'Muratti , Carlo.- 289 die damals mit ihren leichten Malereien grosse und kleine Räume bedeckten, wenigstens mittelbar Einhalt that. Sein mildexMGeist und die Lieblichkeit seiner Bilder hemmte denn doch die Ausschwei- fungen in der Hunst, wenn sie auch nicht durch ihn gefördert werden konnte, da er etwas Schwächliches und nur ein mässiges Talent hatte. Die Freundlichkeit seiner Bilder, und dass diese immer an etwas Besseres erinnern, als sie selbst sind.- erwarb ihm grossen und ausgebreiteten Beifall. So sagt v. Quandt, und jeden- falls hat Maratti mehr Gründlichkeit, als zu seiner Zeitgewöhxi- lieh war. Er machte eifrige Studien nach classischen Meistern und nach der Antike. Richardsunffraite etc. I. 105) beuaehrichtet, der Künstler habe einen antiken Kopf iiber zweihundert Mal nach e- zeichnet, und zuletzt eingestanden, dass er die thrtrelllickeitäes Originals niemals habe erreichen können. Und so erging es ihm auch mit Rafael; er hatte, wie A. Sacchi, grosse Verehrung fiir denselben, in seinen Werken findet sich aber keine Geistesver- wnndschaft mit jenem grosscn Meister. Am meisten nähert er sich unter den Künstlern der Carracciscben Schule dem Guido Reni. Er hatte ebenfalls zahlreiche Schüler, und seine Schule glänzte nach dem Tode des Hauptes fort, bis endlich Subleyras, Battuxxi ,und Mengs sie verdunkelten. Maratti hinterliess viele Werke, die grösste Anzahl aber ist in mässigem Formate. Die Wand- und grossräumige Malerei liebte er nicht. Die Kuppel des Domes in Urbinu enthielttseinu weit- läufigsten VVerke, die aber 4732 mit der Kuppel durch ein Erd- beben zu Grunde gingen. Die Skizzen sah Lanzi noch im Pal- laste Albani. Sehr gerne malte er die Madonna; mein-malen, wie Sie still betrachtend die heil. Schrift liest. In Rum sind noch meh- rere Bilder von ihm; in St. hflaria degli Angcli sieht man dasOel gemälde der 'I'aufe Christi, welche für die St. Peterskirche in M0 saik gesetzt wurde; in der Jesnskirtfhc ist ein geschütztes Bild des heil. Xaverius; aufMonte Caßllt) das Ffßäßübilfl. der Anbetun der Hirten, dieselbe Coinpusition, welche in der Eremitage in 0a? ge- malt zu sehen, und im Louvre als Skizze; St. Carl, in dessen Kirche all Curso, so wie die Taufe, ein ungewöhnlich grosses Bild; der heil. Stanislaus liustlta, am Altare, wu seine Asche aufbewahrt wird, ein lieblicbes Bild; in der Ghiesa nuova St. Curl und Ignaz, vun Mengs bewundert; in S. Nlaria del Pupulu die Empfängnis: der Maria, und andere Gemälde sind in lliiusern und Pallästen. Auch ausserhalb des liirchenstaates finden sich solche; als herrlich preiset man die lYladunna in der Glorie in St. Agustiuo zu Siena; in der grossherzoglichen Iiapelle zu Florenz ist der heil. Andreas Cursini; bei den Philippincrn zu Furli der heil. Franz von SLtlBS, einesseiner iiberrlachtestezi Werke. ÄSeine Cupie der Schlacht Cun- vstantinls im Vatikan kam in den Besitz der Herren Mancinlbrßi zu Ancona. _Auch in auswärtigen Gallerien sind viele Bilder von Marattii Ei- nige der in England befindlichen schiitzbarcn Werke erwähnt Dr. Waagen (liunst und Künstler in England und Frankreich _etc.)i In der Gallerie zu Chiswik ist das Bildniss Clexnens XI. im Lehustuhle, ein vortiigliches Werk dieses _in (lieser Gattung seltenen Meisters, von guter Anordnung, lebendigen Zügen Und sehr fleissiger Aus- führung, im Hauptton nach Senner Weise etwas schwach. in Hulk- ham ist ein geistreiches dramatisches Bild der Judith, wie wenige dieses Meisters; dann in der Sammlung zu Lutrmhouse ein ange- mein gefälliger) Bild der heil. Familie, tleissig, wahr und klar vun Farbe, wie Dr. Waagen versichert. In der Gallerie Orleans, die NaglerÄs Künstler-Lax. Bd. VIII. '19