cdlere Freundschaft. Auf solche Weise gin das Erworbene bald wieder zu Grunde, und Morland stürzte Sifäl in unerschwingliche Schulden, welche ihn 1800 in die liings Bench brachten. Er malte da während eines Zeitraumes von zwei Jahren eine unglaub- liche Menvefßilderj deren man einiwe Teniers vollkommen wür- dig hielt, tiso wie er denn selbst mich? selten der englische Teniers genannt wurde. Endlich wurde er wieder frei; allein die alte Ge- wohnheit hatte ihn nicht verlassen, und so musste er 1804 wieder in das Spunginghouse einziehen , das er nie mehr verliess; denn als der Künstler hier ein Gemälde vollenden wollte, wurde er vom Schlage berührt, und nach zehn Tagen war er eine Leiche. MorlancPs Gemälde bieten gewöhnlich Scenen des gemeinen Le- bens dar, Vorfälle in den Trinkgelagen, denen er beigewohnt hatte. Keiner malte je plumpere Bauern, besnffenere Matrosen, treuer-e Esel, fettere Schweine, als dieser Morland, wie seine Bio- graphen erzählen. lllerliwriirdig ist es. dass der Künstler bei sei- ner vollen Besolfenheit doch die Umgebung so meisterhaft und charakteristisch auffassen konnte. Sein Naturell scheint ihn zur niedrigsten Gesellschaft gezogen zu haben, wo er Nahrung für seine liunst fand, die sich selten über das gemeine Leben_ erhob. Als ihn daher einst ein Freund vergebens eine Stunde "der Schenke zu entziehen suchte, und ihn in seinem nüchternen Zustande fragte, wie es denn möglich sei, sich solcher Liebe zum gemeinen Vollae hinzugeben, zog Morland eine seiner besten Zeichnungen hervor, die "erede eine Scene 'ener besoffcnen und lärmenden Brüder mit alle: Accidenzien vorstvillte, und fragte den wohlmeinenden Freund, wie er denn solches finden könne, wenn er es nicht in Mitte der Gemeinheit suche? Diese Zeichnung war die Skizze zu einem sei- 'ner besten Bilder. Die 100 Gemälde, welche Morland in der ehe- maligen Poetengallerie zu Maclslin ausgestellt hatte, linllfiß 1805 ein Privatmann. Selbst in Gottes schöner freier Natur vergass er Kneipen nicht. Wenn er daher im Sommer, wie alljährlich es geschah, auf flerhlxisel Wight die schönsten Aussichten zeichnete, so suchte er e eic vvietlcr die cmcinstcn Alehäuser auf. um da von den Exctürsitrxicn auszuruhdgn. Das Leben des Künstlers ist in seines vertrauten Freundes W. Collinsfs Memoirs of a picture, 5 Voll. London 1305 beschrieben. Collings widerspricht, was J. Hasse] in den Memoirs of the life of the late George Morland, und Andere über ihn geschrieben, als verliiumderisch. Andere giaubtlenbdagegen, dass Morland CollingÄs Biographie kaum ver- dient xa e. Das. ähnlichste Bildniss des Künstlers soll jenes seyn, welches B. Müller gemalt und W. Ward gestochen hat. Da Murland der grösste 'I'rinker Englands war, su hat man auch sein Bildniss mit einem Glase in der Hand. Eine grosse Anzahl von Werken (iieses Künstlers wurden gesto- chen, meistens in Mezzutinto und in Punktirmanier. T. Gaugain stach zwei hübsche Pendnms: The lass of Living- stone und Ramsays songs, dann: How swcet is the love {hat mccts return. W. Bernard stach 1802 zwei Blätter: Sommer und Winter. Ein 1806 von Th. Wilson gestochenes Blatt hat die Aufschrift: A Series of Prints illustrative of a country iife, liy iilurland. Was VV- Ward, J. K. Smilh, J. W. HCyHOiIiS, T. Rowlandsun, E. Scott, G. Iieating, F. D. Suiron, B. Duterrcau, M. C. Prestcl nach ihm gestochen haben, in den Artikeln dieser liiinsller.