Santi Rafael. 395 dellaTcnda nennt- Letztere erwähnten wir schon oben, da das Bild in der Disposition Aehnlichlseit mit der Madonna della Sedia hat. Die Madonna mit den Candelabern, in einem Runde, hält das Christkind auf dem Iinie, und blickt nach einem der zwei Engel, welche ihr zur Seite stehen und Fackeln halten. Von hei- den sieht man nur den Iiupf und etwas von den Händen. Der Grund ist dunkel. Nach Passavnnt diirfte von Rafael nur die Auf- zeichnung und die Anlage in Farben des Marlunnenliopfes seyn; zum wenigsten ist dieser ausgezeichnet schön und besser modellirt als das Uebrige. Die Engelsliüpfe sind dagegen halt und ausdrucks- los. Dieses Bild kam aus der Gallcrie Borghese in die des Lu- cian Bonaparte in Rom, jetzt ist es in der Sammlung zu Lucca. Nach Pimgileoni (Elugio di T. Viti p. T5) hat Pieraxitonio di Battista Palmerini aus Urbino, der Schüler des T. Viti, dieses Bild Copirt, und später der Maler Consoli, doch nicht sehr glücklich. Eine solche Copie hesnss der Prinz von Carignan, und dann er- hielt sie der Herzog von Choiseul. Goede sah eine bei Agars in London. Die grosse Reihe von bildlichen Darstellungen der heil. Jung- frau und ihres göttlichen Kindes schloss Rafael mit jenem Bilde" von überwältigender Würde und Schönheit, welches unter dem Namen der Nladonna des heil. Sixtus allgemein bekannt ist. Ra- fael malte es für das Iiloster des heil. Sixtus zu Piacenza, höchst wahrscheinlich für eine Bruderschaft als liirchenfahne, wie F. v. Rurnohr (Ital. Forsch. III. 131, drei Reisen nach Italien S. 78) vermulhet, was schon auch dadurch Wahrscheinlichkeit gewinnt, dass das Bild ohne vorläufige Studien und Entwürfe im freien Ergusse der Phantasie aufLeiuwaxid gemalt ist, was damals höchst selten vorkam. Dieses hohe Nleisterwerk wurde indessen bald auf dem Hauptaltare der Kirche aufgestellt, wo es Vasari sah, aber lrrig auf einerTafel gemalt, bezeichnet. Zwischen den zurückgezoge- nenVorhängen schwebtdieheiLJungfrau verlalürt mit dem göttlichen liinde im Anne in den Räumen des Himmels. Linhs hniet SLSixtus im piibstlichen Ornate auf die Mutter mit dem Weltheilande deu- tend, und gegenüber sieht man St. Barbara jungfräulich nieder- blichend. Diese himmlische Scene beschliessen zwei Engelhnaben die in holder Unschuld und Seeliglseit sich unten höchst naiv auf eine Brüstung auflehilciz. Dieses Bild ist wohl ganz von IlafaePs Hand gemalt, der da- bei keine andere Vqrbereituxig traf. als dass er die Compositiun mit Rothstein auf die Leinwand aufzeichnete, wie man dieses bei der Reinigung an einigen Stellen beobachtet hat. Dann malte er auch sogleich mehreres nach dem Modelle, namentlich den Kopf der Maria, welcher verklärt in idealer Auffassung die Züge der Ge- liebten BafaePs gibt. Ohne Hinblick auf ein Modell oder Be- nutzung eines Studiums glaubt Passavant den Kopf der heil. Bar- bara gemalt, welcher der schwächste Theil des Bildes ist. Auch lll den beiden schönen Exigelhnaben findet Passavant nicht dasselbe Studium, wie in dem in jeder Hinsicht bewunderungswürdigell Qhristhinde. Er hält sie für Zusatz, nachdem der untere Theil schon mit Farben bedeckt war und Rafael den Baum zu leer fand. flußnu durch die obere Farbenlage erkennt man noch die Pinsel- tullfllng der darunter gemalten Wolken, auf welche diese Figuren nur leicht aufgesetztsind. Die Eile, mit welcher iiberhaßPt d" grüß SFPE Theil des Bildes dürfte gefertigct worden seyn. ßlfenbarßl sich auch noch im Kopfe der Maria, deren linkes Auge etwas zu