grossen Vortheil für sich hatte, dass er selbst vollkommen nach dem Leben zeichnete. Er malte vor dem Stiche viele Bildnisse in Pastell; jenes des Iiiinigs Ludwigs XIV. zeichnete und stach er etliche zivanzigmal, und darin bemerkt man von Jahr zu Jahr die feinsten Nuancen des steigenden Alters. Der König. war dem Künstler auch in Gnaden gewogen, und schuf, ihn zu lohnen, die neue Stelle eines königlichen Cabinetszeicliners und Iiiipferste- chcrs. im Jahre 1660 erhielt er von diesem Monarchen das be- rühmte aus St. Jean de -Luz datirte. lidilit, _in welchem die Gra- vii-liunst in Frankreich zuerst für, eine freie Kunst erklärt wird. B. Nanteuil hintei-liess zahlreiche Werke, fast lauter" Bildnisse, und obgleich er nur Köpfe, ohne Hände und Beiwerlie, stach, so gebührt ihm doch einer der ersten Plätze unter den Bildnissste- chern. Die meisten seiner Portraitesirid in natürlicher Grösse aus- geführt. Er ergriff die Manier des C. Mellaii, aber nicht, um damit Aufsehen zu erregen, sondern _i.im in seiner Iinnst wirklich Ausgezeichnetes zu leisten. _Wührencl lener mit einer einzigen Spi- ralliiiie Höpfe stach, und diese Virtuosität zur Schau trug, bediente sich Nanteuil einer ganz einfachen Lage von Linien, die er an- schwellen und im leichten Punkte verschwimmen liess, .wodurch er mit einfachen llllitteln eine grüssere Mannigfaltigkeit erreichte, als Mellan. Nanteuil hat demnach das grosse Verdienst, durch Ein- fachheit die Stichmavnier veredelt, und ihre verständige Anwendung gezeigt zu haben. Dieser Künstler gilt als Muster einer anspruch- losen Arbeit mit hoher Vollendung verbunden, sowohl im histori- schen Fache, als besonders im Bildnisse. In seinen Portraiten ist liraft und Farbe, sie sind sehr ansprechend und lebendig, aus- nehmend weich und zart gerundet. In allen seinen Blättern beur- kundet sich eine grusse Leichtigkeit der Behandlung, und eine Liebe zur Arbeit, die in keinem Theile errnüdete. Seine Taillen wechselte er, je nach den Umständen, verständig ab. Haare und Gewänder sticht er zwar auch gut, muss aber darin dein Edelink sowohl, als dem Massen den Vorzug überlassen. G. und B.Audran, A. Massun, P. van Schuppen, N. Regnesson, J. Langlois, J. Lenfant, L. Loiiibart, St. Picart haben Bildnisse nach ihm gesto- chen. G. Edelink stach sein eigenes Bildniss. Folgende Blätter sind von Nanteuil; die Bildnisse folgen nach dem Alphnbete der vorgestellten Personen: 1) Moses mit den Gesetztafeln, wiirdevolle halbeFigur. Un- ten: Le Sommaire de la Loy etc. Mit Dedication an Msr. Harley. Robert Nanteuil et Gerhard Eclelink sc. cum priv. 169g, s. gr. ful. Ein Hauptblatt, U11 spaitern guten Drucke mit Druuefs Adresse. 2) Die heil. Familie, nach C. Mellan, eine der ersten Platten des Künstlers, 1645 für seine oben erwähnte These gesto- chen, qu. fol. 5) Jesus Christus mit Dornen gekrönt, Büste im Oval, nach G. Reni 1655 gestochen, fol. Im ersten Drucke ist unten ein Wappen, itn zweiten die Inschrift: Bespice m faclem Christi tun. 4) Das Antlitz des Herrn, unten in vier Zeilen die Inschrift: Vera elligies etc., hoch fol. Man sagt, dass Nanteuil dieses Blatt mit einem zngeschlif- fegen Nagel gestochen habe. Sehr selten. 5) Die trauernde Madonna, Büste in Oval, nach Guido Beni.