Bloemaert , Cornelius . 535 beurtheilt diesen Xiiinstlcr, der in der Geschichte der Stecherkunst Aufsehen macht, umständlich und mit Einsicht. "Cornelius" sagt er, zeichnete sich durch die Schönheit des Grabstichels-aus, durch eine Geschicklichkeit, die bisher noch unbekannt war; einen sanf- ten Uebergang vom Licht zum Schatten, und durch eine Verschie- denheit der Töne nach der Abweichung der Gründe; aber er wech- selte nicht mit der nämlichen Iiunst seine Schraffirungen nach der Verschiedenheit der Gegenstände ab. Sein liorn, das sich immer dem Yierecke nähert, ist durchsichtig und verschmolzen, es ist schön am rechten Orte angebracht, schickt sich aber nicht fiir alle Gegenstände. lYIan kann an ihm auch eine herrschende Weich- heit tacleln, die meistens der Mangel des wahren Charakters der einzelnen Theile verursacht; dieser Mangel zeigt sich vorzüglich in seinen Gewändern, und er hat ihn noch vermehrt durch seine Gewohnheit, die einmal angenommene Ordnung der Schrafhrungeu nie zu verlassen, davon er doch hätte abgehen sollen, sobald der Faltenwurf es forderte. Die langen und geraden Falten müssen mit Strichen behandelt werden, die nach der Länge derselben fort- gehen. Dieses Verfahren, welches dem Stiche eine grosse Festig- keit gibt, findet man keineswegs in den Werken von Blocniaert; er suchte nur das Verblasene, welches immer an Weichheit gränlt- Diese nämliche Weichheit findet sich auch in seinem Zuge, der sich mehr der Zirkellinie als der llachgebogenen nähert. Bei die- sein Fehler war er geschickter, weibliche Figuren als männliche zu behandeln. Er hat viel nach Pietro da Curtona gestochen und seine Mianier stimmte sehr gut zu der dieses Meisters. Es würde unbillig seyn, seinen Werken eine grosse Achtung zu versagen; aber gefährlich wiirde es seyn, sie häindlings nachzuahmen, und man muss billig der Iiunst des Aug. Yirracci, was die Anlage der Striche betrifft, den Vorzug geben; indess ist doch B. der erste Stecher, der einen Iiupferstich auszuführen verstand; man konnte vor ihm zwar sehr gut eine Zeichnung in Iiupfer bringen, aber er ist der erste, der ein Gemälde im Stiche wohl vorzutragen wusste. Obgleich im Ganzen sein Stich etwas kalt ist, so wusste er doch, wenn er nach kräftigen Coloristen arbeitete, durch den Ton Wärme hiueinzubringen, davon gibt er ein Beispiel in seinem Blatte nach Guercino: "die Erweckung der Tabitha durch den heil. Petrus." Die Manier von Bloemaert fand zu Paris viel Beifall, und die Franzosen haben diesem liiinstler den schönen Grabstichel zu ver- danken, der ihrer Schule eigen ist, so dass man mehrere geschickte Stecher, wie Carl Audran, Stephan Baudet, Stephan Picart, Wil- helm Vallet und besonders Fr. Poilly als Schüler oder Nachahmer von Bloexnaert ansehen kann. Unter Bloemaerts vorziiglichste Blätter gehören: Die Erweckung der Tabitha, das Meisterstiick; H. 14 Z. 6 In, Br. 16 Z. 5 L. Dieses Batt wurde in Frankreich zu 120 56? Fr._bezahlt; bei Winkler um 5 Rthl. 16 gr. Die Belagerung und Einnahme der Stadt Pera, beide nach Cor- tona; gr. Fol. Der heil. Ignazius vor dem Heilande, der sein Kreuz trägt, nach A. Bloemaert; Fol. Die vier Iiirchenviiter, nach demselben; H. 19 Z., Br- 1]! Z- Die Auferstehung, nach Paul Veronese; H. 18 Z. _11 11-, BT- 15 Z- Die letzten 3 Blätter galten auf Auktionen in Deutsch- land 2 Rthl. und einige Groschen. Die Geburt Christi, nach Sehiavone, ein grosses Stuclgfdas man auch dem Parnresano zueignet. Valois 70 Fr.