Laar oder Laer , van. Peter 221 hercn grossen Meister in Bom betraten. Sein Naturell führte ihn zu einer eigenen Art von Darstellung; mnntererLaune, wie er war, und ein Freund hurlesker Scherze, wählte er häufig comigchg Scenen zur malerischen Darstellung, und diese Bilder nannten die Römer Bambocciaden. Der Meister selbst erhielt den Beinamen „il ßamhoccio," wohl nur wegen der Spässe, die er i1n Leben, wie im Bilde liebte, und nicht so sehr nvegen seiner körperlichen llllissgestaltung, wie Einige meinen. Er war ein gutmiithiger Mensch, der gerne sich und anderen Freude gönnte, und gerade von keiner zu grossen Geistesstiirke, denn Sandrart sagt, _dass er durch Nach- sinnen gleich seinem Verstande zu viel aufgebürdet habe. Das Gleichgewicht stellte dann die Musik wieder her, und besonders -war es die Violine, mit welcher er die Grillen und Scrupel weg- spielte. Dabei muss er allerdings eine höchst komische Figur ge- spielt hzibcn; denn il Barnboccio hatte fast gar keinen Hals und der Unterleib war um ein Dritttheil griisser, als der obere. S0 konnte allerdings einmal der römische Thorwäehter glauben, es sei nur das Pferd mit angebundenen Stiefeln durch das Thor gekommen, den oben zusainmeugerlriickten Reiter bemerkte er nicht. Der Iiiixistler war aber allenthalben wohl gelitten, denn er war liehreich und freundlich, eine gutmüthige Seele, und mit besonderer Liebe erinnerte sich Sandrart seiner. Auch seine Bilder: komische Scenen jeder Art, Jagden, Scharmützel, Räuber, Marktplätze, Landschaf- ten mit Thieren u. s. w. waren sehr beliebt. Sie sind mit lteickem Pinsel ausgeführt, von glänzender Färbung und dabei auch correkt in der Zeichnung. Man betrachtete seine Possen mit Vergnügen, und selbst die grossartigen Compositionen der römischen Kunst- heroen wurden darüber vergessen. Desswegen ärgcrten sich Sacchi und Albani, wie aus ihren Briefen in der Felsina pittrice Il. 267. H. zu ersehen ist. Sie tadcln die römischen Grossen, dass sie den Bamboc- ciarden eines Teniers, Ostade und Laar in ihren Palliisten eine Stelle gönnten. Indessen erkcinnte Bamboccio selbst recht gut, dass er den Weg des guten Geschmackes verlassen hatte. Er SPflClllI dieses in einem Briefe 1666 an Hondekoeter aus, und darin sagt er, dass er dieses gethan habe, um der Critik und der adektirtcn Liebha- berei, die den Künstler meistens verhungern lasse, nicht mehr in liofiren. Bamboccio wurde bezahlt und geehrt. Seine Laune sagte vielen mehr zu, als der Ernst und die Strenge der friihern Kunst. Alles wiederholt sich; das alte Griechenland nennt uns lihyparogra- phen, und Rom schuf den Namen der Bamboceiaden. Nach 16 Jahren kehrte van Laar nach Amsterdam zurück, und von da an's begab er sich in der Folge nach Harlem. l-lier nahm SeineGesundheit immer mehr ab, und zuletzt verfiel der heitere, le- benslustige Bamboccid in eine finstere Schwermuth. Houbracken Will wissen, dass er aus Verdruss gestorben, weil man ihm Won- vermans verzog, und Andere behaupten, er hätte sich eines mit ande- ren _GßSellcn verübten Mordes wegen in einem Brunnen ertränkt. Bewmßß" ist keines von beiden. Sandrart sagt, sein Tod sei von alle" bflrßuert worden, und besonders hätten die Italiener und hlfderlifnder, welche sich hiiilfig in dergleichen Bambatschereien geübt 5'911 schmerzlich betroffen getiihlt. Ausser Sandrart erwähnen auch Lanzi und Passeri dieses liiinstiers mit Auszeichnung; Fio- rillo aber, ereifert sich, dass durch Bamboccio sich selbst Männer von Talent denölbigt sahen, den richtigen Wleg der Iiunst zu ver- lasse", und geschmackvolle Fratzen zu malen, weil eben diese 815558111 Anklang fanden. Bamboccio starb um 167i. B. Stegen- dael, C- Wäscher, Suyderhoef, P. C. Canot, J. Ossezibeck, J. van