222 Sclxickler , Schidoue , Bartolomeo. 1 als Wittwer und aller Kinder beraubt, noch einsam und in einer schrecklichen Zeit. Die Verwüstungen: des 50jährigen Krieges Vvq- ren auf das Höchste gestiegen. Die leindlichen Truppen wiilheteu durch Württemberg und wiilzten sich in Blut und Brand auch i" die Gegend vun Herrenherg. Scliiclmrd zog sich in sein eigenes Haus daselbst zurück, um sich zu schützen; aber das Eigenthum {schützte schon lange nicht mehr. Einer der Uumensehen sliirime auf sein Haus und verwundete den Greis mit einem nach dem Peu- ster geschleuderlen Beil am liople, erbräch die Thiire und rannte ihm den Degen nah an dem Herzen (lurch die Brust. Der Edle rang noch 20 Tage zwischen Leben und Tod, bis er aufgelöst wurde, Nähere Notizen finden sich in dem ohenangefiiln-ten Sßlliitz- barem Werke, besonders aus einem der liiuf in (Quart-Format hin- terlasseneil Reise- oder Zwiclsbiichleixi des wissbegierigen Bnuuiei- sters, in denen er alles, was seiner Neugierde nach Zeit- und Hi]- dungs-Verhältnissvxi deulswiirrlig schien, abzeichnete und zu eigq. ncr Erinnerung wörtlich erklärte. Sein lieisewerk erschien zu Tii- hingen 1605. E. v. Gemmingen beschrieb das Lehen dieses Blei. SWYM Welches 1821 zu Stuttgart bei Osiander erschien. Schickler, J. 6-, Formschneider, arbeitvte um 16854 ""'"h"5ChC'in- lich zu Nürnberg. Er schnitt mit A. de Wfeerdt die Blätter zu g-i ner Uebersetzung der Metamorphosen des Ovid: äVIEßQHIOPPHUSQQ d'Ovide en rondeaux etc. Die Verwandlung des Ovldil etc. Nüpn. berg bei Joseph Hoffmann 1089, 8. SClINlODO, Bartolomeo, Maler von Modem, wird von Nlalviisia unter die Schüler der Carracci gezählt, er scheint aber die Llfhfen dieser Schule wenig beachtet zu haben, da sich schon in seinen früheren Werken vorherrschend die Nachahmung des Curreggiu zeigt. der sich indessen. namentlich in späterer Zeit. ein ilerheres, naturalistisches Element beimischt. Andere wollen in seinen VV". hen eine Vermischung des Styles eines ltatiiel und Curreggio er. liennen, und so wie er schon zu seinen Lebzeiten sehr hoch gg- schi-itzt wurde. so glaubten spätere liunstrichter ihn den genannien Meistern gleich, wenn nicht gar über ltnlael setzen zu müssen. Landen (Annales ll. 95) wollte wenigstens wissen, dasswseine Bil. der gewöhnlich noch theurer als jene RaphaePs bezahlt wurden. S0 viel ist gewiss, dass er schon zu Lebzeiten in hoher AClllllHn stand. Mariui preist ihn in einem Briefe (Lettere Venez. 1673:; als ein Wunder der Kunst, und auch Scanelli ertheilt ihm grosses Lob, bemerkt aber dennoch, dass es dein lNleister in den Grund. principien der Malerei fehle, dass er currchtX-r zeichnen sullte. und in der Perspektive grössere Einsicht erlangt haben (liirfte. In der Färbung fand er immer unbedingtes Lob. Diese ist in Frescu. bildern frisch und blühend, in Oelbilrlern etwas ernster, aber im. mer warm und harmonisch. Lanzi bemerkt jedoch, dass der M3. stix, dessen sich die Carracci bedienten, den Malereien öfters seliiid- lieh wurde. Die Werke dieses Meisters sind selten, da ihm die unselige Leidenschaft des Spiels Zeit und Lust zur Arbeit raubte, und der Iiünstler iiberdiess kein hohes Alter erreichte. Er starb 1615 zu Parma- als Hofmalei- des Herzogs Ranuzio, in einem Alte;- von 5Ö Jahren, wie man sagt, aus Untnuth über den Verlust eine; grossen Summe durch das Spiel. Er sah sich dadurch ausser Stand gesetzt, seine Schulden zu bezahlen. F. Testi verherrllcble sein Andenken durch ein Gedicht. (Poesie, Modena 1617. Pi 125-) Im Sitzungssaale des Municipal-Pallastes zu Modena sind Frescq- bilder von ihm, welche er um 1004 -im Wetteifer mit E. Abati aub