76 Allori , Alessandro. Allori , Christoph. er auch im Nackten trefflich und die Färbung markig und zart. In der Composition. hatte er ein schönes Talent. Unter allen sei- nen Vorbildern ist aber Miehel Angela vorherrschend. Alessandro malte viel für Fremde und war von Fürsten geehrt. Gegenwärtig sind seine Gemälde selten wund besonders geschätzt. Die Gallerie Orleans hesass einst ein Gemälde mit Figuren natürli- cher Grösse, welches die liegende Venus darstellt, die so eben den Amor entwalTnet hat. Diese Venus, eine hohe laraftvolle Gestalt, besitzt jetzt Lucian Bonaparte zu Rom. Der Hofäerichts-Advocat Schmidt zu Kiel hat das Iiapitalblatt einer Magda ena, völlig der berühmten des Correggio ähnlich, die Allori so hoch schätzte, dass er sie mehrmals copirte. In der florentinisehen Gallerie ist sein von ihm selbst gemaltes Bildniss, gest. von H. Piossi. Im Pardo zu Madrid ist eine hl. Veronica von seiner Hand. Es wurde auch mehreres nach ihm gestochen: von Eredi das erwähnte Bild der Ehebrecherin; von Janotha die hl. Catharina von Siena, aus der Gallerie Lichtenstein; il fatto di Flaminio, la storia di Cesnre und 1a cena di Syface hat C. Gregori auf drei Blättern ge- stechen. Allori gab 1590 einen Discorso heraus, welcher die Zeichenkunst und vorzüglich die Anatomie zum Gegenstande hat. Lanzi Gesch. der Malerei I. 179 deutsche Ausg. Fiorillo I. 417 und andern No- tlzen. AllOYi, ChFiSIOPh, Sohn und Schüler des Alessandro, geb. zu Flo- renz 1577, gest. 1621. Dieser Iiiinitler ist nach illeindUrtlöeile vier ler der rösste lYlaler seiner Zeit; anzi nennti n en antarini seiner Sähule. Auch gleichen sie in Schönheit, Anmuth und Voll- endung der Figuren einander, nur ist das Idea1e__in S_in1one scho- ner, das Colorit des Fleisches bei Cristofano glucklieher. DIFSS ist um so mehr zu wundern, da er weder die Carracei noch Guido kannte. Alles ersetzte bei ihm ein durehdringender Verstand und ein beharfllßller Fleiss, denn nie legte er den Pinsel nieder, be- vor nicht die Hand dem Geiste vollkenimen gehorsam war. Darum, und wegen seiner Laster, die ihn oft von der Arbeit abzogen, sind Bilder von ihm sehr selten und ist er minder bekannt. Alluri veriertigte Historien in einem edlen und würdevollen Style, mit grösstein Fleisse ausgeführte Landschaften mit schönen Figuren und geschätzte Portraite. Diese Werke sind grösstentheils im Flo- rentinischen zerstreut; die teutschen Gallerien besitzen wenig von ihm. Für AllorPs Meisterstück hält Lanzi seinen St. Julian im Pallaste Pitti, der einige Zeit in Frankreich sich befand, und einen heil. Menettus, ein kleines aber vortreffliehes Bild bei den Serviten zu Florenz. In dieser Stadt befindet sich neben mehreren Bildnissen auch die berühmte Juditb mit dem Haupte des Holofernes, Wovon der russische Gesandte, H. v. Caiiicoff, eine schöne Copie besass, die als Original gilt und 1850 um 200 Tlilr. verkauft wurde. .Die Judith hat Gandolfi für das Musee Napoleon gestochen. Man 5a t, der Künstler habe sich in eine schöne Frau dermassen ver- lieäit, dass er sich selbst bewusst war, den Kopf darüber verloren zu haben. Er malte daher seine Geliebte als Judith und gab Ho- fernes Iiopf seine eigenen Gesiehtszuge. Allori hat auch mehrere Meisterwerke Correggicfs, und neben andern die beriiliiiite Maädaleiiaso täuschend copirt, dass sie vom Original nicht zu untersc ieideii ist. Lanzi I. 202, 227i. 226 deutscher Aiisg. Fiorillo III. 596.- Bet-