Penni, Gianfrancesco. 79 von Monte Luce zierte, undjetzt in der Gallerie des Vatikan: auf- gestellt ist. Rafael hatte dessen Ausführung schon 1505 iihemum- mcn, allein erst dieEi-ben des liiinstlers, Giulio Rmnnno und Francesco Penni, kamen der Verpflichtung nach. Man erklärte die- ses Gemälde ehemals so ziemlichals Origiualwerk IlafacPs, und Spiiterhin, als ihm dieser lluhxn streitig gemacht wurde, suchte man ihm-wenigstens die Zeichnung beizulegen. Jetzt ist man zu der Ansicht gelangt, dass höchstens zu dem oberen Theile, wo Christus und Maria auf Wolken lhronen, eine Zeichnung RafaePs benutzt werden sei. Diese bessere Hälfte des Bildes schreibt man dem G. Romano zu, die untere, wo die Jünger um das offene Grab der Jungfmu versammelt sind, dem F. Penni, der aber hier nicht zu loben wäre, da das Bild ebenso schwach in der Compu- sition, wie in der Ausfiihrungist. Dass indessen die genannten zveei Künstler die Assunta von Monte Luce 1525 vollendet haben, beweisen auch die Worte einer Handschrift des P. Timoteo Butto- nio, welcher deutlich sagt, dass diese schöne Tafel von G. Romano und F. Penni, il Fattore, sei, ohne zu bemerken, nach welcher Zeichnung. S. hierüber Dr. Gaye im Bunstblattc 1'855 N0. 54, wobei aber zu bemerken ist, dass anderivärts der Antheil, welchen Penni an dem Bild hat, richtiger bestimmt wird. Dann finden sich auch noch andere Bilder, welche Penni theill nach Zeichnungen, theils nach Gemälden RafaePs in Oel _aus- führte; im Ganzen sind aber seine Werke selten. So halten Einige die Madonna del passeggio, welche aus der Gallerie Orleans in die StafTord-Gallerie zu London iiberging, für sein VVerk. Frü- her hatte die Königin Christine von Schweden das Bild. Es ist diess eine in mehreren Wiederholungen vorkommende liebliche Composition: Maria mit dem Iiinrle in einer Landschaft lustwan- delnd, mit dem kleinen Johannes, welcher im Begriffe ist, den Gespielen zu kiissen. Graf von Pembroke hat die anziehende, öf- ter vorkommende Composition Rafaefs, in welcher Maria sich zu dem mit einem Lamme spielenden Binde herabneigt, ein kleines, noch in alter Technik, und von Penni gemaltes Bild, wie Dr. Waagen II. 285 behauptet. Dann copirte F. Penni auch das von Rafael gemalte Bild der Grablegung Christi, welches in neuerer Zeit der Minister von Humboldt erwarb. Eine andere berühmte Copie ist jene von Ba- fael's Transfiguration, welche er mit seinem Schwager Perin del Vage malte. Dieses Bild wurde später in S. .Spirito degli Incura- bili zu Neapel aufgestellt, bis es der Vicekönig Don Pietro Anto- nio d'Aragonia gekauft und fortgeschadt hatte. Gegenwärtig be- findet sich dieses VVerk in der Gallerie Sciarra Colonna zu Rom. Zu Neapel sieht man gegenwärtig im königl. Museum noch einige Bilder von Fattore, welche nach Dr. Iiugler, Gesch. d. M. I. 275, einen schlichten, aber wenig tiefen Meister der römischen Schule erkennen lassen. Im Auslande sind die Gemälde des, Fattore noch seltener, als in Italien. Die berühmten Pinahotheken zu München und Berlin be- sitzen keines; in der hönigl. Gallerie zu Dresden werden ihm aber Zwei zugeschrieben: der Erzengßl MiChel, W19 91' den Satan in den Flammenpfuhl stürzt, und St. Georg im Iiampfe mit dem Um. Chen. Das erstere dieser Gemälde ist jedenfalls zweifelhaft. Rafael Sanzio setzte bei seinem Tode seinen Fatlore und den Giuliu Romano zu Erben ein, so wie er denn allen seinen Schü- lem den gemeinsamen Erbtheil seiner Kunst überlassen hatte.