252 Pinzza , Albert. Mart. und: Piazza iCallisto. und zwei kleine Engel verehren. Im Buschwerk wandelt Joseph. Im landscharftlicluen Hintergrumle ist die Verlsüxldigung an iie Hir- ten. Irrig wird das Bild öfters-dem Marco da Oggione zugeschrie- bqn, obgleich es nicht 1m (Geringsten an die Schule kles Leonardo ennnert. .1 ; . J Piazza, Calhsto, Maler, der Sohn des Martina Piazza deÜToc- cagni; gewöhnlich Callisto da Lodi genannftiß-woher er stammt, und nicht von" Brescia, wie Bidolfi angibt, ein Schriftsteller, der die- sen liünstler nicht nach Verdiensßgewürdigthat, da er blus sein gutes Celurit in Wand- und Leirn-Farben-Malerei lobt. Auch Orlandi; und nach ihm Lanzi, lassen den Callisto aus 'l.'itian's V Schuleihervbrgehen. Schorn bemerkt aberfim Kunstblattei1825 Nrn. 1,- dasser an Adel der Gestalten, und des Ausdruckes , dem Rafael näher trete. Nähere Auskunft, alslLanzi und andere itali- enische Schriftsteller, gibt Passavant. liunstblatt 1838 Nro- 75, und dieser Schriftsteller ersah, dass Callisto in jüngern Jahren der Art und Weise seines Vaters gefolgt sei, was die Tafel zu beweisen scheint, welche im Dome zu Lodi, auf dem Altare des heil. Bavu aufgestellt ist. Sie ent-hiiltnz-weirnal drei Abtheilungen. und zeigt im untern..lVlittelbild die Darstellung des Iiinddrmordes, im ubern ; die Madonna und Heilige zu den Seiten. Dass dieses Bild wirklich v- von Callisto" herrühre, ist indessen zweifelhaft; -Pas'savant schien es vielmehr die Darstellungsweise des ältern Piazza zu verrathen. Breiter in. der Behandlung sind zwei Bilder vontCallistu zu Bres- cia. Das eine in der Salsristei von S. Clemenle ist in Wasser- Farbe aufLeinwand gemalt, und stellt die Geburt Christi dar, bezeichnet: Calixtus Landensis feciebat 1524, woraus wir zugleich auf die frühere Zeit des Künstlers schliessen können. Grossartig in der Anlagen-aber unbedeutendiin den .Characteren, ist das Oelgemaelde der Heimsuchung auf dem Hauptaltare der _Iiirche S. Dlaria di Calchera daselbst. Nach Passavant kann man zwar darin ein gewisses Streben nach Grandiositiit nicht verkennen, allein dem Meister fehlte es an Tiefe des Gemülhs, und an Gründ- lichkeit. in seiner künstlerischen Ausbildung. Gleich dem vorher- Igehenden, ist das Bild mit seinem Namen und der Jahrzabl.1525 bezeichnet. . L Diesem Mangel nachzuhelfen, und gegriindet-eren Ruhm zu er- werben, scheint Callisto erst nach dieser _Zeit, nach Venedig gegan- gen zu seyn. Passavant fand dieses nicht nur aus einigen sei- ner spätem Werke, sonderiraueh durch eine Notiz des Albertino Piazza bestätiget, welche dieser m einen ihm gehörenden Band der Gedichte des Petrarca geschrieben, undnaeh welcher er seinen Neffen zur Iiörderung 1n dessen liuust nach Venedig gesendet, ob- gleich derselbe sich als Maler schon hervurgethun hatte, Das ause gezcichnetste Werh des Callxsto, in welchem der Einfluss der Ve- netianer, besonders C165 Glorg-iune, unverkennbar ist, findet sich in der Parochiallsirchß 111 Codogno. Das Altarbild stellt die Him- melfahrt Maria dar, und Zeigt in dem unteren Theil , neben den in verschiedenen Gruppe? Vertheilten Aposteln, links den lsnieen- den Donator, Ercole Trlvulzi, von Johannes dem Täufer empfoh- len, und rechts seine Üftmahlin mit der bei ihr stehenden Cathw rina von Alexandljlßn- Die allgemeine Haltung des Bildes ist seil? großartig, die einzelnen Gruppen sind analerisch vertheilt; die Färbung ist sehr tief, in der Carnation lebhaft mit duuhelbraw l nen Schatten; das tüchtige Machwerk, namentlich in den Portrait" iiguren. erinnert sehr an die Art des Giurgione. Passuvant laenni