236 Balduccio , Giovanni. Hans Baldnng etc . die er bei der. Vermählung der Prinzessin Christina von Lothrin- gen zu Florenz malte. Balduccio, Giovanm, Bildhauer, der unter die berühmten des 14. Jahrhunderts gehört, und zur Pisaner Schule gezählt werden muss. Balduccio war vermuthlich in dem letzten Zehntel des 15. Jahrhunderts geboren , denn schon 1522 hatte er bei Sarza- na das Grabmal GuarnierPs, des Herrn von Lucca, gearbeitet, und gegen 1556 scheint er, ein Iiiinstler von Ruf, nach Mailand ge- kommen zu seyn, wo er eine Schule griiildete. Im Jahre 113i? vol. landete er die Hauptthüre der Kirche der Brera, welche er auch mit Bildsäulen schmückte. Spätere Arbeiten von der Hand dieses Künstler kann man nicht mit Zuverlässigkeit bestimmen. In den erwähnten sind die Figuren in den Stellungen meist übertrieben, auch sind sie steif und hart. Man hiilt ihn auch für den Urheber der prächtigen Lade des hl. Peter Martyr in St. Eustorgio zu Mailand, die er 132g verfertiget haben soll. In diesem Werke zeigt sich bereits höhere technische' Vollendung, besonders in den Statuen, und daher muss selbes spä- ter als obige entstanden seyn, höchst wahrscheinlich wenige Jahre nach 1365, denn es war 1570 noch nicht vollendet. Wenn dieses sich so verhält, so konnte Balduccio kaum Hand an die Lade gelegt haben, er müsste denn ein sehr hohes Alter erreicht haben, und es ist vielleicht sicherer, selbe als ein Werk seiner Schule zu bezeichnen. Unter den Schülern dieses Meisters aber hat wohl Bonino da Carnpione den meisten Anspruch darauf, Vasari sagt im Leben des Giro]. da Carpi, dass dieses Werk von Agostino und Agnolo aus Siena seyn dürfte, allein diese Mei- nung ist nicht haltbar, denn Agostino war 13.13 bereits rode und Agnolo zählte 1562 wenigstens 90 Jahre. Noch weniger könnte diese Lade von Pietro Paolo und Jacobello aus Venedig„den Schii- lern der obigen seyn, wie Cicognara "in seiner Storia della scul- tura glaubt. Dem Balduccio; oder vielmehr seiner Schule, gehört sicher auch die Lade des hl. Augustin in der Catheclrale zu Pavia an, denn sie nähert sich der des heil. Petrus _nicht nur in der Anordnung im Allgemeinen, sondern auch m vielen Einzelnheiten. Auch findet man viele Aehnlichiieit in den Basrelxefs, in der Art der Behand- lung der Figuren, der Gewander und der Nebenwcrlie. Dieser Schule verdanken wir noch manches andere lWIonuineut, wie: den nach 1517 entstandenen, mit Basrelieis verzierten Altar der drei Iiönige in S. Eustorgio; das Denltmal Stephan Viscontfs, der 1327 starb, in derselben Kirche; dasjenige des Azzo Visconti (gest. 1559), 1 welches aus der Kirche St. Gottardo in das Haus des tVIarchese Trivulzio kam, und endlich jenes des Barnabo Visconti in der Iiirhe St. Giovanni in Conca, vor 138d errichtet. nlwgebildet sind diese drei Monumente bei Litta, famiglie cel. d'Italia. L'arca di S. Agostino, Monumento in marmo de sec. XIV. rlesig. nato et inciso da Cesare Ferreri. Iiunstblatt 185.1 Nrm 50_ Baldung, Hans, genannt Grün (Grien, Gruenßitqahr, pferstecher und Formschneider, geboren zu Giniind in Schwaben um IZITZO, oder, wie einige glauben, um. 1476, gest- Zll Straßburg 1552 und nach andern schon 1545. Die Lebensverhältnisse dieses tretllichen alten Meisters sind un- bekannt. IVIHII weiss nur, dass er in der Schweiz, zu Strassburg und in der Umgegend gearbeitet hat. Er muss auch einige Zeit zu Freiburg im Breisgau sich aufgehalten haben, denn in der Haupt- hirche daselbst sind Meisterwerke von seiner Hand, darunter eine