536 Lindenschmit, Wilhelm. nennt ihn daher auch (ierne den Seinen. Das Denkmal, welches er von 1329 51 der ation und dadurch auch sich gesetzt, hat F. Hohe lithographirt. In den Wintermonaten der bezeichneten Jahre fertigte Lindenschmit zwei grosse Zeichnungen in Tusch, von denen die eine Winltelried in der Sempacher Schlacht, und die Andere den Armin vorstellt, wie er das Volk zum IiauipFe ge- gen Rom aufruft. Im Jahre 1852 erhielt Lindenschmit den Auftrag, neben anderen Künstlern das Innere des Königsbaues bildlich auszuschmiicken. Dieses Prachtgebiiude bildet gleichsam eine Gallerie voll hoher und lieblicher Erinnerungen. Lindcnschmit malte im Schreibzimmer der Königin mit Folz die Bilder aus den Dichtungen Schillefs, jeder nach eigener Composition. Unser Iiünstler malte zwei Bildcnaus Wallenstein, zwei aus dem Trauerspiele Jungfrau von Orleans, eines aus Tell, zwei aus dem Bitter von Toggenburg, eines aus Fridolin, eines aus dem Gedichte „derHandschuh",'die Heimkehr vom Kampfe mit dem Drachen, Eberhard den Greiner, die Ver- söhnung Ludwvig's des Bayern mit Friedrich dem Schönen. Nach Vollendung dieser Arbeit malte Lindenschmit in der Log" gia der k. Pinakothek zwei Darstellungen aus dem Leben des Leo- nardo da Vinci, und dann wurde er nach Hohenschwangau beru- iufen, um in der altdeutschen Bin-ä des Kronprinzen Maximilian von Bayern einen neuen Bilder-Cic us zu beginnen, und diesen vollendete er iirglänzender Pracht. Im Zimmer links vom Schwa- nenrittersaale malte er in acht Bildern die Geschichte der Schyren, und in jenem rechts von diesem Saale stellte er Begebenheiten der Utugegend dar. Im ersten dieser Zimmer malte er den Sturm des Herzogs Luitpold auf das Lager der Normanen, an der Dyle bei Löwen 892; den Wettkampf des Herzogs Christoph mit dem pol- nischen Riesen Lubin 1475; Johann Aventin , bayr. Geschichsschrei- ber 1554; Herzog Ludwig, wie er in der Wassernoth vor Cairo das lireuzheer rettet, 1221; Herzog Ludwig, der Ludmilla von Bogen vor den gemalten Rittern die Ehe gelobend, 1204; die Ver- söhnung Ludvvig's des Bayern mit-e-lfriedrich dem Schönen, 1525; das Siegesmahl nach der Schlacht bei Ampling, 1522: jedem Mann ein Ei; dem frommen Schweppermann zwei; Otto von Vlfiuels- bach, wie er den Kaiser Friedrich I. in dem Aufruhr zu Rom schützt, 1155- In dem rechts gelegenen Zimmer malte Linden- schmit die Bestürmung des Klosters Bottenbuch durch Georg von Schwangau 1280; den Abschied Conradin's des Schwaben von sei- ner Mutter 1265; den Minnesänger Hilpolt von Schwangau; Kai- ser Lothar übergibt die Krone an den Wellen-Herzog Heinrich den Stolzen in Breitenwang 1137; Conrad von- Schwaben verwun- det nach Steingaden gebracht 1510; Lutlier's Flucht von Augsburg 1518; Kaiser Maximilianüi I. Unterredung mit Gayler von Baisers- berg zu Fiissen 1519. In zwei anderen Zimmern malte er die Geschichte der Hohen- staufen und der Welten. Im Zimmer der Hohcnstaufen sehen wir in bildlicher Darstellung den Sieg des Friedrich Barbarossa bei Iconium 1190; König Conradiu auf der Flucht von Frangipani ein- geholt 1268; Iiönig Enzio in der Gefangenschaft zu Bologna 1270; Friedrich II. empfängt die Schlüssel Jerusalems 1220; Friedrich Barbarossa demüthigt die empörten Mailänder 1162; Barbarossa's Untergang im Flusse Seleph 1190. Im Welten-Zimmer malte Lin- denschmit namentlich 'I'haten Heinrich des Löwen: dessen Sieg über die Slaven 1170; die Gründung Münchens 1172; des Her- zogs Empfang bei dem Sultan von lconium 1175; Barbarossa's Bitte