570-1 Clemcnti , Prop ero „ tolomeo Clemente aber kennt er nicht, weil ihm Fontanesfs Dis- corsu entgingr, dessen wir unter Prosperu Clemente erwähnen. Die llrledaille auf Federico di Montefeltro ist in Cicognarafs Sto- ria della scultura II. tav. 36 u. 1 abgebildet. Sie ist bezeichnet mit Opus Clementis Urbinatis. Clemcnti, PFOSPBTO de, eigentlich Prospero Spani, genannt C-lementi, Bildhauer und Architekt von Iieggio, nicht von Mo- dena, wie Vasari im Leben des G. da Carpi behauptet. Das erstere erwies Fr. Fontanesi in seinem Discorso sulie opere di scultura de Clemente, der durch 'I'iraboschi 1326 zu Reggio erschien und ein Su pleinent zu Cicognarzüs Storia della scultura bildet. Igas Geburtsjahr dieses Künstlers ist itnbekannt, doch weiss man, dass er bei seinem Oheim Bartoloineo Spani (Elemente, einem sehr erfahrnen lYIeister die Bildhauerkunst erlernt, und diesen bald iiber- treffen habe. Später ging er zu seiner Ausbildung nach Rom, wo er seine Zeit so wohl beniitzte, dass er nach seiner Rückkehr ins Va- terland als einer der ausgezeichnetsten Meister erscheint. Sein erstes Werk daselbst ist das (Erabmal des hl. Bernartlu degli Uberti in der Cathedrale zu Parma. In den Gesichtern zweier Engel, welche die Mitra und das Pastorale des Priilaten halten, und die er nach Girol. Mazzolzfs Zeichnung fertigte, athmet Correggids Grazie. Ein an- deres prächtiges Werk in derselben Kirche ist das Denkmal des Bechtsgelehrten Bartoloineo Prati. Hier scheint der Stein, aus wel- chem die Figuren gehauen, Fleisch zu seyn; auch Stellung und Ausdruck sind meisterhaft und das Ganze den besten italienischen Figuren gleich. In der bezeichneten Cathedrale sind ausserdeiu noch sechs andere Statuen von Clemente. Von Parma kehrte der Iiiinstler nach Iieggio zuriick, wo er eben- falls ausgezeichnete VVerke hinterliess. Unter jene des ersten Ranges gehört das Deposito des Bischofs Ugo Rangone von Reg- gio. Die Statue dieses Geistlichen ist in natürlicher Griisse, von hoher Viortrefflichlteit, wie die beiden anmuthigen Knaben daneben. Auch fiir das Kapitel der Kirche führte er vortreffliche Statuen aus. Von besonderer Kunst zeigt das Ciborium, welches man im Dome als Werk Clementds bewahrt. Wunderbar ist die bronzene Statue des erstandenen Erlösers, ebenfalls im Dome zu Reggio. Es existi- ren noch viele andere VVerke von diesem Iiiinstler, mehrere aber sind zu Grunde gegangen, wie die riesenhafte Statue des Emilius Lepidus, die er bei dem Einzuge Aflfphons II. von Este in Reggio verfertigte, nur aus zu weichem Sto e, als dass sie hätte bis auf unsere Zeit dauern können. Von mehreren blieb nur das Gedächt- niss, wie von seinem Moses, Samson, den acht Tugenden. Iin Ora- torio delP Innnacolzita ist von ihm noch eine hladonna mit dem Iiinde in rothem Marmor. Ausserdem sind noch einige Grabinäler in Re gio von Clemente zu finden. Im gome zu Carpi sind von seiner Hand die Statuen des Glaubens und der Liebe. In Correggio ist die Biiste des Arztes Lombardi sein Werk, und in S. Andrea zu Mantua bewundert man den Sar- kophag des Bischof Giorgio Andreasi. Clemente ist einer derjenigen Künstler, der durch Einfachheit des Styls anzieht, und der überall das Studium der Antike verrüth, ohne als Copist zu erscheinen. Er ist grossnrtig wie Nlichel Angela und iiberdiess besass er auch den Sinn für Anlnuth, Welche man in Buonarottfs Werken nur zu oft vermisst. Clemente war indessen nicht allein ein grosser Bildhauer, er ver- dient auch als Architekt grnsse Achtun Er verfertigte die Zeich- nung zur Faqade des Domes seiner Geiiaurtsstatlt.