44 Meister , der , mit dem Namen Jesus Christus. Meister, der, mit dem Namen Jesus Christus (le maitre au nom du Jesus Christ), ein mittelmässiger Hupferstecher und liunst- händler, der zwischen den Jahren 1556 - 1572 mehrere ßliitter herausgegeben hat, die mit der Namens-Chittre Jesu Christi be- zeichnet sind. Der Name des Künstlers ist unbekannt, Bartsch glaubt aber, er könnte Renate geheissen haben, weil N0. 6 des Verzeichnisses mit: 3601113115 F- bezeichnet ist. Allein dieser Re- natus ist aller Wahrscheinlichkeit nach Reue Boivin, denn auf ei- nem Blatte einer Sammlung von grottesken Larven steht: Bßflil- U15 B- fCCIt (Reue Boivin fecit), und doch ist auch das Zeichen des Namens Jesu auf den Blättern. Es ist also glaublich, dass der Meister mit dem Namen Jesus Christus nur derjenige sei, der diese Blätter retouchirt und herausgegeben hat. Aulfallend ist es, dass er bei N0, 6 und 19 den Namen Benatus F. und Benatus B. fecit stehen liess, während die anderen Blätter nur sein Zeichen allein haben. Wahrscheinlich hat er auch die Blätter des Itene Boivin retouchirt, und wenn die andern sein eigenes Machwerls sind, so hat er keine grosse Iiunstfertigkeit bewiesen. Bartsch sagt, dass seine Blätter von 1561 - 1572 entstanden seien; dies ist nicht richtig, denn wir fanden in Duchesne Wßyage d'un Ino- phile p. 105 Blätter mit friihern Daten bezeichnet, die wir von No..20 an aufzählen. Bartsch, P. gr. XV. 512 5., beschreibt 18 Blätter von diesem Iiiinstler: 1) Die Verkündigung Mariä. Links unten das Zeichen und 1566. H. 12 Z. 6 L., Br. 9 Z. 3 L. 2) Die heil. Jungfrau mit dem Leichnam des göttlichen Sohnes auf dem Schoosse, die berühmte Pieta des Michel Angela. Rechts unten das Zeichen und MDLXXI. Im. Cartouchßl :1Vliehael Angelus Bonarotus floren. Dm. Petri. in Vatieano. Ex uno lapide. matrem ac. Iilium. Dlvlm- fecit- u. 1a z. 9 L., m. 10 z. 5) Scipio befiehlt seinen Soldaten, den um ihn versammelten Gefangenen die Freiheit zu geben. Seine Krieger escortiren sie zu Fuss und zu Pferde; nach G. Romano. Unten gegen die Mitte das Zeichen. H. 14 Z. 6 L., Br. 18 Z. 4) Pan am Baume sitzend, unterhält sich mit Pomona , die mit dem Fiillhorn auf den Schultern ihm zur Seite sitzt. Links neben ihr spielt Amor die Castagnetten. Zu den Fiissen Panls ist das Zeichen, und etwas ferner die Jahrzahl MDLXI. H. 9 Z. 7 L., Br. '8 Z. 2 L. Copie nach J. Bonasone , aber 'gegenseitig. Der Amor ist im Original rechts, und hinter ihm eine Terme. S) Diana. im Bade von Aktäon überrascht, was dieser mit Ilirschgeweihen hiissen muss. Im Rande: Nell eta sua piu verde e piu felice etc. Linlss unten das Zeichen und MDLVI. H. 11 z. 2 L. mit dem Rande, Br. 14 z. 10 L. Gegenseitige Copie nach einem Ungenannten aus der Schule Marc-Antonk, bei Bartsch XV. No. 10 p. 40- 6) Ein Alter im Iiinder-Rollwagen, begleitet von einem Iiinde in einer ähnlichen Maschine. Rechts oben: Anchora inparo; noch höher auf einem Täfelchen: Tam diu discenduin est quarn diu vivas. Links unten steht: B15 Pußrl 531153;