196 Bullard , Simon. Bullinger, Balthasar- den wir hier einen Beweis, dass in Iileinasien schon frühe liiinste und VVissenschaften gepflegt worden seien. Bullard, 81111011, ein französischer BenediktinerJVIöneli und Ma- ler, trat in der Schweiz zur reformirten Iiirclie über, und kann 168g nach Berlin. Hier malte er, wie schon früher, Ilistorien, doch ewöhnlich nur nach Iiupferslichen, rla er wenig Erfiudungsgalse äesass. Als Zeichnet ei-svarb er sich jedoch Achtung. Dieser Künstler arbeitete noch 1700- Bllllcll; Peter; ein geschickter Architekt zu Paris im 17. Jahrhun- dert, dessen Lebensverhältnisse wenig bekannt sind. Er war ein Schüler BlondeYs, dann Zeichner und Werkmeister bei demselben, wodurch er sich viele Kenntnisse erwarb, so dass ihm zuletzt (1099) die Akademie die 'l'h0re öffnete, und die Stadt Paris ihn zu ihren Architekten ernannte. BulleUs merhsviirdigstes TVerk ist die Pforte St. Martin , wvelehe er 1614 erbaute, ein wahrer Triumphbogen, an welchem man das grosse dorische (iebällie bewundert, welches den Bogen von der Attika trennt. Bullet leitete auch den kühnen Bau des Quai Pelletier, wobei er sich als verständigen Künstler bewies. Er baute (1685) cberxlhlls die Kirche der Dominieaxxcr, die heut zu Tage St. Thomas d'Aquin heisst; eine grosse Anzahl anderer VVerlie dieses Künstlers sind aber nicht mehr vorhanden. Eine besondere Erwähnung verdient seine Architecture pratique, welche 1691 in drei Olatavbiinden erschien, und deren Brauchbar- keit die vieleniAuflagcn verkünden, welche das Werk erlebte. Man kann es klassisch nennen. Einige Cornpositionen dieses Künstlers sind auch durch Kupfer- stiche bekannt. 311111115913 Johann Balthißßf, Maler und Iiupferstecher, geb. zu Langenau 1713; gest. zu Ziirich 1793. Er lernte bei Joh. Simm- 1er zu Zürich, und ging dann nach Italien, wo er zu Venedig un- ter 'I'iep0lo's Schüler aufgenommen wurde. Nach zwei Jahren kehrte er ins Vaterland zurück, und malte cla einige Zeit, bis er nach Holland ging, wo er in Amsterdam drei Jahre verweilte. Bulliuger malte anfangs Historien, besonders in Italien; folgte aber nach seiner Rückkehr fast ausschliesslich seiner Neigung zur Landschaft, die er im niederländischen Geschmaclte darstellte. Im Jahre 1775 wurde er erster Professor an der Kunstschule zu Zürich. Dieser Künstler raclirte auch in einer angenehmen Manier ver- schiedene Blätter nach eigenen Compositionezi, oder nach Ermels und F. Meyer. Hieher gehören: 50 Landschaften mit Reisenden. Bullingee fecit; kl. lt. Einige schätzbare Blätter mit Gegenständen aus der vaterländi- sehen Geschichte. Er hat auch sein eigenes Bildniss in Kupfer gebracht. Ihllllnger, Balthasar, NelTe des Obigen, ein Iiunstliebhaber, wurde 1'777 zu Zürich geboren, und widmete sich der Theologie. Er malte Schweizerlandschaften nach der Natur mit vieler Wahrheit in Gouache, und ätzte auch verschiedene Blätter mit geistreiche:- Nadel. Dieser Dilettant wurde 1804 Pfarrer zu Bhrlibach am Zü- richersee- Sein Vater Heinrich malte zu seinem Vergnügen auf Glas, und starb um 1809.