810 812. 289 auf sechs colorirten Federzeichnungen in der Sammlung der genannten Universität. Diese Blätter stellen weibliche allegorische Figuren mit verschiedenen musikalischen Instrumenten vor. Höhe '7 Z. 3 7 L. Breite 5 Z. 4- 6 L. An Hans Dürer, den Bruder Albert's, ist nicht zu denken, da dieser Künstler früher starb. Wir sahen vor etlichen Jahren ein bklei- Iles, auf Eisenblech gemaltes Bild der Verspottung Christi von 1547. Dle Buchstaben HD sind in ähnlicher Weise verbunden, aber mit dem Beisatze ios. Ein H. Dios ist in der Kunstgeschichte unbekannt. Das Bild spricht für einen deutschen Meister, der Name hat aber einen fremden Klang. Den Dolch mit den Verschlingungen fügten zuweilen Sßhweizer-Künstler bei, wie diess namentlich mit Urs (traf der Fall 1st. Es scheint als Schulzeichen zu betrachten zu seyn, und deutet weni- ger auf einen Formschneider. Die Zeichnung mit dem Dolche weiset auf die alte schweizerisch-elsassische Schule, und somit könnte hier von Hans Dick die Rede seyn. Dieser Künstler trat 1511 als Meister der Zunft zum Himmel in Basel bei, und er wird im rothen Buch derselben erwähnt. Er konnte noch 1548 gelebt haben, doch wollen wir hier weniger an ihn halten, als unten mit einem Monogramme von 1515. 810- Hieronymus Deckinger von Ulm gehört zu den wenig be- s; kannten Malern des 16. Jahrhunderts. Weyermann nennt ihn m 1n seinen Nachrichten über Ulmer Künstler nach einem Docu- mente von 1562. Sein Zeichen findet man auf einem Holz- schnitte, welcher den von Täfelchen mit Inschriften umgebenen Heiland zeigt. Links unten kniet ein Mann in Anbetung, welchen folgende Schrift nennt: Gaspar Schwenkfeld von Osstng. Nil Christa triste recepto. Gegenüber kniet ein anderer Mann an der Spitze einer Menge von Figuren. Ueber ihm ist ein Oartouche mit der Inschrift: Mit- Bekener der Glorien und Waltrlteit Jesu Christi. Rechts unten ist das Monogramm, und gegenüber ein zweites, aus SCAK bestehendes Zeichen mit der Jahrzahl 1562. Dieses zwischen die Jahrzahl gestellte Zeichen bezieht sich wahrscheinlich auf Caspar Schwenkfeld. Letzterer bildete eine aus der protestantischen Kirche hervorgegangene Sekte, und starb 1561 in der Verbannung zu Ulm. Der Holzschnitt von 1562 ist ein Votivbild seiner Anhänger. Die über dem Künstler-Monogramme stehenden Schriftzeichen V0 mit dem Querstriche darüber sind wohlvon zu lesen, und das V doppelt gedacht: von Vlm. H. 10 Z. 11 L. Br. 7Z. 2 L. 811. Jean Penicaud, der in den beiden ersten Decennien des 16. Jahrhunderts blühende französische Emailmaler, wird von Kugler (die Kunstkammer in Berlin S. 135 N0. 211) unter den unbekannten, alten deutschen Meistern dieses Faches eingeführt. In der Berliner Kunstkammer ist ein 10V, Z. hohes und 9 Z. breites Altarchen mit Flügeln, welches im Mittelbilde die Kreu- zigung Christi, auf den Flügeln die Kreuztragung und die Kreuz- ahnahme vorstellt. Unten auf dem Flügel mit der Kreuztragung zeigt sich obiges Monogramm, welches Kugler für HD oder HP hält, da das Zeichen von dem Rahmen theils verdecktjst. Das Monogramm besteht wirklich aus den Buchstaben HP, oder vielmehr aus den ver- bundenen Buchstaben IP. Wir werden daher unter HP auf den alten Jean Penicaud zurückkommen. 812- Heinrich Dallwig, Landschaftsmaler von Hessen-Gasse], machte seine Studien auf der kgl. Akademie in München, 18 w und verweilte von 1840-1854 in dieser Stadt. Seine Gemälde sind zahlreich, und bestehen meist in Monogrammisten Bd. III, 19