Joseph Kapeller, Anton. 529 nach der Natur, die er manchmal in Farben j-iusfiihrte, und womit er grossen Beifall erhielt. In eben dieser Zeit 1st auch das schätz- bare Werk seiner Tiroler Trachten entstanden. Er hat sich da als Figui-eii- und als IiQIIdSChHflSZGiClIDEP gleich vorthellhaft ausgezeich- net. Unter seinemNachlasse befanden sich die Original-Zeichnungen, von ihm selbst mit grosser Sorgfalt und Vortrelllich in Aberli's lYlanier illuminirt. Er fing auch an, diese Trachten selbst in Kupfer zu stechen und ohne Colorirung in einer Art von Aquatinta her- auszugeben, wovon er einige Abdrücke, doch ohne die Platten, zurückgelassen hat. Sie sind später von J. Warnberger nach sei- nen Zeichnungen raclirt und illuminirt in dem privilegirten Kunst- und lndustrie-Coinptoir zu Wien in 24 Bl. erschienen. Diese Tiro- ler-Trachten sind noch immer unübertroffen geblieben, und an Iiunstwertli wohl auch nicht erreicht worden, nur muss man diese nicht nach den Augsburger Nachstichen beurtlieilen. Die Blätter der Original-Ausgabe sind auch besser colorirt, als die spätem. Hielier gehört noch ein vortreffliche: Blatt, einer-Gruppe vonlvier Tiroler Landesvertlieidigern, deren Compagnie Kapeller sich selbst anreihte. Es hat die Unterschrift: So zieht Edelmann, Bürger und Bauer für's Vaterland zu Felde. Unserer patriotischen Erzherzogin Elisabeth gewidmet 1796 von einem Tyroler Schützen. Diese: Blatt ist von Iiapeller erfunden, radirt und illumimrt. M i Im Jahre 1799 verehelichte er sich mit einem Fräulein v. Si ovsky, die selbst eine gute Zeichnerin und Miniaturnialerin war, und nahm seinen fernern Aufenthalt in Wien. Auf der Hinreise malte er in Passau das Portrait des dortigen Fürst-Bischofs. In Wien verband er sich mit seinem Freunde und Landsnianne Dr. Holer zur Gründung des bekannten Iiunst- und Industrie-Comp- toirs, das viel Gutes und Schönes zu Tage förderte, sich in der Folge aber als nicht rortheilliatte Speculation bewährte. Iiapeller gab vorzüglich die Auswahl der zu liefernden Iiunst- werke an, bestimmte die Künstler, durch die sie bearbeitet werden sollten und setzte fast alle damals in Wien lebenden Kupfer- stecher in beinahe allen Manieren zu gleicher Zeit in Beschäftigung. So entstand unter andern die Ausgabe. seiner Tiroler Trachten. Durch ihn erhielt damals auch ein junger hoffnungsvoller Künstler, und Wiens erster Hupferstecher, H. Rahl, Unterricht im" Kaufen- stechen, und eingereicht liapellern zur besondern Ehre, dieses Meisters Lehrer gewesen zu seyn. Letzterer stach zu dieser Zeit zwei Blätter nach Miniaturen von Kapeller, Unschuld und Tugend in der Unterschrift genannt. Ferner das Portrait des k. k. Generals Hray von demselben Künstler gemalt. Iiapeller fuhr ab_er auch selbt fort, sich in allen Zweigen derdiupferstecherkunst mit mehr oder weniger glücklichem Erfolg einzutiben, da er dies zur Beförderung der Zwecke der Gesellschaft sehr nöthig und wesentlich fand. Neben- her malte er viele Portraite in Oel und Miniatur, und auch in an- dern Manieren, alle vortrefflich, und einige wohl uniibertrelilicb, z. B. die Portraite des Generals Kray, des Adam Schmid, Eslieles,u.a. Im Jahre 1802 zog sich Ii. seiner schwankenden Gesundheit we: gen von der Gesellschaft zurück, und kaufte in der Einöde bel Grätz ein Landgut. Auch hier hat er vieles gemalt, hauptsiicllllch Pvrtraitc, unter denen jene des Grafen Altem und seiner G_ßmah' lin genannt zu werden verdienen. Den Winter brachte er 111 der Stadt zu. Aus dieser Zeit ist auch ein grusser Theil von Fach der Natur gezeichneten steyermärlsischen Gegenden. die: thßlls mehr, theils weniger ausgeführt, sich unter seinem Nachlässe befümlelh Seine Gesundheits-Umstände blieben auch ilfsteyermarlt Schwam lierid, und fiihrten endlich einen plötzlichen Tod herben Da! Naglefs Künstler- Lex. VI. Bd. 34