Kupetzky , Johann. 215 Künstler an seinen Hof einlud. Doch Iiupetzlty machte davon hei- ncn Gebrauch, sondern bat nur um die Gnade, ihm und seiner Familie die Ausübung seiner Religion zu gestatten. Er War näm- lich ein eifriger Anhänger der Sekte der böhmischen Brüder, und hatte selbst seine Frau, die Tochter seines Meisters Klaus, bere- det, dieser Sekte beizutreten. Er hatte sie als armes Mädchen aus Achtung für den Vater geheirathet. was er aber bereute, da dieses böse Weib von schlechtem Charakter war. Dennoch sorgte er redlich für sie, in Wien, so wie später in Nürnberg. Diese Stadt betrachtete er als Zufluchtsort, weil ihm seine Neider in Wien beibrachten, man wolle ihn als Sehtirer dem geistlichen Gerichte übergeben, und so schichte er eilig seine Familie nach Nürnberg, und folgte selbst bald nach! Sein Ruf war ihmgefolgt und daher hatte er bald Ueberfluss an Bestellungen. Der Churfürst von Mainz, der Herzog von Gotha, der Markgraf von Ansbach und der Bischof von Würzburg luden ihn ein, um ihre Bildnisse zu malen, doch nirgends blieb er in die Länge. Irn Jahre 1753 wollte ihn die Königin von Dänemark an ihrem Hofe sehen, allein sein Alter erlaubte die Reise nicht, und als ihm zu jener Zeit auch sein hoffnungsüoller Sohn, Joh. Christian Friedrich, der schon malte, im 17. Jahre gestorben war, kam er fast von Sinnen. Endlich starb er am Podagra, und seine Leiche wurde ganz im Stillen zu Grabe getragen, weil die Geistlichkeit den böhmischen Bruder nicht als Glied der Kirche betrachtete. Indessen war Iiupetzky ein braver Mann. Er machte ein Testament zu Gunsten der Armen, der salzburgischen Emi- granten, und der Schulen in Nürnberg. Iiupetzky hat seinen Ruf namentlich als Portraitmaler gegründetl; er malte aber ueh Historien. Seine Bildnisse glaubten einige mit jenen Van Dks vergleichen zu dürfen, und Füssly meint gar, um sich einen egritf von Hnpetzkfs Hüpfen zumachen, müsse man die Stärke von Rubens, das Zarte und Geistige von Van Dyck und den Schatten und die Zauberei von Rembrandt sich vorstellen; ein Urtheil, das man wohl nicht unterschreiben wwirtlg Er besitzt indessen nicht gemeine Verdienste, besonders in getreuer Auffas- sung der Natur. Seine Itiüpfe sind ähnlich, und besgnders viel hielt er auf die Darstellung der Hiinde. Um die Drapeiie behüni- niertc er sich weniger. Seine Fnrbentinten sind übertrieben; er lasirte bis ins Unendliche. Viele seiner Bildnisse wurden gesto- chen: von Bause, J. J. Huid, A. und J. Schmuzer, G. M. Preiss- lcr,_ J. C. Vogel, B. Vogel, J. v. Iiauperz, P. Westermayer, J. Balzcr, E. Schadihauei- u. a. Eine bedeutende Anzahl solcher Bildnisse sind in einem eigenen Werke vereiniget, unter dem Ti- tel: Joannis Rupetzky, incomparabilis artificis imagines et yicturae üliquot antea arte quam vocant nigra aeri incisae, a Bern. Vo- geljo jam verd siiniliter continuatae opera et suruytibus V. D. Preis- leFl Chalcographi. Noriinb. 17-15. fol- .Dieser B. Vogel fertigte das Bllllüiss liupetzkjfs mit der Brille, seinen Solimdancben, sehr schön "l Scllablnanier, fol. Sehr selten ist jenes Folioblatt in schwar- zer Eiunsi. welches diesen Meister mit dem Damenbretspiel vor- Slellt- 3- 3- Haid stellte ihn mit Palette und Pinsel dar. Balzer SED- Staßh sein Bildniss für die Abbildungen böhmischer und mäh- rischer Gelehrten und Künstler. Rossbach stach ihu, wie 91' die Lauteßilleltwi l Elias Haid im Brustbild mit Halskragen. und J- S- 11cm"? Stach eine Medaille mit dem Bildnisse liupetzkyß. Auch sein von lllm selbst gemaltes Bildniss finde! Sißll noch; einmal bei Domherrn Speth in München_ Dann sind auch historische Blätter nach seinen Gemälden vor- handen, darunter eine Sammlung unter dem 'I'itel: Familie sacra,