde 1855 ordentliches Mitglied der Akademie du. Iiiinste in Berlin, und 1839 Professor an derselben. Schirmer, Johann Wilhelm, Landschaftsmaler. Professor an de, Akademie in Düsseldorf und Mitglied von jener in Berlin, eine; der ausgezciehnetsten deutschen Künstler, der sich einen eurnpäi- sehen Buf gegründet hat. Im Jahre 1807 Zu JÜllClI geboren, lag er in seiner Vaterstadt nur kurze Zeit den Studien ob, und begab sich nach Düsseldorf, wo Direktor Schaclow bereits einen Iireis von Künstlern um sich versammelt hatte, die, jeder seiner Eigenthiim- lichheit gemiiss, als der liern der Düsseldorfer Schule zu betrachten sind. Zu dieseri ist aber auch Schirmer zu zählen, der gleichsam als der Vater der dortigen Landschaftsmalerei zu betrachten ist, und von ihm und Lessing geht in Düsseldorf die allgemeine Rttthiung aus, in welcher bereits so Ausgezeichnetes geleistet wurde. Diese beiden Meister weisen ihre Schüler auf ein genaues Naturstildium hin; ihr Bestreben ist das Prinzip sorgfältiger, detaillirter Natur- wahrheit, welches bis jetzt in der Düsseldorfer Schule ausschliesg. lich herrscht, mit den Anforderungen an eine mehr ideale AuiTas- sung. Auf diesen Vorzug macht aber Piittmann (die Pusseldorfe; Schule und ihre Leistungen seit der Errichtung des hllnstyereines 182g, Lpz. 1859) nicht aufmerksam; er rühmt nur das glückliche Streben, das Grösste und lmposanteste (iarzustellen. und macht dagegen der Schule den Vorwurf, die Schouheit haufig auswärts zu suchen, statt sie von innen heraus zu schaffen- Schirmc-fs Ruf war bereits 1850 Wohl begründet Im Künst- blatte desselben Jahres heisst es, diese-inbemerhenswerthen 'l'alente gelingc es vorzüglich. feuchte Waldgrunde, lilare Wasserspiegel, mürbes 'I'riimmer- und Mauerwerk, die Einzelheiten einer üljpi. gen, saftvollen Pflanzenwelt darzustellen, und iu diesen Gegen- stünden, so wie in der Betonung derselben durch einen Schweren bedeckten Himmel sei er vortrefflich. Und so geht keine Gelegen- heit vorüber, wo nicht Schirmens Werke gepriesen werden. E; liefert seit Jahren Beweise fortwährendcr 'l'rei'flichhcit. Wenige malen herrlicliere Gruppen von Häiinieu, so mächtige Eichen und Buchen. niedere Gewächse und Wipfelblätter in so specieller Wahr. heit, so meisterhafte Waldlanrlschaften, so fette und fruchtbare Wiesen, solche Waldbiichc mit bewunderungswiirdiger lilarheit de; Wassers, so reine Lüfte. Iieiner fand in dem deutschen Berg und Wald von oben bis unten einen so vertrauten Freund, als er, Vvenigen gelingt es,dicse stille VVClllDlliil über die Gefilde zu ver. breiten, das Gefühl der liuhe darüber auszugiessen. wie diess öf- ters in Schirme-Es Werken so mächtig wirkt. Und wenn es gilt, überraschende Natnrwahrheit im Aufruhr der Elemente zu erzielen, gelingt es diesem liiinstler mit nicht ininderem Gliickc. Bis zum Jahre 185g entnahm Schirmcr den Stoff zu seinen Bildern dem He; lnathlunde, oder den Gegenden der Normandie, 19111 ab" bcgqb