Iiess, Ernst Carl Christoph. M3 Gelehrten Deutschlands. Im Jahre 1791 Vßfllßifatllßtßi er sieh mit der jüngern Tochter seines vieljiihri cn Freundes, des Akademie. direktors lirahe; musste aber das Englück des Krieges 1792 in vollem Maase fühlen. Als wieder einige Ruhe zurückgekehrt war, unternahm er Arbeiten mit dem Grabstichel, worunter die heilige Familie nach Raphael sehr vielen Beifall erhielt. Hierauf unternahm er das berühmte jüngste Gericht nach Rubens in Kupfer zu ste- chen, kam aber erst nach 15 Jahren in München vollends damit zu Stande. Die Begierungsveränderung unterbrach ihn in dieser 'Ar- beit; die Gallerie und Akademie wurde 1806 von Dü55e]dorg' naeh München verlegt. Um diese Zeit wurde ihm der Stich des heili- gen Hieronymus übertragen, welches Gemälde damals von Würz- burg nach München versetzt worden war, und als ein Raphael galt. Später hat man sich überzeugt, dass es etwa von dem älteren Palma herrühren könnte. Nach Beendigung dieser Platte ging eine Reihe von Jahren mit kleinen Brodar eiten verloren, Ob"- gleich l-Iess dazwischen auch einige grüssere Werke, z. B. eine Madonna nach Carl_o Dolce, zwei Blätter nach Honthorst u. a. fertigte. Erst in seinem 65- Jahre begann er auf Anregung des Königs Maximilian die grosse Platte nach van Eyck, die heiligen drei Könige vorstellend. Kaum war nach vier Jahren das Werk vollendet, so fasste er den Vorsatz, das Bildniss Sr. Majestät des Königs Maximilian nach Stieler in Kupfer zu stechen, und dieses brachte er in seinem 72. Lebensjahre zu Stande. Das Bildniss ist in ganzer Figur, im Krönungsornate. Hier gelang es ihm ganz die edle Gestalt; wieder zu geben, mit den sprechenden Zugen jener angestammten Her- zensgüte, die im Leben die fortdauernde Liebe seines Volkes ge- wann. Die Figur tritt wie lebendig hervor; alles ist in durch- greifender Harmonie. Hier beabsichtigte der Iiunstler mehr das Wesentliche. Charakter und Farben zu geben, als durch Glanz des Grabstichels zu imponiren, so wie er nicht minder Wahrheit in den verschiedenartigen Stoffen mit glücklichem Erfolge zu er. reichen gesucht hat. i In Füsslfs Bünstlerlexikon ist unrichtig ein Peter l-Iess, der nicht mit ihm verwandt war, als dessen Bruder angegeben und er selbst unter den Namen Ernst Carl, und Ernst hristoph zwei- mal aufgeführt. 1) Christus im Tempel bei den Schriftlehi-ern, nach G, van Eckhout. H. 15 ZU Br. 12 z- Ö L- 2) Christus im Tempel, unter den Schriftlehrern, nach Rem- brandt, gr. fol. 5) Die Himmelfahrt Mariä, nach Guido Reni, 1791, Ein Haupt- blatt, H. 25 Z. 5 L., Br. 15 Z. 9 L. 4) Der Marktselireiei-(The Quack Docktor), nach Gerh. Dow. 1794, sehr gr. fol. Im ersten seltenen Abdrucke vor der Schrift, Gilt auf Auctionen immer 7-8 T111- 5) Iilllbenäfgift seiner Frau, nachRubens, ein Hauptblatt. Bei Wei- se 5 .3 6) Die llelllgß Familie, nach IiafaePs Bild in der Pinakothek 111 München, 1804- Ein Hauntblatt, kl. fol. Im ersten Drücke vor der Schrift. 7) Das letzte Gericht nach Rubens. II. 27 Z., Br. 19- Z- 10 L- Im ersten Drucke vor der Schrift. 8) St. Hieronymllß schreibend, nach Palma vecchio, früher für Rafael gehalten, gr- fßl. Im ersten Drucke vor der Schrift,