Schaller, Anton. Schaller , Ludwlg. 139 Bild des Amor besitzt der Apotheker Pfefferkorn. Ein anderes treff- liches Gemälde, Eigenthum der Familie des Künstlers, stellt die drei Grazien dar, wie sie den Amor in einem Borbe mit Rosen finden. In demselben Besitze ist auch das Bildniss Schaller's, von ihm selbst höchst charakteristisch und ähnlich dargestellt. Dann finden sich von seiner Hand auch viele geistreiche Zeichnungen, mehrere in der Sammlung des Herzogs von Saehsen-Äfeschen. Da- runter ist besonders jene auszuzeichnen, welche Glaube, Liebe und Hulluung darstellt. Dann schrieb dieser vielseitig gebildete, und auch seines lie- benswürdigen Charakters wegen allgemein geachtete Künstlers ei- nige Abhandlungen iiber Kunst, die er, nebst einigen Notizen über sein Leben und Wirken, dem damaligen beständigen Sekretär der Akademie, L. Maurer, übergab. Schaller war Mitglied dieser Aka- demie und Correktor an der Schule des historischen Elementar- zeichnens. Er starb 1844 im 72. Jahre. Sßhallßr, Ludwig, Bildhauer, der Sohn des obigen Künstlers, wurde 180,4 zu Wien geboren und an derAl-zademie daselbst zur Plastik an- geleitet, da er schon frühe ein entsehiedencs Talent zu dieser Kunst äusserte. Mit dem akademischen Preise beehrt, welchen ihm seine Statue des Perseus mit dem Medusenhaupte erwarb, begab er sich 1828 zur weiteren Ausbildung nach München, wo Schaller im Ver- laufe von wenigen Jahren den Ruf eines ausgezeichneten Künst- lers seines Faches gründete. Zu seinen ersten Werken gehören einigeBüsten, worunterjene der liötiiginTherese von B. in grossem und kleinem Formate besonderen Beifall erhielt. Hierauf erhielt er vom Iiünige den Auftrag, zwei Säle der Pinakothek mit Basreliefs zu verzieren, deren Inhalt im Allgemeinen aus dem Leben berühmter Maler genommen wurde. Schaller hatte die Aufgabe, in dem er- sten Saale den Jan van Eyck, und in dem anderen Dürer und Ilolbein bildlich einzuführen. Um diese Zeit entstanden auch ei- nige Statuen in Gyps, wie jene des Heilandes, der Euridice. der Psyche und der Hygea. Von ausgezeichneter Schönheit, und Ur- sache zu zahlreichen Bestellungen sind vier Reliefs , welche in Bun- dungen Sternbilder darstellen, nämlich die Jungfrau mit dem Si- rius, den llesperus, den Morgenstern und die Lochen der Bere- nike. Diese schön gedachten und im ernsten würdigen Style be- handelten Reliefhilder zieren das neue Akademie-Gebäude in Carls- ruhe. Sie sind auch in mehreren Gypsabgüssen vorhanden. Zwei Exemplare kamen nach Wien, eines besitzt der Hofrath Dr. Thiersch, ein anderes der geheime Rath v. Ringseis in München. Die bei- den ersten dieser Bilder sah man zuerst auf der Münchner Kunst- ausstellung 1852, und sie gefielen so allgemein, dass dem Iiünst- ler ein ähnlicher Auftrag für den Iiönigsbau in München zu Theil wurde. Man sieht da an der Declte des Schlafgemaches derliönigin vier Basreliets, welche die Baukunst. die Malerei, die Plastik und die Naturwissenschaft vorstellen. lm Ahademiegebäude zu Carls- fllhFjsl auch ein unter Aufsicht von Schwind nach Sehaller's Com- posllloll gemalter Pries mit ungefähr drei Fuss hohen Figuren. die olymPlächen Spiele nach Pindar vurstellend. Das Ganze iSl im hetruriSClH-In Style behandelt, die Figuren roth auf braunem Gründe- Ebßn S0 Fßißhe Compositionen unternahm Schaller auch für 3115 Delle Museums-Gebäude in Pesth, wo das Giebelfeld und ein langer Fries Beweise seines fruchtbaren Talentes liefern. In Mitte des Gicbelleldessitzt die Pannonia, Lorbeer austheilcnd. licchts hemmt in Begleitung des Friedens die liunst heran, und als Ech-