Abel. Josef Im Oct. 1807 kehrte A. nach Wien zurück und verblieb hier bis zu seinem Tod. Den 8. Febr- 1815 erfolgte seine Ernennung zum Mitgliede der Akademie der bildenden Künste. In den Zeitraum von 1807 1818 fallt die Vollendung der folgenden Werke; Orestes, der sich Selller Schwester Elektra zu erkennen glbt; Gffeff" selter Prometheus; Sokrates, der seinen Schu- ler Theramenes im Areqpagc rettet; Therame- nes, die drei Grazien vollendend, derzeit in Riga; Flucht nach Egypten; Der heil. Egi- dius, Hauptaltarblatt in der Vorstadt-Pfarr- kirche zu Gumpendorf in Wien; Die Taufe Christi, in der Pfarrkirche zu Gainfarn bei Ba- den, und Der heil. Vitus, Hauptaltarblatt in der Pfarrkirche zu Krems. Auch malte Abel den. Hauptvorhang für das Pester Schauspielhaus! und führte nach Fügefs Zeichnung den figür- lichen Theil des Hauptvorhanges für das Burg- theater in Wien aus; der landschaftliche Theil desselben ist das Werk des Malers Schönb er- ger. Sechs Bilder von ihm befinden sich in der Hoserschen Sammlung der Gemälde-Galerie der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde in Prag. Seine letzte Arbeit war ein lebensgrosses Porträt des Kaisers Franz im Kaiserornate. Eine grosse Zahl von Entwürfen und Zeichnungen fanden sich in seinem Nachlasse, wovon ein Theil, darunter namentlich Skizzen von Miehel, Angclds jüngstem Gericht, der Wiener Aka- demie der Künste zuiiel. Abel gehört zu jenen Künstlern vom Anfang dieses Jahrh., welche von einer idealen An- schauung getrieben, sich mit Vorliebe der Antike und ihrer Stoifwelt zuwandten. Seine Auffas- sung war immer charaktervoll und ernst; aber es fehlte ihr an Tiefe und Energie, wie über- haupt seine ganze Kunstweise, der Eigenthüm- lichkeit jener Epoche nach, in's Akademische spielte. Seine Färbung war ziemlich kräftig, aber etwas kalt; die Zeichnung bei seiner gros- sen Fruchtbarkeit nicht strenge und korrekt ge- nug. Sein Klopstock ist offenbar unter dem Ein- fiusse von Rafaefs Parnass entstanden. Recht tüchtig waren seine zahlreichen Porträts. Bildnisse des Meisters s. N0. 1 u. 20 derRadirungen. Die biographischen Daten nach einem Nekrologe der Vaterländischen Blätter v. 1818. p. 409, welcher mit Benützung von Briefen Abels an einen Freund verfasst ist. K. Weise. Abel's Ruf ist weniger durch seine Bilder, als dinch seine Radirungen in weitere Kreise gedrungen. Dieselben sind leicht und frei behan- delt und übertreffen an geistvoller Darstellung diejenigen seines Lehrers Füger. a) Von ihm radirt: 1) Eigenes Bildniss, Brustb. nach rechts. Se ipse del. et sc. F. X. Stöckl exc. Nach dem Bilde in der Liechtensteiner Galerie, jetzt in Pest. 4. I. Vor aller Schr. 2) lllelchior Abel, Kaufmann, des Künstlers Vater, geb. 1718, 1' 1801. Brustb. in A. v. Dyck's Manier. 4. I. Probedr. vor aller Sehr. II. Vor der Sehr. 3) Martin Molitor , Landschaftsmaler. Brustb. in Oval. F. X. Stöckl exc. Nach dem Bilde in der Liechtensteiner Galerie. I. Vor der Sehr. 4) Die Anbetung der Hirten. 1806. kl. Fol. I. Probedr. vor der Aquatinta. 5) Johannes der Täufer. 1809. 4. 6) Die beiden Apostelbüsten (Johannes u. Petrus 7). Ohne Namen. qu. 8. 7) Sta. Magdalena. Ohne Namen. qu. 8. 8) Der betende Mann, daneben zwei Kinderköpfe. Ohne Namen. qu. 8. 9) Venus und Amor. 1813. 4. 10) Venus und Amor in der Werkstätte des Vulkan. 1783. 4. 11) Socrates diktirt seinen letzten Willen. Ohne Namen. qu. Fol. I. Aetzdr. II. Zweiter Aetzdr. III. Mit der Jahrz. 1800. IV. Mit 1808. 12) Die Mutter m. 2 Kindern in bittender Haltung. 4. 1. Mit der Jahrz. 1800. II. Mit 1809. 13) Die Zigeunerin. Brustb. Ohne Namen. 4. 14) Das nachdenkende Mädchen. Halbligur. 1813. 4. 15) Die ausruhende Frau. 1813. 4. 16) Die beiden Jünglinge. Brustb. Ohne Namen. 8. 17 Der Rosselenker. Ohne Namen. 4. 18) Tod Jakolfs, qu.- Fol. Selten. Handschriftlich von Rud. Weigel. 19) Die Mutter mit dem ABC-Buche und zwei Kin- dern. Ohne Namen. Original-Lithogr. kl. Fol. 20) Aufritt nach dem Römer u. Krönung, von Abel u. N eubau er in: Vollständiges Diarium der Römisch-königlichen Wahl u. kaiserl. Krönung Leopold lI. Frankfurt 1791. Fol. Darin auch AbePs Bildniss. b) Nach ihm gestochen; 1) Franz Ant. Graf v. Magnis. J. Fi s eher sc. 1798. F01. 2) Graf Sigmund von Hohenwart, Erzbischof von Wien. V. Kininger sc. 1800. Schwarzk. 3) Martin v. Molitor (s. oben). P. 1810. A. Bartsch so. 1812. Rad. F01. 4) G. Schallhas, Maler. A. Geiger sc. 5) Mich. Ziegler, Probst zu St. Florian in Wien. . Hüftbild. T. Benedetjzi sc. F01. 6) Jos. Fischer. Jos. Fischer sc. 4. 7) Maria das Kind liebkosend. Halbiigur. V. Ki- n i n ger sc. 8) Klopstock im Elysium. Nach dem Bilde im Bel- vedere zu Wien. In: k. k. Bildergalerie im Bel- vedere zu Wien, nach den Zeichnungen Sig. v. Pergefs, in Kupfer gest. von verschiedenen Künstlern. kl. F01. 9) Promethens am Kaukasus. Rad. J. Eissner sc. 10) Der Schwur bei der Leiche der Lucretia. J Eis s- n er so. 11) 4 B11. mit Transparenten des Hauses des Grafen von Fries beim Einzuge des Kaisers Franz 1814. Rad. von G. Rahl in Umrissen. 12) B. L. Natorp, der Pädagog, Halbtig-ur sitzend. Abel pinx. Von Kininger gest. gr. F01. Sehwarzk. Vielleicht ist nach diesem Abel noch: 13) N. L. Franeois (de Neufchäteau, franz. Minister 1750-1828). Abel p. Ü. Guefrin 5m 4_ s. Andresen, Maler. Rad. III, 70-79.