Rubens , Peter Paul. Ausbildung seines Sohne! gethan, anfadankbarsta vdrpflichtet. Auch mit dem Schwager seiner Frau, dem Ileinrich Brandt, lebto er im freundschaftlichsten Verhältnisse. In den späteren Jahren seines Wirkens häuften sich seine Auf- träge immer mehr, da die bedeutendsten Fürsten von Europa Werke von seiner Hand haben wollten. Er konnte jetzt in den meisten Fällen nur noch die Slsizzen selbst machen, die Ausführung im Grossen aber musste er seinen Schülern überlassen, und nur Ein. zelnesj, besonders die Haupttheile über-ging er bisweilen. Bilder, welche Männer wie _van Dyck. Soutman, van Hoech. Diepenbeek, van Thuldeu die Figuren, Wildens oder van Uden das Landschaft- liche. Snyers die Thiere und andere Beiiwerke ausgeführt hatten, mussten! indessen meist sehr vortrefflich ausfallen, niemals, aber konnten sie den Geist und die Gleichlörmiglseit des Gusses erhal- ten als die Bilder, welche Rubens selbst und allein gemalt hatte. Rubens lebte jetzt nur für seine Studien, für seine Iiunst und für seine Freunde, baldin der Stadt, bald auf seinem schütten Land- sitze Steen. Seit dein Jahre 1655 sah er sich aber durch häufige Giehtanfälle geniithiget, der eigenen Ausführung von grösseren Ar- beiten grösstentheils zu entsagen. Von dieser Zeit aumalte er da- her nur mehr StalTeleibilder und zwar meistens Landschaften. S0 zng er sich auch von allen anderen Geschäften zurück, und brach seine manniglaltigei] Verbindungen und seine weitläufige Currespundenz ab. Nur für Kunst und Wissenschaft blieb sein Interesse unge- schwäcbt, wie dies mehrere Briefe aus seinen letzen Jahren bezeu- jgen, so wie der lebhafte Umgang, dener Vfortwährendmit Künst- ern und Gelehrten pflog. "unter denen _er Caspar Gevaerts beson- ders hoch schätzte. Dieser hatte auch vielen Antheil an den alle- gorischen Vorstellungen auf den Triumphbiigen, die den Einzug des Cardinal-lnfante-n, Bruder Philipps-IV" in Antwerpen verherr- lichten, und wozuliuhens auf Bitten desdVIagistrats die Zeich- nungen machte. Diese erschienen 16351u Antwerpen in einem liupfersverhe unter-dem- Titel: Triumphus Austriacus etc. mit 43 Blättern und einem gelehrten Text von Gevaerts. Nichts aber er- weckt einen so vortheilbaften Begriff von eder Bildung und dem Charakter von Rubens als sein Verhalten gegen andere liiinstler zu einer Zeit, da, er nicht allein durclrseine Iiunst, sondern durch seinen grossen Beichthum und durch" seine bedeutenden Verbin- dungen eine höchst ehrenvolle "und angesehene Stellung trinnahm. Sein Haus stand zu jeder" Zeit, auch während er arbeitete, den Künstlern offen, die von i_h_m Ratb und Hülle" verlangten. Obgleich er sonst sehr wenig Besuche machte, war er immer dazu bereit, wenn es galt, dielArbeit eines Künstlers einzusehen, woriiber er dann gründlich seine Meinung sagte, bisweilen selbst Hand an- legte. Fast an jedem Bilde wusste er etwas Gutes zu entdecken. und es machte ihm. eine wahre Freude, die Verdienste jedes Iiünst- lers anzuerkennen, und bei jeder Gelegenheit hervorzuheben. Er besuchte die geschicktesten Künstler jener Zeit in Holland, z. B. den Abraham Bloemaert, Poelenburg, und lobte" jeden "auf eine an- gemessene Weise, ja bei dem letzteren; bestellte aer" einige Bilder. Eben so würdig als klug ist die Weise, init welcher er sich'.gegen seine Feinde und Neider betrug. Die Schmähultg des MalcrslRom- bouts widerlegte er mit seinem lMeisterwerlse der Iireuzäbnahnte im Dome zu Antwerpen, und liess ihm selbst iVi-rdiensteaifgedei. hen. Dem Maler Abraham Janssens, Welcher ihn aurfurderte, mit ihm- ein Bild im Wettstreit zu malen, und alle liennei entscheiden zulassen, antwortete er, dass dieser unuöthig seil, indetn erzschon