316 DeIäfond. Delagardelte , fiihrt, ein früheres VVerk dieses Künstlers; Carl V. im Escurial, lauter Bilder, in denen der Iiiiustler als charalsterische Kennzeichen ein antictlarisch und geschichtreiches Wissen, ungewöhnliche Ein- bildungs raft und ein feines Gefühl für's Wahre und auch für das 56115119, Wenn 05 Dßlilßroix Will, uiienbaret. Er vereiniget damit auch in der Ausführung und Darstellunw eine originelle lYIanier, einen wohlstudirteinAusdruclt und ein btlendendes Colorit, aber er glaubt sich im Besitz aller dieser herrlichen Gaben und Anlagen ßrßßixtigßt, die zelchllung so viel als möglich vernachlässigen zu können. Diese ist unvollendet, sltizzenhait und auch die Tinten sind oft unangenehm, aber kräftig. Seine Darstellung ist jedoch im- mer energisch und wahr, die Auffassung des Momentes kühn und hinrcissend. In letzterer Hinsicht ist besonders eines seiner neue- sten Bilder, der gefangene Chillon nach Lmd ßywn zu emqih. nen, und auch die Natehen nach ChateanbriantPs Atala sind be- merkensvwrerth. Delacroix lieferte auch Bilder mit Darstellungen aus der leblosen Natur und mit Thieren. Im dritten Saale des Staatsraths im Louvre malte er den KaiserJustinian, wie er seine Gesetze schreibt , und in den neuesten Tagen verzierte er den Saal der Deputirten-Iiam- mer mit allegorischen Gegenständen. Er lieferte ebenfalls eine Reihe von 17 lithographirten Blättern zur französischen Uebersetzung von Giithds Faust durch Albert Stapfer, die 1828 zu Paris in kl. fol. erschien. In diesen Blättern ist zwar alles Unnatiirliche und Gezierte entfernt, man findet über- all ein gerade auf die Eigenthiimlichkeit des Lebens gerichtetes Ge- fühl, ein Verwerten aller angenommenen Grazie, Grossheit und Noblesse; dagegen ist auch das Verdienst der strengen Zeichnung und das ernstliche Bestreben, schöne Formen aufzufassen, völlig verloren. Seine Gestalten sind hässlich, indem er alle edlen Mo- tive verschmähte, selbst wenn Schönheit in dem gegebenen Gha- rakter lag; wie in der FigurGretchenk. In der Zeichnung herrscht schülerhaite Unriehti keit und die manierirteste Willlriihr. Dennoch fand Deiiicroixk ausschvveifende Manier nicht allein Bewunderer, sondern auch Nachahmer und es bildete sich unter seinem Einflusse eine Schule, welche man die romantische nennt. Delafond. s. Lafond. Delßfontaine. S. Lafontaine. Delagardette, M-y ein geschickter Baumeister zu Montpellier, der sich aber mehr durch seine literarischen Werke bekannt ge- macht hat. lm VII. Hefte des Recueil d'architecture von Detournelles ist von seiner Erfindung der Plan und. Aufriss zu einem Monumente Mi- rabeau's, woinit der Künstler den Nacheifcrnngspreis erhielt. Lan- don II. 74 Fbt die Abbildung und Beschreibung eines schönen, für die Sta t Blois bestimmten Denkmals für dieenigen, welche aus den Loire- und Cher-Departements den Tocl fürs Vaterland gefunden haben. Als Schriftsteller machte er sich durch folgende Werke be- kannt: Le nouveau Vignole: Essai nur la restauratioiz des piliers du Dome du Pantheon franqais 1778. Ruines de Paestum, levces, mesurees et decrits sur les lieux en Pan II. gr. fol. 1799. Die- ses ist das yorziiglichste Werk unsers Künstlers und von gras- ser Genauigkeit, denn er nahm 1790 alles an Ort und Stelle selbst auf. Im Jahr 1805 erschienen von ihm zu Paris: Nou-