1463. 593 ausser den Stichen des M. Schongauer die ältesten Blätter des Albrecht Durer, und wohl auch jene anderer Meister. Sandrart, Akademie I. S. 220, legte diesem Monogrammisten eine hohe Bedeutung bei, indem er ihm einen Kupferstich von 1455 zuschreibt, aber ohne ihn gesehen zu haben. Passavant, P.-gr. I. p. 200, beschuldiget daher den Sandrart eines Irrthums und meint, man müsse 1488 statt 1455 lesen. Passavant ist aber mit Bartsch ebenfalls im Irrthum, da das Blatt, welches Sand- rart als Copie nach dem Meister H S von 1455 erklärt, die Jahrzahl 1507 trägt. Es stellt ein Mädchen vor, welches einem alten Manne in den Sack greift, und ist von dem Meister H G, oder von Hans Baldun Grien gestochen. Das Räthsel haben wir unter dem Monogramm H ä Nr. 944 gelöst. Ein Blatt H S 1455 existirt ebensowenig, als ein sol- ches von 1488. Folgende Blätter gehören zu den Seltenheiten. Die Nummern in Parenthcse sind jene bei Bartsch VI. p. 386 iil i) [B. i] Christus am Kreuze, links Maria und Johannes, rechts ein Pharisäer mit der linken I-Iand am Schwerte, und mit der andern nach dem Heiland deutend. Neben ihm ist ein Soldat mit Schild und Spiess, und das Zeichen steht unten in der Mitte. Rund, Durchmesser 2 Z. i L. ohne die doppelten hlinfassungslinieu. Diese Vorstellung ist dem Stiche des Martin Schön Nr. 22 nachgeahmt. 2) [B. 2] St. Christoph mit dem Jesuskinde auf den Schultern schreitet durch den Fluss. Er stützt die linke Hand auf einen grossen Baumast, und hält mit der andern das Kind. Im Grunde rechts be- merkt man in der Grotte den Eremiten. Das Zeichen steht unten in der Mitte des Blattes. Durchmesser 2 Z. i L. Dieses Blatt ist schön gestochen, doch viel geringer in der Zeichnung. 3) [B 3] Der hl. Rochus von einem Engel begleitet, von Bartsch „Le pelerin" genannt. Ersterer trägt den Hut auf dem Stocke, und hebt mit der linken Hand das Gewand empor. Der Engel geht an der linken Seite. In der Mitte unten das Zeichen. Durchmesser 2 Z. i L. 4) St. Sebald und St. Lorenz. Ersterer links hält das Kirchenmodell, letzterer rechts mit dem Roste. Den Grund bildet Landschaft, und unten in der Mitte ist das Zeichen. Durchmesser 2 Z. i L. Von Brulliot I. Nr. 2493, und von Passavant Nr. 6 erwähnt. 5) St. Catharina und St. Barbara. Erstere steht links mit Schwert und Palme, und an ihrer Seite St. Barbara mit Kelch und Palme. Den Grund bildet steinige Landschaft, und unten ist das Monogramm. Durchmesser 2 Z. 1 L. Von Brulliot und Passavant erwähnt. 6) Die hl. hiargaretha, halbe Figur nach rechts. Sie hält in der rechten Hand den Kreuzstock, und in der Linken das Band, an wel- chem sie den Drachen führt. Im Grunde ist Landschaft. Im Rande: S. MARGARETA, und das Zeichen in Doppellinieu. H. 2 Z. 9 L. Br. 1 _z. u L. N giäses Blatt erwähnt Passavant Nr. 8, und Brulliot im Appendix I. r. 7) Eine Folge von acht Blättern mit Figuren in Nischen, welche die Tugenden vorstellen. H. 4 Z. 8 L. Br. 2 Z. 8 L. Diese Blätter erwähnt Brulliot, und Passavant übergeht sie. Viel- leicht gehört diese Folge einem anderen Meister an. 8) [B. 5] Eine Gruppe von vier nackten Frauen, gegenseitige Copie nach A. Dürer B. Nr. 75, unten in der Mitte das Zeichen, und auf der Kugel 0. G. H 1498. H. 7 Z." Br. 4 Z. 11 L. llonogrammisten Bd. III. 38