zeichnet und so ausführlich behandelt sind, wie reichen. Es gibt jedoch eine Abart dieser Ma- auf den Kupferstichen des Meisters von 1466. nier, bei welcher der Grabstichel mit größerer Bei den größeren Formen der Vegetation geht Geschicklichkeit gehandhabt ist: die Schatti- die Arbeit mehr ins Einzelne, versteigt sich aber rungen sind auch nur mit einer einzigen Strich- nicht über das Konventionelle. Man erkennt lage bewirkt; aber die Striche sind dünner, darunter Cypressen, Orangen, Tannen und Eiben, und dazwischen sind Mittelstriche eingestreut, die wie die geschnitzten Bäume der Nürnberger nach der Art Mantegnas, die oifenbar zum Spielzeugschachteln aussehen. Die entfernteren Muster genommen ist. Diese weichere Ma- Bäume und Gebüsche haben das Ansehen großer nier hat eine eigene Art, die Wolken zu zeich- Hutpilze oder kleiner Heuhaufen. Die Wolken Heil; Sie gleichen znednlmengriibliirien Feld" gleichen länglichen, an beiden Enden zugespitz- Steinen oder Erdklninpeni Welelle gerndei Spitz" ten Blättern, Sie kommen nicht häufig von Die auslaufende Striche als Unterlage haben. Das anziehendsten Kupferstiche dieser Manier sind "Leben Cilrieti und Seiner Mütter", 15 Bllw die vProphetenu und "Sibyllenw, das wRichthaus den "Jüngere Gerichte, die vTriumphe des Pe- des Pilatusu, "Theseus und Ariadned, das vJagd- trdrkii-d, die "Predigt den Frn Meroo" eind K311i" abenteuera, das uLehrbilderbuche und die uGOld- telblätter dieser Nebellmdnier- schmiedverzierungend, Mit Recht werden sie Gewöhnlich behauptet man, gewiss mit Un- demselben Meister, gewöhnlich _dem Baldini, zu- recht, dass die ältesten italienischenKupferstiche geschrieben. Will man, nur der bequemeren mit dem Reiber oder Cylinder, dem Druckwerk- Bezeichnung wegen, den schon herkömmlich zeuge der erstenKartenmachernndBriefdrncker, gewordenen Namen dieses Künstlers für sie bei- hervorgebracht seien. Dass Finiguerra im J behalten, so ist dagegen nichts einzuwenden; 1452 von seiner berühmten. 110011 jetzt in dein nur muss man nicht, wie Passavant, so viel elen- ilorentiner Kabinet vorhandenen niellirten Pax des Machwerk, das technisch und ästhetisch gar einen Abdruck auf Papier zog, ist gewiss: nichts damit gemein hat, auf Rechnung der iiBal- hätte er auch Kupferplatten für vielfältigen Ab- dinrschen Maniern setzen. druck gestochen, so wäre ein Druckapparat ihm Was die Technik der b reite n Manier betrifft, nnenibelirlioll geWeSen lind deS Knliierdrdoken so zeigt dieselbe einen derben, manchmal bruta- in Italien lliellt 25 Jahre und länger ndeliher in len Grabstichel. Die Kupferstiche dieser Art dem unvollkommenen Zustande geblieben, wel- sind bloß mit einer Lage paralleler Striche von eilen die KnPier zllln Monte Sdneto di Die nnd schräger Richtung ohne Querschraffirungen zum Inferno des Dante zeigen. Dass die altita- schattirt, die, gleich dick und gleich weit neben lieniSellen Knpiieretieilei nenleniiliell diejenigen, einander gezogen, schroff gegen das Licht ab- die man noch immer für Reiberabdrücke aus- brechen. Das Landschaftliche ist hier ärmlich, gibt, Von der PreSSe abgezogen Wurden, zeigen die Abstufungen des TerrainS sind nur mit die deutlichen Spuren von dem Eindruck den etlichen krummen oder schrägen Strichen, bis- PldttenrendeS- Zngleieh iiber lellrt der Augen" weilen auch in bloßem Umriss angedeutet; Sogar schein, dass die altitalienischen Stecher, die ihre das Erdreich des Vordergrundes ist sehr kärglicll eigenen Drucker nnd Verleger waren, nicht bloß ausgestattet. Die Luft ist häufig ganz unbe- mit der Handhabung der Presse, sondern auch wölkt; wo Wolken vorkommen, haben sie eben- mit allen Zubereitungen für den Druck nur un- fßllS die ovale Form mit spitzen Enden, sind genügend bekannt wnrnn- Znr Zeit, als die aber an den Rändern gekräugelt; Auch die Blätter (188 Meisters VOn 1465 und (168 Martin Bäume haben die schematische Form, wie bei Seliongdner Sauber, klar, kräftig: Sogar brillant der vorhergehenden Manier. Eine ziemliche An- Von den Platten abgezogen Wurden, Wezn die zahl von Kupferstichen dieser breiten Manier nngleiell größere Sohäriie und Feeiiglieit des wird von Ottley dem Botticelli beigelegt; ich Stichs dieser Meister jedenfalls ein gut Theil kann mich aber nicht entschliessen, der Mei- beitrng, Sind die Knpiiereiiolle in Italien IneiSt nung dieses sonst so scharfsichtigen und be- schmutzig, matt nnd Stumpf gedruckt, ßlS 0b sonnenen Kunstschriftstellers beizutreten. Der Inen diiS Auflegen nnd AbWiSehen der Platten Umstand, dass er mehrere von diesen theilweise nicht gehörig Vereidnden liiitte- Außh fehlte die sehr großen und seltenen Kupferstichen in seiner Kennlinien den AbeellleifenS der Platten, Weil an eigenen Sammlung hatte, beeinflusste, wie es den ausgelöschten Stellen die Ueberbleibsel des scheint, sein Urtheil. Ganz unbefangen, hätte er ursprünglichen siiolle noell lnellr die billig zu gewiss Anstand genommen, solche rohe und sehen sind. Das Abdrucken geschah anfangs mit fabrikmäßige G-rßbstißhßIerzeug-nigse einem Mei- einer blassen bläulichen oder bräunlichen Druck- ster aufzubürden, dessen Bilder ein so sorgfal- iiirbei nneillier mit kräftigereni Soilwdrz- tiges Streben nach Formeneleganz in allen Ein- Im Nachfolgenden sind die dem B. und Botti- zelheiten bezeugen. Am passendsten würde celli herkömmlich zugeschriebenen Stiche nach diese Manier nach Pollajuolo benannt, mit des- der bezeichneten Verschiedenheit der Behand- sen Behandlungsweise sie übereinstimmt, frei- lungsweise in zwei Klassen eingetheilt. Bei den lieh ohne dieselbe an künstlerischem Geist, an Kupferstichen der ersten Klasse (der feinen Ma- Strenge der Modellirung und Zeichnung zu er- nier) bin ich ausführlicher gewesen, weil über 73 n