Licinio , Giovanni Antonio. 509 In Rom sind wenige WVex-ke von diesem grossen Meister. In der Sammlung des Cardinals Fesch sieht man ein ausgezeichnetes Bild, welches die heil. Jungfrau mit vier Iiirchenlehren] vorstellt. Im k. französischen Cabinete ist eine Darstellung des heil. Petrus und ein liildniss, von welchem Watelet sagt, dass sie allein hin- reichen, den freien Pinselstiich, den schönen Charakter seiner Zeichnung und die grosse Wirkung ljenncn zu lernen, welche die- ser Künstler in seine Gemälde zu bringen wusste. In England sind mehrere Bilder von Pordenone, deren Dr, W33. gen erwähnt: Im Schlosse zu Hamton-court ist das Bildniss des Malers um] seiner Familie, ein grosses, reiches Bild, edel und fein aufge- fasst. In der Bildersammlung des Sir Abraham Hume ist das Bildnis, eines Mannes mit aufgeschlagenem Notenbuch, höchst energisch. und grossartig in der Auffassung, bezeichnet: MDXXIIII. Anno Aetatis LV. P. Lycini P. Dieses Bild wird irrig fiir Luther gehal- ten. Das Bild eines aus einem Glase trinkenden Mannes mit der Fogliette ist durch die erstaunliche Lebendigkeit und die Sattiglaeit des warmen Tons von wunderbarem Reiz. Die Hände sind nur angelegt. Daselbst ist auch das Bildniss eines Mannes, welcher die Hände auf eine Brüstung legt, von feiner Auffassung, im hel- len, klaren Goldton. Im Staffordhousc ist die Ehebrecherin vor Christa, lebensgrosse Figuren. Der Christus zu Corahamhouse, der dem Pordenone beigelegt wird, scheint Waagen eher ein fleissiges Bild des Spagnoletto zu. seyn, und das dort hir Titian gehaltene Bild der Maria mit dem, Binde, welches die Monstranze hält, dabei Johannes mit dem Lamme und drei andern lebensgrossen Figuren, hält er fiir ein Hauptwerk Licinixfs. Es hat nicht die dem Titian eigene Iilarhei: des Tons, aber etwas Edleres in der Auffassung. In der Sammlung zu Alton Tower ist der Tod des Petrus Mar- tyr, durch Composition, Adel der Charaktere, Wärme des Tons sehr ausgezeichnet. In der Gallerie des Burleighhouse sieht man die Findung Mosi, mit lebensgrossen Figuren, ein Hauptveerkfordenonrfs, nach Waa- gen irrig denrTitian belgernessen. Die daselbst befindliche Anbe- tung der honxge hat ebenfalls lebensgrosse Figuren, ein reiches, ueßliches Bild, und Dr. Waagen glaubt, keine ihm bekannte andere Gallerie hat zwei solcheuwerke von Licinio aufzuweisen, Letzteres gilt in England xrrig fur Bassano. In der Sammlung Carl I, waren folgende Bilder: Salomon opfert den Göljzgn; Familiengemälde mit mehreren Figuren, vielleicht jenes in Hampton-cuurt; das Bildniss des Iiunstlers mit der Laute; ein berauschter Satyr tanzend, dabei ein junger Faun. In der in England verkauften Gallerie Orleans war IIerl-tules mit Antiius, und die Judith. Ersteres kann in den Besitz des Grafen Darnby, letzteres in jenen des Marquis v. Landsdowne, und gest. von Iietterlinusn Die Ehebrecherin vor Christus, aus derselben Gallerie, hat Marchand gestochen- In der k. Eremitage zu St. Petersburg ist die Ehebrecherin vor Christo, ein meisterhaftes Kniestiick; das Bildnxss eines Mannes, und ein Gemälde mit vier bildnissartig gehaltenen Brustbildern.