war eben so wenig FOYdlUHDCPS eigentlicher Beruf, als Franz zum Kaufmann geboren war. Stets von dem wärmsten Iiuustgeliihle be- lebt, fand er sich ausser seinen künstlerischen Beschäftigungen nir- gends glücklich, nirgends zufrieden. Jeden Augenblick, den erseinen Zwangsgesehätten abniithigen konnte, verwendete er auf das Stu- dium seiner Iiunst, und brachte es in der Fertigkeit zu malen bald so weit, dass der Churfürst Iiarl. Theodor, Ferdinand's ver- fehlten Beruf erkennend, ihn bald seiner Dienste bei der Hofkain-_, mer entliess und mit einem grösseren Gehalte zu seinem ersten Babinets-Maler ernannte. So waren endlich beide Brüder auf der rechten Bahn begriffen, jeder in den seinen natürlichen Anlagen entsprechenden Wirkungskreis eingesetzt. Und nun unterstützte einer den andern mit Liebe und Eifer; wechselseitig theilten sie sich die Studien ihrer Naturbeobachtungen mit, so wie die Resul- tate ihrer Iinnstforschungen. Auf diese Art waren beide gleichsam ihre eigenen. Lehrer, doch jeder auf die ihm zukommende Weise. Franz Hobell hatte zwar, seinen Anlagen gemäss, zunächst das Fach der Landschaft ergriffen, doch besass er nicht minder für die Architektur ein hohes, ja ausserorclentliches Talent, auf deren Studium er einen ganz vorzüglichen Fleiss verwendete. Bei solchen genialen Kräften musste ihm auch dieses gelingen, und bald waren seine Fortschritte so glänzend, so ausgezeichnet und allgemein an- erkannt, dass der kunstbefrenndete Karl Theodor keinen Anstand nahm, ihn zu seiner hohem Ausbildung im Jahr 1776 mit einer Pension nach Italien zu schicken, wo er in ununterbrochenen Studien nach der Natur und den architektonischen Werken der Kunst bis zum Jahre 1785 verweilte, und dann nach München zu- riickkelirte, wohin indessen der Hof von Mannheim verlegt wer" den war. . Italiens grosse Natur überhaupt, ihr unerschöpfliclier Reichthuin, an Manniehfaltigkeit malerischer Ansichten, das Mächtige und Eigene in den Formen der Gebirgsmassen, die einfach grossen Linien, womit sich oft die Hintergründe sehliessen, und wieder deren sinuiges Spiel in durchkreuzender Bewegung zur Begränzuug der Vor- und Mittelgriinde, der eigene Charakter der darin an e- brachten, einzelnen oder in Gruppen zusammengestellten Gebäude, das Alles entging IiobelPs aufmerksamer Betrachtung keineswegs. Aber er sahdie Natur nicht allein, er verstand und fühlte sie auch vollkommen: er kopirte sie weniger im Einzelnen, zu diesem oder jenem Gebrauche; sein umfassender Geist fasste sie vielmehr in ihrer Totalitäit auf, nach ihrem ganzen Umfange und in der Man- niehfaltigkeit ihrer Charaktere. So war sie durch und durch das Eigenthum seiner Einbildungskraft geworden, welcher, gleich einem unerschöpflichen Born, eine unglaubliche Menge von Darstellungen mit grosser Leichtigkeit entquoll, worin man Claude Lorrain's sanf- tere Schilderungen, bald Poussiifs erhabene Scenen, bald Salvator Bosa's wilderen Naturgeist bewundert, doch weit von jedem Ver- dacht irgend einer Nachahmung, vielmehr auf eine nur ihm eigene Weise, wie sie ein jedes seiner Blätter deutlich bezeichnet. Aber vergebens sucht man in seinen Oelgemälden den Reichthum und die Mannichfaltigkeit seiner Phantasie. _Ihre Zahl ist äussergt ge- ring. In der k. Gallerie zu München ist nur eine felgige Land- schaft mit einem Wasserfalle und einige kleinere Bilder in Privat- saminlungen. Kobelhverschmähte den Pinsel, weil die technische Behandlung ihin zu viel Zeit raubte. Darum zog er die Feder vor, weil sie schneller dem Gange seiner Ideen folgte; leicht, h-ei und geistreich schrieb er damit die Gebilde seiner Phantasie nieder, und setzte sie dann mit Sepia oder Bister in die nöthige Haltung