Pleydenwurf, WVilhelm. 413 seiner Thiitigkeit spricht aber ein für jene Zeit höchst bedeutendes Werk, die Schedefsclie Chronili, die in lateinischer um] deutscher Ausgabe vorliegt mit Formschnitten von Ifleydenwurf und Vvolge- mut und ihrer Schule. Die erste vollstandigere lateinische Ausgabe hat den Titel: Registruin hujus operis libri cronicarum cum {ign- ris et yinaginibus ab inicio inundi. Am Schlusse steht: Adest nunc stiidiose lector iinis libri Cronicarum per viam epithu- matis et breuiarii compilati opus qdem preclaruin , et a doctissiino quoq comparanduin. Continet ein gesta etc. - Ad intuitü autem et preses prouidorü ciuiü Sebaldi Schreyer et Sehastiani Iiaxner- maister hunc librum dominus Anthonnius Iioberger Nurimberge im- prcssit. Adhibitis tnmen viris inathcmaticis pingendiq. arte peritis- siniis. Michaele wolgeniut et wilhelrno Pleydenwurf quorü solerti accratissimaq. aniinaduersione tum civitatum tum illustrium virorum figure inserte sunt. Consuinmatiü autern dundecima mensis July. Anno salutis nrä 1493. Die deutsche Ausgabe ist betitelt: Register des Buchs der Cronilsen und geschichten mit Iigurn und pildnussen von anbeginn der welt bis auf dise unsere Zeit. Am Schluss: hie ist entlich beschlossen das buch der Croniken und gedechtnuss wirdigcrn geschichtö vö anbegynn der Welt bis auf dise unsere zeit vö hochgelertö niannä in latein miegrossem Fleiss und rechtferti- gung versammelt, und durch Georgium alten ausszugsweise in diss tcutsch gebracht, und darnach durch den erbern und acht- pern Anthonien Iioberger daselbst zu Nürmberg gedruckt. ._i und auch mit anhangung Michael vgvolgemuth und Wilhelm pley- denwurlfs inaler daselbst auch mitburger die diss Werk mit figuren werlilich geziert haben. Vobracht anii 25. tag. des moiiats Decembris Nach der gepurt Christi iinssers heylands 1495. jar. Diese beiden Ausgaben bezeugen PleydenwurPs und Wohlge- uiuth's Theilnahme an der technischen Ausführung des Werkes, indem man am Schluss: deutlich liest: dass M. Wolgemuth und W. Pleydenwurf maler „diss werk mit figuren werlilich geziert haben." Aus dem Worte "werhlich" schliesst B. v. Ruinohr (zur Gech. und Theorie der Forsch._S. 80) vor allen auf eine eigenhän. dige Thcilnahme am Forriisclimlte, und behauptet ferner, das; im- ter den Gehülfen und Schülern auch der junge Dürer gewesen, Einige frühere Schriftsteller glaubten, dass Wohlgemuth und Pley- denwurf nur die Zeichnungen gefertigt haben, v. Muri- aber _(Journal II. 132) legt dem Pleydenivurf nur die Holzschnitte bei. Auch Duppelmayr lässt den Wohlgemuth nur als Zeichner auftreten, und Heinecke (N. Nachrichten 150) scheint zu glauben, dass von Pley- deiiwurf zunächst nur die Bildnisse von Juristen herruhren. Wenn Rost in seinem Handbuch von Hupferstictien der SchedeYsclien Chronik spricht, so ist er im lrrthume. In Zeichnung und Formschnitt gehören dann diesen Künstlern und ihrer Schule wohl noch mehrere andere Werke aus der Offizin des Ant. Iiobui-ger an, wie die Bibel unter dem Titel: Das Durch- lauchtigste Werk der ganzen heiligen Geschrift, genannt dy Bibel. Am Ende: gedruckt durch Antuniuin Iioburger. 411 der Loblichen K. B. St. Nurenberg 1485. Man findet davon Exemplare mit aus- gemalten Holzschnitten und vergoldeten Anfangsbuchstaben. Per. ner: Passional, das ist der Heiligen Leben. Arii Ende: ist gebe- drucht diss Passional durch Ant. lioberger Nurßlllberg- 1488. Christ glaubte diesem Künstler auch alte Iiupfcrstiche_zuschrei- ben zu müssen, welche Bartscli P. gr. VI- 509-_11mß_1'_ die Blätter unbekannter Meister zählt. Sie tragen nur die Initialen P W., was nach ChristW.Pleydeiiwurt' bedeuten soll; aile in die Sache be.