144 Apianus Apelles. Peter. Apelles, der Unnachahmliche. Uebrigens malte er den Alexander und seinen Vater mehrmal. Zwei dieser Bilder: Alexander mit Ca- ster und Pollux und der Victoria, und derselbe, wie er den Sieges- wagen bestiegen, waren zu Augustus Zeiten im neu erbauten Tu- rum zu Rom. Derschwachsinnige Claudins liess beiden die Bild- nisse Alexanders ausschneiden, und sie durch andere des Augustus ersetzen. Nach Alexanders Tod begab sich Apelles an den Hof des Ptole- mäns nach Aegypten. Hier, wurde er von Antiphilus fälschlich au- geklagt, an einer Verschwörung gegen den honlg Thcil genommen zu haben, es kam aber seine Unschuld bald an den Tag, worauf er in sein Vaterland zuriicliltehrte und das berühmte Giänälde der Verliiumrlnng malte. Er stellte zweimal die Venus dar: wie sie aus den Meeresfluthen taucht (Anadyumene). Ursprünglich war das Bild in Cos. Augu- stus versetzte es später nach Rom in den Tfeznpel des vergötterten Cäsar. Das zweite Bild der Venus konnte er nicht mehr vollen- den, der Tod hinderte ihn, und keiner wagte es die letzte Hand anzulegen. Nach Cicero (ad P. Lent. I. Ep. 9.) hatte .er nur den Kopf und die Brust zur Vollendung gebracht. Im Odeon zu Smyrna sah man von ilun eine der Grazien. Auch die Fortuna scheint er, und zwar sitzend gemalt zu haben. Die Diana malte er von Nyphen umgeben, wie sie ein Opfer beging. Einen Herkules, den er von der Rückseite darstellte, sah man noch später in dem Tempel der Antonia zu Rom. lVInn bewunderte diese Figur, so wie einen andern nackten Herliules, der die Natur selbst herausforderte. Ferner malte er das nicht zu Malende: den Donner, das Blitzen und den Blitzstrahl. Hirt glaubt, es seien hier Cyclopen zu verstehen, entweder in Vulkans Werkstätte oder als Gehiilfen Jupiters im Giganten-Krieg. Der Iiiinstler könnte es hier auf eine auffallende Lichtwirkung abgesehen haben. Noch malte er den Clitus, der, in die Schlacht eilend, den Helm begehrt; seinen Abron bewunderten die Samier, den Menander die Rhodier und Alexandria den Tragöden Gorgosthenes. Er stellte auch den Neoptolemus zu Pferde dar, den Archelaus mit Gattin und Toch- ter und den Antigonus in voller Rüstung zu Pferde. Besonders ähnlich malte er den Apion. Auch die 'l'hiere wusste er auf das täuschendste darzustellen. Noch zu Plinius Zeiten waren von Apelles drei Abhandlungen iiber die Geheimnisse der Malerei vorhanden, die er an seinen Schüler Perseus gerichtet hatte. Hirt Gesch. der Iiunst bei den Al- ten l. c. und andere Notizen in Böttigers Amalthea. ÄPCYIS, 6., ein Iiupferstechcr von Gröningeil, der um 1670 arbei- tete. Er soll Portraite gestochen haben. vBrulliot dict. des xnonog. III. app. Nro. 16. Aplam- s. Appiani. APIHIIIIS, Peter; zu deutsch Bieneivitz oder Bennewitz, ein Ge- lehrter, Ingenieur und Künstler. Er zeichnete mit Geschicklich- keit Städte, Festungen und Landchurtcn; gab sich auch mit Wup- penmaleil ab. Bei liailser Iiarl V. stand er in grossem Ansehen; dieser erhob ihn selbst in den Aclelstaiarl. "Apiailus starb zu Ingolstadt 1552 in einem Alter von 57 Jahren. Nach seinen Zeichnungen erschienen mehrere Landcharten; auch gab er ein Cosmographicus liber zu Landshut 152.1 in 4. heraus, und zu Ingolstadt 153]; ein anderes VVerli unter dem Titel: Inscript. sacro-Sanclae vetustatis etc. mit I-lolzschnitten.