lNlazzuoli , Francesco. 513 gio auf ihn äusserte, und dann seine dritte Weise, welche als Resultat seines Studiums nach Rafael zu betrachten ist. Schon in seinen früheren Werken ist die Form ausgebildet und die Malerei von grossei-Weiehheit, und ein Vorzug, den sie vor den späteren haben, ist der, dass sie in Form und Ausdruck nicht so allektirt erscheinen. Dass der Künstler ein grosses Talent besass, ist unliiugbar; doch überschritt er immer mehr die Schranken, innerhalb welcher der Genius seine grossen Vorgänger hielt. Mit einer seltenen Leich- tigkeit wandelte er den einmal gelassten Gedanken in ein Bild um, und kaum innerlich angeschaut, war schon das Bild in Zeichnung und Farben geschaffen. Sein Pinselstrich ist frei und entschieden, was Albani göttlich nennt, der versichert, diese unerreichbare Mei- sterschaft habe er nur durch grosse Uebung im Zeichnen erlangt. Indessen sind nicht alle seine Arbeiten gleich aufgetragen, von gleichem Fleisse undvoil grosser Wirkung; einige, mit Feuer und liralt entworfene tragen das Gepräge der Genialität, andere zeugen von Nachlässigkeit, welche sich nichtZeit nimmt, gehörig die Theile zu einem Ganzen zu ordnen und den Gedanken klar hinzustellen. Daher erkliirt sich das viele Skizzenhaftc dieses Mei- sters, wiihrend andere seiner Werke mit grosser Liebe ausgeführt sind, (lass man sie Correggio zugeschrieben hat, wie den Amor, der den Bogen bereitet, zu seinen Fiisscn zwei Kinder, von wel- chen das eine lacht und das andere weint. Dieses Bild wurde niehrinal wiederholt, so sehr gefiel es. Boschini schreibt diesen Cupido ohne VVidc-rrerle dem Correggio zu, so wie den Ganyined und die Leda, was nach ihm auch viele Andere behaupten. Die Gemälde dieses Künstlers sind selbst in Italien ziemlich sel- ten, besonders reiche und volle Compositionen. Als solche nennt Lanzi vor allen eine Darstellung der Bergpredigt an das Volk in einem Zimmer des Fürsten von Colorno, nach Lanzi ein wah- rer Edelstein. Seine Altarbilder sind wenig, und keines geschätz- ter, als die_ heil. Martha zu Bologna, ein figurenreichesßild, welches die Carracci studirten, und Guido aus lauter Bewunderung BafaePs heil. Cäcilia vorziehen wollte. Die Heilige, den Drachen zu ihren Fiisseii , kniet vor der heil. Jungfrau, und liebkoset das auf deren Schoosse sitzende Jesuskind. Dabei Sind 1111011 Sl- All- gustin und St. Hieronymus, der kniend ein Crucifiiebetrachtet. Dieses Bild war von 1529 bis 1796 in der Capelle Giusti in 8'. Margaretha zu Bologna, damals musste es aber nach Paris wan- dern. Nach Napoleon's Eutthronung kam es zuruck, und seit die- ser Zeit ist das Gemälde in der Pinakothek zu Bologna, wo man es wegender grossartigen, Correggidschen Figuren bewundert. In S. Petroino zu Bologna ist von ihm (nach Einigen das sehiitzbarste Werk) der hl. Rochus, welchen L, Carracci copirte. Im J. 1320 ent- deckte Gius. GnelIi zu Creinona auf einem Heuboden ein grosses Altarbild, welches die Madonna mit dem Iiinde in einer Nische darstellt, und auf den Stufen derselben vier Heilige. Das Kind hält einen Blumenstrauss (mazzolino). Das Ganze ist in der ersten Manier des Iiiinstlers ausgeführt, vor seiner Bekanntschaft mit Rafael. G. Beltrami hat das Bild erstanden. S. Kunstblatt 182,0 N0. Q7. Nicht gar selten sind Mazzolincfs kleinere Bilder, Bildnisse, ju- gendliche Köpfe und biblische Darstellungen, deren einige mehr. mal wiederholt wurden. Am häufigsten findet man U. L. F. mit dem göttlichen Knaben und Johannes, nebst der heil. Catharina, Nllglefs Iiünstler- Lex. VIII. Bd. 33