Blattioli Matthiolus , oder Ludovico- 453 huren, und in der erstem Zeit soll er die Schule des C. Gignani besucht heben. Die Malerei übte er indessen fast gar nicht, desto mehr aber fertigte er Zeichnungen, und zuletzt verlegte er sich ausschliesslich auf die Iiupfersteeherei. Er stand mit J. M. CrcsPi in freundschaftlicheni Verhältnisse, welcher ihn die Nadel führen lehrte, und dieser Meister erlaubte ihm sogar, auf einigen von dessen Stichen seinen Namen zu setzen, was in der Folge in Clas- sification beider YVerlie Schwierigkeit verursachte. Bartsch suchte sie zu Sondern, und dem Crespi die seinigen zu vindieiren. Indes- sen oilfenbaren MathiolPs Blätter kein glänzendes Genie; sie sind aber correlst in der Zeichnung, mit zierlicher, wenig geübter Na- del gefertiget. Sie sind mit dem vollen Namen des Künstlers, oder auch mit einem Monogramme bezeichnet, theils nach eigener Zeich- nung, theils nach fremden Meistern radirt. Er starb 1747- Bartsch P. gr. XIX. p. 559 H. beschreibt deren 140, es ist die- ses Verzeichniss aber nicht complet. 1) Die Flucht in Aegypten, nach L. Carracci, mit Dedicßtiün an Joseph Mazza. H. 9 Z., Br. 6 Z. 2 L. 2) Die Flucht in Aegyptexi. Lnd. Matthiolus In. f. Im Ge- sclnnaclte des C. lVlclla. H. Q Z. g L., Br. 6 Z. 6 L. 5) Der liintlerniord, {igurenreiche Composition, dieselbe Dar- stellung, welche J. M. Crespi gestochen hat, der Iiiinstler hat sie aber nicht mit dem Grabstichel vollendet. lVIan un- terscheidet diese Wiederholung von dem ersten Drucke der Platte CrespPs am zollgrossen Rande, wo man den Namen Lodovico liest, während das Blatt des Crespi nur die Sylbe Locl. zeigt. lllattioli soll die Rückseite der Platte Crespifs beniitzt haben. 4) Die Darstellung im Tempiel, nach P. Gilardi. Mit Dedica- tion an Marquis Cesari. H. 15 Z. 10 L., Br. 10 Z. 5) Ecee homu: Christus stehend mit gebundenen Händen, Copie von A. van Dyclüs Blatt: Lud. Matthiolns del. et fec. H. 6) Eccc homo, Oval. Antonius Van Dycls invenit et Pinxit Antverpiae 1716 Lndovieus Matthiolus acadeniicus ele- znentimxs f. H. 12 Z. 'Z L., Br. 10 Z- Ini ersten sehr seltenen Abdruck ohne die Jahrzalil 1716. Von Barlsch nicht erwähnt. 7) Christus am Kreuze: Priinogenitus mortuerum etc. 1751- H- 15 ZK? Br. 3 Z. 10 8) Die Auferstehung Christi, Repetition von CrespPs gleicher Darstellung und nach Crespi. Mattioli- ging nicht so sqrg- fiiltig zu Werke; das Kreuzpannier des Ileilandes ist bei 111,111 mit vier Knöpfen geziert, vorn fehlen die drei Steine, und in der Dedication liest man; V. S. gratlire, statt V. S- d" radire. In gleicher Griissc. 9) ger Leichnam des Herrn am Fusse des Kreuzes von Millflil, Magdalena und Johannes beweint, nach J. Bibern copirt. Der Name Guido steht irrig auf dem Blatte. H. 7 Z. 4 L-s Br. Z. 8 L. 10) Cllrigtus und die Samariterin, nach H. Carracci, 1721- H. 20 Z., Bin 15 Z. 6 L. 11) Die heil. Jungfrau mit dem Rinde in den Armen, Halbfigur, nach rechts sehend, nach Guido Ileni copirt. Durchmesser 5 Z- 5 L. 12) Dieselbe Darstellung von der Gegenseite. 1720. Üval- H- 3 Z. 6 L.. Br. 2 Z. 11 L.