392 Dietclbach, Franz. Dielerich, J oh. Friedrich. Sein Bruder Christian war ebenfalls Kupfersteeher zuWien. von diesem Künstler kennt man neben andern 20 Bildnisse der Her- zoge von Steyermark von Hocaro bis auf Joseph II. Dißtelbach: Franz, Sohmelzmaler aus Saatz in Böhmen, wo 91' 1722 geboren wurde. Er malte zu Berlin für die k. Porzellanwa- nufalstur Bildnisse und starb gegen 1790. Dietrich, Hofmaler Iiarl IV. S. Theoderich von Prag. Dieterling, vvendel: S. Dietterlin. Dieterlch, JOIIEIIIII FfledTlßll, Historiemnaler zu Stuttgart, wurde 1739 in Biberach geboren. Mit vorziiglicheni Talente. zur Iiunst begabt, kam er frühzeitig nach Stuttgart, um uutgp der Lgitung des k. Gallerierlirektors Seele sich derselben zu widmen. Später ging er schon mit tüchtigen Kenntnissen ausgerüstet, nach Italien, blieb aber das erstemal nur kurze Zeitin diesem Lande, bis ihm 1820 das Gliick zu Theil wurde, in Rom für längere Zeit dem Studium nach den klassischen Werken der Plastik und Malerei sich zu widmen und seinekünstlerischeBildung zu vollenden. In dem bezeichneten Jahre sah man seinen Carton zu dem grossen Bilde mit dem Einzuge Abrahams in das gelobte Land Canaan. Der Künstler erhielt mit diesem Carton allgemeinen Beifall, denn man bewunderte darin die schöne Anordnung , die Mannigfaltigkeit der lWlotive und Charaktere, die alle mit Naturwahrheit durchgeführt sind. Im. Jahre 1825 stand das Gemälde vollendet da, ein reiches Ganze, 11 Fuss breit und 8 Fuss hoch. Es ist bis ins Einzelnste mit grus- sem Fleisse ausgeführt, von kräftiger und wahrer Färbung und er- freulich durch die natürlichen Gruppen von Figuren mit ausdrucks- vollen Iiüpfen. Dieses schöne Bild kam nach Stuttgart. In Rom malte Dieterich auch eine Anbetung der Hirten, und be- sonders gelungen ist seine Copie des oberen Theiles von RathePs Madonna di Foligno. Der hohe Charakter der Madonna ist hier mit ausnehmender Treue und Wahrheit wiedergegeben und das Ganze sehr kräftig im Ton des Originals. Im Jahre 1826 beurknndete er im Vaterlande durch eine grosse Arbeit sein Talent als Historiemnaler. Der Iiöxiig hatte beschlos- sen, die Giebelfelder an dem neuen Landhausc auf dem Rosen- stein mit Basreliefs verzieren zu lassen. Dieterich erhielt daher den Auftrag, dazu die Zeichnung zu entwerfen und hierauf die Com- position in der vollen Grösse der Giebelfelder auf Leinwand in Tempera zu malen, damit der Effekt im Ganzen gesehen werden könne. Dieterich zeichnete in der Mitte des einen Giebelfeldes den Helios auf seinem Wagen von Pferden gezogen, hinter ihm in schön geordneter Gruppe die Huren u. s. w. In der Mitte des andern Giebelfeldes fährt Luna, die Fackel tragend, ihren von zwei Pferden gezogenen Wagen hinan; ihr folgt schwebend Herse, die aus zierlicher Schale den Thau herab auf die Blumen giesst. Hinter derselben ist eine ländliche Familie in Schlummer versun- ken etc. Der lteichthum und die Lebendigkeit dieser Composition, die schöne dem Basrelief und der antiken Vorstellungsart entsprechende Anordnung machten einen gleich günstigen Eindruck und daher genehmigte auch der Iidmg unverzüglich die Ausführung in Stein, die dem Bildhauer Distelbarth zu Theil wurde. Als Beweis von seines Königs Zufriedenheit erhielt der Künstler von demselben den Auftrag, den Speisesaal des gedachten Land- hauses durch Scenen aus der Mythe des Dionysos zu beleben. Er