Blondel , Franz. Blonde], Jakob Franz. 541 bogen des Thores Saint-Denis, eines der Meisterwerke des Zeit- alters Ludwigs des Grossen verdankt, war nicht Iiunstler von Pro- fession, sondern vom Hofe zu verschiedenen wichtigen Sendungen gebraucht, und auf seinen Reisen fand er die erste Anregung, die Ärchitektur zu studiren. Eine ausscrordentliche Gesandtschaftsreise an die Ottolnanische Pforte gab ihm Gelegenheit, Constantinopel zu sehen und selbst Aegypten zu besuchen, und nach seiner Bück- kehr wurde er für seine Dienste mit der Stelle eines Staatsrathes belohnt, und sah sich auch noch dadurch geehrt, dass man ihn für würdig hielt, den Dauphin in der Mathematik zu unterrichten; denn Blondel besass in dieser Wissenschaft tiefe Kenntnisse. Im Jahre 1665 fand er zuerst Gelegenheit, seine Iiunst als Archi- tekt zu erproben , nämlich durch den Bau der Charmante-Brücke bei Saintes. Im Jahre 1672 errichtete er den Triumphbogen am Ende der Strzuse St. Antoine, wo schon früher eine Pforte gestanden, die bei Gelegenheit eines siegreichen Einzuges Heinrich's II. errichtet wurde. Blondel vergrüsserte sie nur, schuf sie aber eben dadurch fast neu. Dieses Denkmal hätte erhalten werden sollen, allein Zeitumstiinde erheischten den Abbruch desselben, ein Schicksal, welches auch ein anderes Werk dieses Künstlers erfuhr, nämlich die Pforte St. Bernhard, welche 1792 abgetragen wurde. Dagegen ist aber noch die Triumphpforte Saint-Deilis als ein Werk des Buhmes unsers Künstlers, und als eines der schönsten in Paris er- halten. Man hat es vor einigen Jahren sorgfältig restaurirt und in seiner Reinheit wieder dargestellt. Blondel war Professor und Direktor der Akademie der Architek- tur, die 1671 gegründet wurde: In dieser Eigenschaft gab er Vor- lesungen über seine Iiunst, die in einem Werke: Cours d'archi- tecture, vereiniget sind, das 1675 zuerst erschien, und noch ge- schätzt wird. Er gab indessen noch viele andere VVerke heraus, wie: Comparaison de Pindar et Horace; Notes sur Parehitecture de Savot; Pllistoire du Calendrier romain; l'Art de jeter les bombes; Nouvelle xnaniere de fortiiier les places. Die beiden letzteren Werke erwarben dem Verfasser den Bang eines Feldmarschalls. Man hat von Blondel auch den Plan, Aufriss und Durchschnitt des Louvre, vier grosse Stücke, jedes von zwei Blättern, und den Plan der Stadt Paris, den er auf ziviilf grossen Platten in Kupfer stechen liess. BlOIKIßl, Jilldül) Franz, ein treiflicher Architekt, geb. zu Bauen 1705, gest. 1774. Dieser liiinstler gehört zu den geschicktesten Ar- chitekten seines Vaterlandes, und erwarb sich besonders Ruhm als Theoretiker, ohne jedoch in der Ausübung seiner Iiunst zurückge- blieben zu seyn. Er erbaute 1764 die schöne Abtei St. Ludwig zu Metz, und ordnete in derselben Stadt einen schönen Platz nebst der Strasse, welche in gerader Richtung zur Cathedrale führt. Von ihm ist auch das prächtige Stadthaus erbaut und andere Gebäude in Metz, wie die Facade des Parlamenthauses und der bischöfliche Pallast. Im Jahre 1708 leitete er in Strassburg den Bau der Caser- nen und des Amphitheaters, baute das Senatsgebiiude u. a. AIICh zu Cambrai übte er seine Iiiunst, besonders durch den Bau der bi- schöflichen Villa Chäteau-Caxnbresis. Selbst in Deutschland errich- tete er Villen und Palltiste. Blondel gründete zu Paris in seinem Hause eine öffentliche Schule der Architektur, und bildete in derselben zahlreiche Schüler. Spä- ter kam sie unter königlichen Schutz, und der Iiünstler erhielt die Stelle eines Professors der Akademie, so wie schon früher den Ti-