586 Bacoio Baldini. 41) Das Richthaus des Pilatus, mit drei reich ge- Blätter Baldinfs und Botticellfs; es erinnert in schmückten und durch korinthische Säulen von der Ausführung stark an die Stiche zum Monte einandergeschiedeneHallen. Große Komposition Sancto di Die. Die Schlagschatten fehlen fast mit 25 Figuren in zwei Bll. Rechts (nicht links, gänzlichß So beschrieben von C. Meyer , in wiePassavant angiebt)Pilatus auf seinem Thron; Naumann's Archiv, 1870. XVI. p. 90. N. G_ er wäscht die Hände in einer Schüssel, die ihm 43) Der leidende Heiland. aChristus, im Grabe ein Page hinhält, während ein anderer Page stehend, zeigt die Wundenmale seiner Händg Wasser aus einer Henkelkanne giesst. Unter Ueber ihm der heilige Geist und Gott Vater; in den sieben Figuren dieser Abtheilung ein im der Luft, zu jeder Seite ein knieender EngeL Hintergrunde stehender Soldat mit einer Fahne, Unten vor dem Grabe, rechts. Johannes der Täu- auf der srqu geschrieben steht. In der mittleren fer, knieend, die Hände gefaltet; zur Linken, Abtheilung: Christus, im Profil gesehen und ein anderer Heiliger, ebenfalls knieend und die mit der Rechten den Mantel aufhebend; um ihn Hände gefaltet, hat unter dem linken Arm ein herum acht Personen (nicht sechs, wie Passavant entblößtes Schwert, dessen Spitze den Boden sagt). Im Hintergründe eine Mauer und ein berührt. In der Mitte des Sarkophags ein Lot- Thurm mit Zinnen. In der Abtheilung zur Linken beerkranz, und darin das Wort: Lssv. Um das ist Christus an die zweite Säule gebunden und ganze Blatt ein Rand von Lorbeerblättern. ebenfalls von acht Personen umgeben; darunter kl, Fol. Aus der Sammlung Mundt, und in zwei Schergen, welche den Heiland mit Stricken deren Katalog irrig dem Baldini beigemessen geisseln, und im Vordergrunde ein römischer Ich erkenne darin vielmehr mit Carpenter in den Krieger in reich verzierter Rüstung und mit ge- Charakteren der Köpfe, in der Zeichnung und flügeltem Helm. Ueber den beiden Abtheilungen Behandlung eine auffallende Verwandtschaft zum zur Linken und Rechten sind zwei Halbrunde, sogenannten Giuoco di Mantegna. Indess tlude verziert mit Flachreliefs; auf dem einen ein ich die ganze Kunstform minder fein, die Zeidh- stehender König (kein sitzender, wie Passavant nung nicht so gut, die Behandlung etwas härter angibt), dem ein gefesselter Gefangener vorge- und alterthümlicher, namentlich die Kreuzung führt wird; auf dem andern ein triumphirender der Striche im rechten Winkel noch sehr niello- römischer Imperator. Unter dem Gesimse des artig. Wohl sicher einUnicumlu Waagen, in Nuu_ Gebäudes drei nischenförmige Medaillons; im mann's Archiv, 1856,11. 245; frei und unrich_ Friese: TEMPLVM PILATI; in der linken Ecke tig übersetzt bei Pass.V. p. 16. No. 13ß.-N_ G_ ein Wappenschild mit einem Adler, und oben 44) Der todte Christus auf dem Schooße der Mal-im darüber eine Schriftrolle mit den Buchstaben: Hinter ihr vier Heilige , deren Namen auf ihren arqn. gr. qu. Fol. -Pass. V (p. 41. N0. 98) wo Kronen geschrieben sind, nämlich: MADALENA, dieser Stich mit gewohnter Sicherheit für ein IACOMA, SALOME und oovannr. Unten eine vier- unbezweifelbares Werk Botticellfs erklärt wird. zeilige Inschrift: rnsvs NAZARBNVS (alle s van Es ist ein schönes Blatt, ebenso ausgeführt, wie kehrt geschrieben). 8. N. G. nThBSGUS und Ariadnen (I, N0. 53); die Schat- 45) Der hl. Sebastian, an einen Baum gebunden tirung zeigt sehr enge Lagen feiner, magerer und mit Pfeilen durchbohrt; zur Linken der Kreuzschrafilrungen. Engel mit dem jungen Tobias; zur Rechten der I. Vor der Ueberarbeitung, nur fein anschat- hl. Rochus, und oben zwei Engel, die einen tirt. Kranz über dem Haupte des hl. Sebastian halteu_ II. In allen Theilen roh aufgestocheu von In der Luft eine fünfzeilige Inschrift, im Unter- einem Kupfersteoher des 15. Jahrh., der rande zwei andere lnschriften: auesnvm NOBIS es in seine Manier übertragen uud jäm- etc.; ona 11110 NOBIB etc. 8. Seitenstück zum merlich zugerichtet hat. Die Schatten vorhergehenden. Zwei alte Andachtsblätter, in sind hier mit dicken, schrägen, schroff ab- der sogenannten Baldinischen Manier. So be_ brechenden Parallelstrichen ausgedrückt, schrieben von Ottley, im Cat. Mark Sykes, 111_ so dass die ersten engen und feinen Strich- Abth. N0 1043. N. G. lagen nur noch an einigen Stellen durch- 46) Maria mit Heiligen. Maria, mit dem Kinde auf scheinen. Die fast überall aufgefrischten dem Arm, steht vor einem reich verzierten Thron Umrisse sind abscheulich hart. Diese Re- (nicht in einer Nische, wie Passavant sagt), tusche ist allem Anschein nach von dem- von dessen Baldachin zwei Fruchtschniire herab_ selben Ungenannten, welcher die Planeten- hängen; daneben stehen: links der hl. Sebastian folge kopirt hat. (S. I. N0. 114MB, 1201155). mit einem Pfeil in der linken Hand, rechts die 42) Die Bekehrung des Apostels Paulus. nDBI hl. Katharina von Alexandria, die Linke auf ein Apostel (bereits mit dem Heiligenschein ge- Rad gestützt. Unten rechts und links auf dem schmückt) liegt im Vordergrunde, fast in der Rasen sitzen zwei Engel, von welchen der eine Mitte des Blattes, auf dem Rücken; seine Be- die Zither, der andere die Violine spielt. Im gleiter entfliehen nach allen Seiten, der berittene Hintergründe zwei Zypressen. Vorne an der Theilderselben meist durch ein Felsenthor links. Thronstufe liest man: o MATER nur MBMENTO Ebenda liegt im Grunde ein kleiner befestigter nur. Im Unterrande: o ben's slsbnstrrmqo Ort mit vielen Thürmen, und hinter diesem er- muss xrr bsarrssmn qvni man nsr FIDEg liebt sich der Golgathahügel mit den drei Kreu- zrvs mrsncnnn m0 NObIS an (der Stecher zen. Eine zweite Veste füllt den Mittelgrund hatte zuerst, wie man noch sieht, AB gestochen rechts, und hier sieht man zugleich den Apostel und verbesserte es nachher in an) nomrzvm Paulus einem kleinen Zuhörerkreise predigen. VT A Prssrn snvn (nicht srvrs, wie Passavant an- Oben in Wolken, fast in der Mitte des Blattes, gibt) Monbo (die erste Silbe ist aus Mob in mm schaut Christus in halber Figur, von Engeln mit verbessert) nrrnnnn Lrbsnrsnvn F. Fol. einer Glorie umgeben, auf den Heiligen herab. Im Pariser Kupferstichkabinet ist dieses B1_ gr. qu. Fol, Dies ist eines der bedeutendsten den Werken des Nicoletto von Modena zuge-