Santi Rafael. 359 der Gallerie zu Stratton, welche dem Sir Thomas Baring gehört. Lord Bewiclthatte sie aus der GallerieOrleam um 800 L. erstanden. Der Marchese Antaldo Antaldi in Pesaro erwarb aus dem Hause des Marchese Filippo Ercolani eine Copie, welche mit den Siegeln der Akademie in Bologna versehen ist, da diese sie für Original erklärte, was aber der Graf nicht glaubte. Auch in der Sammlung der Akademie zu Wien ist eine alte Copic. In der Sammlung zu Brougthon in England ist ein Carton mit lebensgrossen Figuren, wahrscheinlich derselbe, welchen Lud- wig XIV. als Vorbild für eine Tapete machen liess. Dann wissen wir durch Vasari auch von einer Geburt Christi, welche Rafael in grossem Maasstabe für den Grafen von Canossa in Verona malte, und zwar ebenso meisterhaft wie die Vision des IICSßliiCl- Vaäärl Sagt. der Künstler habe darin auch die heilige Anna angebracht und die Morgenriithc (Aurora) bevvundcrungs- würdig (largestellt, und dieser Vortretilichlteit wegen, hätten die Besitzer das Bild um keinen Preis ablassen wollen. Ferner benachs richtet er, dass nur der Herzog von Urbino, damals General der Vcnetianer, die Erlaubniss erhalten habe, von Taddeo Zuccheru es copircn zu lassen. Bis jetzt weiss man aber weder vom Origi- nal noch von der Copie eine Spur, und selbst kein IiupFerr-tich hat uns ein Abbild aufbewahrt. Desswegen hat dieses verschollene Bild zu manchen irrigen Angaben Veranlassung gegeben. Giacw mo delli Ascani gab die Beschreibung eines solchen Bildes in fran- zösischer Sprache heraus, welche S. Rangoni 1720 in Bologna ius Italienische übersetzte. Dies ist jenes Bild, welches Ccrnel Bloe- mart und Pietro del Po in Kupfer gestochen haben, das Origi- nal erklärt aber Marictte fiir Andrea Schiavone. Dieses Bild be- SHSS 1828 der Ingenieur Serantuni. In der Beschreibung der Samm- lung des Grafen Franz von Thurn und Valsassi (Quelques tableaux etc. Vienne 1824) wird ebenfalls eine Geburt Christi als das Bild aus dem Hause Canossa erklärt; allein Passavant behauptet, dieses Ge- mälde habe nicht das Geringste, was an Rafael erinnere. Er hält es für das Werk eines italienisirten Niederländers aus dem 16. Jahrhundert. Maria und Joseph knien anbetend vor dem zur Erde liegenden Christlsinde. Linlss steht im männlichen Alter Jo- hannes der 'I'Liui'er, rechts St. Paul. Im Hintergrunde sieht man drei Hirten, denen ein Engel die Geburt Christi verkündet. Am IIm-izonte zeigt zieh die Morgenröthe. Dieses Bild besitzt jetzt Graf Harras in Wien. Das dritte Zimmer im Vatikan, Stanza di torre Bor- gia, oder del Incendio del Borgo genannt. Grüssei-e Arbeiten, als die genannten, erwarteten Rafael für die Ausschmiilsung des Vatikan, zuerst in jenem Zimmer, welches mich einem Gemälde des Burghrancles benannt wird. Es ist diess der Vursaal, worin sich die piibstliche Dienerschaft aufhielt, dessen Ma- lereien Vun1515-_151'[ ausgeführt wurden und an die sich dann die Bilder in der Loggia reihen. So vielen umfassenden Aufträgen schnell zu genügen, musste der Meister mehr, als ler es sich bis jetzt erlaubt hatte, die Mitwirkung seiner Schüler in Anspruch nehmen, und so konnte er für die letztgenannten Räume nur Skizzen entwerfen. Für das päpstliche Zimmer machte er aber beson- dere Studien und Cartons. und führte auch einen grossen Theil derselben selbst in Freseo aus. Die Deke des Zimmers hatte i'c- mginu ruit verschiedenen Gruppen von Heiligen und mit RlIFSUfV Willen Figuren geschmülst, und obgleich diese Bilder auf dlß V01!