Julius Engen. vorstehenden Erklärungen sind eine sehätzbare Zugabe des 'Wer- lces. Das Titelblatt (L) und das Kupfer II. enthalten Ansichten der Stadt Gelnhauscn, die letztere vom Weinberge aufgenommen. (Ein sehr gelungenes Blatt.) Die Iiupfer III. VII. enthalten die Peterskirche, die Iiupfer VIII. XV. die Pfarrhirche, deren Erbauung in das dreizehnte Jahrhundert fällt. Sowohl das Aeus- sere, als Innere dieser Iiirche lSlI mit ungewöhnlicher Sorgsamlaeit behandelt, und der Verfasser gibt auch eine unterrichtende Beschrei- bung derselben mit ihren Merkwürdigkeiten. Die lTafcln XVI. XVlI. umfassen das heilige Grab, ein kleines im maurischen Slyl erbautes interessantes Gebäude, das seine Benennung der Aehnlichheit mit dem angeblichen Grabe Christi in Palästina verdankt. Dieses heilige Grab stand noch im Jahre 1825, wurde aber leider bald nachher zur Erweiterung der Leipziger Poststrasse abgebrochen. Beim Abbruch dieses Gebäudes, dessen Grundstein mit der Jahr- zahl 1490 bezeichnet war, fand sich im Innern des ausgehöhlten Grundstein ein gliisernes Gefiisschen, und die chemische Untersu- chung der Flüssigkeit in demselben erklärte dieselbe für NVasscr aus dem Jordan. Vielleicht war dies Gebäude eine Todtenl-tapelle, oder, wie der Verfasser vermuthet, das Privatbegräbniss irgend ei- nes begiiterten, Ritters der Burgxnannschaft zu Gclnhausen, der es nach seiner glücklichen Wiederkehr von" einer VVallfahrt nach Pala- stina erbaute. Die liupfertafeln XVIII. XXI. umfassen den in den ersten Jahren des zwölften Jahrhunderts erbauten Ballast Fried- rich's I. (Barbarossa), von welchem Dr. Bernhard Hundeshagen eine ausführliche, trelfliche, in NIainz herausgelsommcue Beschrei- bung geliefert hat. Das XXII. Iiupier stellt die Gela- oder Gisln- Kapelle dar. Diese naht ihrem gänzlichen Verfalle. Das XXIII. lin- pfer stellt den Lambertus-Bruiineu, und das XXIV. ein altes Gebäude am obern Marht zu Gelnhnuseiiwdari Alle Blätter sind sehr sorg- fältig und sauber ausgeführt, ik-fe nordöstliche Ansicht der Pfarr- kirche, die innere Ansicht dieser Iiirchc, die Reste des Pnllastes Friedriclfs I., der Blick auf die Trümmer dieses Pallastes und die alte Burghapelle zeichnen sich vorzüglich aus. Diess Wenige mag hinreichen umliunstfreundc auf dieses trefiliche Werk aufmerhsanl zu machen. Im Jahre 1851 wurde Ruhl von dem Churprinzen Mitregenten nach Cassel berufen, um daselbst die Leitung des Llufbauwesens zu übernehmen, dem er nunmehr als Ilolbau-Direlator versteht. Von dieser Zeit an trat Kuh] in einen, seinem Talente angemesse- nen, ausgedehnteren YVirlsungskreis. Es wurde damals ein neues Ständehaus gebaut, und RuhPs Plan erhielt vor jenen aller Con- currenten die Genehmigung. Dieser prächtige Bau, im Style des mimischen Cinquecentu, wurde unter ltlitwirliung des geheimen Qber-Baurxithes lindolph 1850 vollendet. Huhl brachte damit auch die Erweiterung der [Residenz in Verbindung, und fertigte auf Be- fvhl seines Bürsten mehrere Pläne eines neu zu erbanunden Schlos- SFS- In dem bezeichneten Jahre unternahm er clesswegen sogar eine zweite Reise nach Italien. Nach seiner Biiehlsehr fertigte er llßll Plan zur Faeade der neuen Cavallcrie-Casernc. Auch den Plan zu einer neuen liirche in tslanau machte er in jener Zeit. Die- fCS Gebäude, im mittelalterlichdtalienischei: Style erbaut, steht jetzt vollendet da. Ein Werk von Agrossartigeil Dimensionen ist sein Plan zur Anlage des Curortes Neuheim bei Friedberg, welcher 1840 von dem Chur-Prinzen geuehxniget wurde. In diesem Jahre un- ternahm Ritter Ruhl mit seinem Bruder Sig. Ludwig eine dritte Reise nach Itcilien, wobei die Fortsetzung der früheren Studien