68 Meer , Jan VHTI der 2 de Jonge. ten, muss immerhin noch ein Schein von Wohlhabenheit da seyn, so dass die Geschichte von dem Elendc des liiinstlers nicht ganz richtig seyn dürfte. Allerdings muss auch nicht viel vorhanden ge- wesen seyn, da die Wittwe in der kürzesten Zeit damit fertig war. Schon im vorhergehenden Artikel haben wir die Vermnthung aufgestellt, dass dem altern Künstler (iiCSCSXNIIIIICIIS Werke bei- gelegt werden dürften, welche diesem jiingern angehören. Dein ältern schreibt man Seestiicke zu, auch Landschaften mit Thieren, die vielleicht alle dem Jungen angehören, da ihm die Geschichte ausdrücklich solche beilcgt, aber keine Mnrinen. Seine Lautlschaf- ten fanden Beifall, und tPArgensville meint sogar, dass er die Schaafe besser'als Bergheni und andere Holländer gemalt habe; nur sagt er dieses von dem älteren Johann, da er den Künstler 1690 sterben lässt. In seinen Werken offenbart sioh wirklich ein erfreuliches Stu- dium der Natur, und besonders glücklich war er in Auffassung friedlicher Zustände. Diese Bilder sind schön componirt und in einer schönen lVianier behandelt. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin sind drei Bilder von ihm, in denen nach Iingler (Besch. d. Gallerie S. 285) eine kühle landschaftliche.Stimmung herrscht, Welche man, besonders in der reich componirteil Landschaft, wo die 'l'hiere nur als Staffage erscheinen, mit der Richtung Sucht- leveifs vergleichen dürfte. Es finden sich von diesem Künstler auch Zeichnungen. Eine solche mit Schaafen in einer Landschaft, leicht colorirt und mit 1698 bezeichnet, ist bei lVeigel aufä Thlr. gewerthet. Die lircide- Zeichnung der St. Lorcnzkirche in lilarlem von 1704 kostet 5 Thlr. 16 gr. Bartsch hat 1805 nach seiner Zeichnung eine Gruppe von drei Schaafen geiitzt. Van der Meer de Jonge" hat auch Blätter radirt, seltene, aber vortreffliche WVerke. Bartsch, P. gr. I. 251 5., beschreibt fol- gende zwei: 1) Das liegende Schaaf, fast en face, mit den zwei Lämmern zur Linken liegend. Unten auf derselben Seite steht: J. v. der meer de junge f. 1635. H. 3 Z. g L. , Br. {t Z. 8 L. Es gibt auch Contredriicke, wo die Schrift verkehrt ist. 2) Das stehende Scbaaf, nach rechts gerichtet, mit den zwei Lämmern, von denen das eine an, das andere hinter der lYIutter liegt. Rechts des Blattes liegen zwei Hammel, alle in einer Landschaft mit zwei grossen Bäumen zur Linken. Am Rande links unten steht verlachrt geschrieben: J. v. der rneer de junge f. 1685. H. 6 Z. 1 L., Br. 7 Z. 2 L. Dieses Blatt ist äusserst selten, besonders im guten alten Drucke, mit bewunderungswiircligem Geschmack und Leich- tigkeit behandelt, doch hat das Wasser an ein Paar Stellen zu tief gefressen. Dieses Hauptblatt im alten Drucke ist bei Weigel auf 20 Thlr. gevverthet, im neuen Drucke kostet es 6 Thlr. , Bartsch hat diese beiden Blätter genau und in gleicher Grösse copirt, doch die Copie mit seinem Namen bezeich. net. Bartsch beschreibt auch einzig nur die erwähnten zwei Originalblätter, in [iuppreehfs Catalog der Sammlung des Freiherrn von Stengel II. S. 155 werden aber nachfolgende erwähnt: