316 Jean Alix 2) Der Erlöser, halbe Figur; er betheuert mit der erhobenen Rechten seine göttliche Sendung und hält das Kreuz in der auf die Weltkugel gelegten Linken. Nach Ph. de (Jhampagne. Unter! dem Einfassungsstrich die Inschrift: Omnia per; ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil. Noch nicht beschriebenes Blatt. H. 435 millinn, br. 303 mill. I. Mit den Künstlernamen, links: Chainpaigne Pin. I. Alix scul. et ex. II. Mit den Künstlernamen und der Verlags- adresse von H. Weyen rechts; Herman Weyen exc. cum Privil. Re. 3) Das heilige Angesicht (Schweisstuch der hl. Ve- ronika). NachPh. de Champagn e. F01. R. D. 2. I. Mit den Künstlernamen. II. Mit den Künstlernamen und der Adresse des Verlegers Ilerinan Weyen, im Platten- rande rechts. 4) Anderes heiliges Angesicht: nach Ph. de O ha1n- p agn e. Ohne alle Unterschrift. Unerwähntes Bl. H. 129 milL; br. 96 mill. 5) Jean Duverger de I-lauraune, Abt von Saint- Cyran. Nach Ph. de Ühampagne. Brustbild, 3f4 links. Fol. R. D. 5. 6) Der hl. Carlo Borromeo, Kardinal u. Erzbischof von Mailand. Brustbild , Profil, in einem Acht- eck; dasselbe, welches Jan Morin gestochen hat. Nach Ph. de Champagne. 4. R. D. 4. I. Mit den Namen der Künstler. lI. Mit den Namen der Künstler und derNum- mer 3 unter dem Einfassungsstrich, rechts 7) ltobert Sorben, Beichtvater Ludwigs des Heili- gen; im Doktorkostüm, sitzend u. mit Schreiben beschäftigt. Nach van Mol. 4. R. D. 6. 8) Mit Wahrscheinlichkeit wird dem Meister noch zugeschrieben: Hl. Familie. Maria bringt das (Jhristuskind dem kleinen Johannes entgegen, der ihm einen Vogel darbietet. Nach R a f a e 1, weh-her die Zeichnung wahrscheinlich für Dom. di Paris Al- fani entwarf; das darnach von Letzterem aus- geführte Bild befindet sich in Perugia, während die Zeichnung selber in der Sammlung der Kö- nigin von England in Windsor-Castle ist. Der Stich ist links auf einem Stein bez.: n. v. B. Auf dem Exemplar im kgl. Kabinet zu Dresden steht mit alter Tinte und Hand geschrieben: J. Alix sculps. (Handsclvriftliclz von L. Gnmer). kl. F01. Dies ist das Bl., das Heineken dein Alix znschrieb, dagegen von Robert-Dumesnil nicht gekannt war. s. Passavant Raiffael. II. 544. Das von Robert Dumesnil unter N0. 3 be- schriebene Bildniss des Papstes Alexander VII. ist nicht von Alix, sondern von Zachaiias Heince gestochen. s. Heineken, Dict. Basan, Dict. Ro- bert-Dumesnil. IV. 19. Le Blanc, Manuel. E. Kolloff. Alix. P. M. (Pierre-Maric?) Alix, franz. Kupferstecher in Aquatintamanier und Bunt- drucker, arbeitete in Paris 1790-1820. Er ge- hört zu den Künstlern, welche die schnelleren und den Zeitbedürfnissen entsprechenderen Ver- fahrungsarten des Kupferstichs , die Schab-, Punktir-, Tusch- und Krayon-Manieren, die, weil sie vorzüglich in England im Schwange wa- ren, die nenglischen Manierena genannt wurden, in Frankreich einheimisch machen halfen und sich derselben für die Abbildung merkwürdiger Personen, Begebenheiten, Moden und ande- rer Lieblingsdinge des Tages bedienten. Theil- weise verbanden sie damit das mechanische Ko- loriren, den Bunt- oder Farbendruck, und ge- wannen neue Hülfsmittel für die Nachahmung von Pastellen, wobei freilich, auf Antrieb speku- lirender Kunsthändler, viel Schlecht-es produzirt wurde, aber einige Künstler, die mehr in eige- nem Verlag als für fremde Verleger arbeiteten, ansehnlichen Ruf erwarben, namentlich Fr. Ja- luinet, L. J Allais und unser Meister. Man hat von ihm viel ordinäre, sogar elende Fabrikwaare, aber auch manches künstlerisch Achtbare und ihistorisch Wichtige. Er lieferte 18 Bll. für die j1789 von Levacher herausgegebene Sammlung lvon Bildnissen der Abgeordneten der französ. xNationalvcrsammlung, die in Tuschmztnier aus- geführt sind, und die grosse Mehrzahl der nach Ph. Chery' s Zeichnungen verfertigten farbigen Kupfer für das Werk von Levacker rle Charnozls über die ulim und vnoclervzen Theaterkostünze (l 790) , machte sich aber hauptsächlich bekannt durch eine zahlreiche Folge von Bildnisscn namhafter Personen der Revolution, die nach Pastellzeich- inungen David's, Garnereys u. A. gestochen und in Farben mit vier Platten gedruckt sind. Was im aufgeregtesten Moment der damaligen Sturm- und Drangperiode vor allem gefiel und geschätzt wurde: das Lebendige, Prägnante, Feurige, Weltstürmerische, kurz die revolutionäre Be- seeltheit. ist jenen chromokalkographischen Bild- nissen ganz eigenthümlich. Den höchsten Grad des Absatzes und der Popularität erreichten na- mentlich drei Zelebritaten: Lepelletier, Marat und Chalier, welchen ihr tragischer Tod die öf- fentliche Apotheose und die Erhebung in den Stand der Revolutionsheiligen versehaifte, die jeder achte Patriot und gute Republikaner in seiner Schlaf oder Arbeitsstube hängen hatte. Zwei andere patriotische Zugstiicke waren die Porträts des 13 jährigen Husars Joseph Barra u. des lßljiihrigen Volontärbataillonskommandanten Agricola Viala, wozu die Phantasie die Originale lieferte, und deren Leben sich sofort zur Le- gende gestaltete. Bis zum Fieberparoxismus gesteigert erscheint der revolutionäre Geschmack und Farbendruck in zwei grossen allegorischen Stücken nach Boissieux: der wffriumph der Republik" und der vSturz des Despotismusw, die man hier nach- folgend unter den Nummern 6 und 7 zum ersten Mal beschrieben findet. Was die Komposition anlangt, so herrscht (larin ein wunderliches Ge- misch alter Mythologie und neuer Freiheits- schivärmerei, antiken Theaterapparats und mo- derner Volkstracht; hinsichtlich der Ausführung präsentiren sie sich als wahre Feuerwerksstüeke, wo die grellsten Farben, wild durch einander geworfen, zum fürchterlichsten Knalleifekt ver-