L04 Gdrard , Frangois. die Malerei, und daher ging er zu Brenet, einem mittelmässigen Maler, um sich derselben zu widmen. Doch bald verliess er auch Brenet und eilte in David's Werkstätte, der durch den glänzenden Erfolg seiner Horatier der Iiunst eine neue Bahn brach, und um welchen sich damals alle jungen hoffnungsvollen Künstler versam- meltenn wie Di'uais_, Girodet, Gros, Guörin, Fahre von Monpellier und Gcrard, der sich bald vonallen auszeiehncte. _Im Jahre 173g erhielt Gerard den zweiten Preis _der lVIaleral-iaclemie zu Wem, C111 wider seine Erwartung Thevenin den ersten gewann , doch sChrecli-qte ihiiI dieses! nicht ab, es init einem] zweiten Gemälde zu versuc en. {um icmnte er erst 1T 1 seien, er kehrte aber in demselben Jahre wieder nach Paris Qzuriick, weil ihm bei liin- garen-i Aufenthalte die Gefahr drohte, auf die Emigranten-Liste gesetzt zu werden. Bei seiner Ankunft fand er die Revolution in vollem Ansbruche, und die geringen Einkünfte seiner Familie wa- ren zu nichts herabgcsunlicn. Seine lWIutter, eine Italienerin, war unterdessemgestorben , und es blieb ihm plötzlich, ohne alle I-liilfs- qnittel, die Sorge fiir die Erziehung zweier Briider und einer jungen ätante, seiner Mutternschwester, die er bald darauf heirathete. In (ieser verhän nissvo en Zeit erschien iim Dido als rettender Engel. Die äebriider Didot unternahmen näinlidh damals ihre herrliche Ausgabe des Virgil, des Racine, jene von Daphnis und Chloe; und sie wandten sich an David, um die Zeichnung zum Virgil zu erhalten. Dieser empfahl ihnen Gärard und Girodet, welche die Zeichnungen zur Zufriedenheit ausfiihrten, und dadurch gegen Mangel und Entbehrung Schutz fanden. So beschäftigte er sich mehrere Jahre mit kleinen Arbeiten, um die nöthigsten Be- diirfnisse zu befriedigenl, aberf im JahreDiYQÄ W112 er Vvillens ein erstes bedeutendes Wer: zu "ertigen. er 10- u ust hol: dazu eine Revolutions-Scene. Gerarcf überreichte der Colgnmiggign eine Skizze; Zeitumstände aber verhinderten die Ausführung eines Eng. wurfes, welcher nach dem Qrtheil der Iienner eines seiner vorzüg- liclisteuViferlie geworden ware. dllein Gerard war nicht bestimmt Bevolutionsmaler zu seyn, und mitwder Darstellung des 10. Au. gusts, d. h. mit dem Qrabeudes Iruiiigthums, mit der Entthru- nung der Bourbons seine lsunstlerische Bahn zu erölTncn. Im gehräi 1'294 (tinlelite etgljvicder auflilie Anfertigung eines Gemäldes 11T W "S5 C [m8, ein wer su te unterdessen für seine Familie sorven? Jsabey der Vater sicherteilim 'edoch als erstes Gebot ei- Dßäbjcglichßn Gemäldes ÄOQ Louiscfor zlu, mit der Befiigniss Gü- Tards: es emem andFTn Ilßlller für einen höhern Preis zu überlassen. Jetzt unternahm Qcrard seinen Belisar, der durch Desnoyere liup- fäfStICll bekannt ist, und durch andere Nachbildungen. Dieses be- rnhmte YVerls ltälfll zuerst iur den Preis Vgl) 130 Luuimyor in die Hande _des hollandischen fzesandten und später nach München, wo es jetzt in der herzoglich von Leuchtenbergschen Gallerie he- wundert wird._ Nach zwei Jahren erschien ein anderes Vgrerk, das der MEISIGY, mit Iiunimer und Entbehrung mühevoll gepflcgt, Seine Psyche. Gerard betrachtete dieses YVerk mit Vorliebe, und er legte bis an seineirTod auf selbes einen ausgezeichneten Werth. Allein unbarmherzig waren die Urtheilc gegen (News Bijd; jaut war der Tadel, bitter und allgemein. Doch spricht der Umstand zu seinen Gunsten, dass die Psyche, die anfangs unter allein Preise blieb, nach Verlauf von drei Jahren für 6000 F13, 5953er- hin an uenleral _Bapp 'fu_r 15000 Fr., und nach dessen TQd für 50,090 F1"; für dlefGilllerlß Lnxembourg angekauft wurde. Indes- sen entwickelte Gerard in seinem Belisar eine grössere Meister- sch aft, und das Edle der Erfindung und die Natürlichkeit der Auf-